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Lebensraum schrumpft Zu warm für Schnabeltiere

Der Klimawandel bedroht das Schnabeltier in Australien. Die steigenden Temperaturen trocknen die Gewässer aus, an denen die Tiere leben, außerdem wird ihr dichtes Fell bei steigenden Temperaturen zu warm.

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Das Schnabeltier wird als Säugetier eingestuft, hat aber auch Eigenschaften von Vögeln und Reptilien.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Durch ein wärmeres und trockeneres Klima könnte der Lebensraum des Schnabeltiers um bis zu ein Drittel schrumpfen. Das geht aus einer Studie der Manosh-Universität in Melbourne hervor. Die Forscher hatten Daten zum Wetter und zur Verbreitung des eierlegenden Säugers aus mehr als 100 Jahren verglichen und dabei einen Rückgang der Population bei Hitze und Dürren festgestellt. Seit dem Jahr 1960 sei es an manchen Orten in Australien bereits zu warm für die ungewöhnlichen Säugetiere geworden, sagte die Forscherin Jenny Davis. "Ihr Lebensraum wird kleiner."

Durch steigende Temperaturen trocknen nicht nur die Gewässer aus, an deren Ufern die nachtaktiven Tiere mit dem platten Schwanz in tiefen Erdbauen leben. Auch das dichte, wasserabweisende Fell des Schnabeltiers kann nach Angaben der Forscher bei steigenden Temperaturen schnell zu warm werden. Schlimmstenfalls könnten die Schnabeltiere auf dem australischen Festland ganz aussterben und nur noch auf Tasmanien und den südlichen King- und Kangaroo-Inseln geeignete Lebensräume finden. Die Abholzung von Wäldern und der Bau von Dämmen könnte nach Angaben der Forscher zu einem weiteren Problem für die Tiere werden.

Das im Osten Australiens lebende Schnabeltier wird als Säugetier eingestuft, weil es einen Pelz hat und Milch produziert. Die Jungen saugen die Milch jedoch nicht aus Zitzen, sondern aus der Haut am Hinterleib der Mutter. Vogelartige Eigenschaften des Schnabeltiers sind sein flacher, entenähnlicher Schnabel und die Schwimmhäute an seinen Füßen. Mit Reptilien hat das Schnabeltier gemeinsam, dass die Weibchen Eier legen und die Männchen Angreifer mit einem Gift ähnlich dem von Schlangen abwehren können.

Quelle: n-tv.de, AFP