Wirtschaft
Herbe Verluste 2012: ArcelorMittal kämpft mit schwacher Konjunktur.
Herbe Verluste 2012: ArcelorMittal kämpft mit schwacher Konjunktur.(Foto: picture alliance / dpa)

Quartals- und Jahresverlust: ArcelorMittal in der Krise

Nicht nur die beiden deutschen Stahlkocher ThyssenKrupp und Salzgitter kämpfen mit dem schwierigen Marktumfeld. Auch Branchenprimus ArcelorMittal rutscht 2012 tief in die roten Zahlen. Der Ausblick hebt die Stimmung aber etwas - und die Tatsache, dass Analysten noch mit einem größeren Minus gerechnet hatten. Der Kurs steigt und zieht andere Werte mit.

Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal hat im Schlussquartal 2012 knapp 4 Mrd. Dollar Verlust gemacht. Das sind fast 3 Mrd. Dollar mehr als im Vorjahresquartal, teilte der Konzern mit. Im gesamten vergangenen Jahr steht der Stahlkocher mit rund 3,7 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro) in den roten Zahlen. 2011 hatte er noch einen Gewinn von knapp 2,3 Mrd. Dollar erwirtschaftet. Analysten hatten sogar mit 4,36 Mrd. Dollar gerechnet.

Der Jahresumsatz sank um fast 10 Mrd. Dollar auf gut 84 Mrd. Dollar. "2012 war ein sehr schwieriges Jahr für die Stahlindustrie", sagte Konzernchef Lakshmi Mittal. Vor allem in Europa sei die Nachfrage nach Stahl um weitere 8,8 Prozent gesunken.

Für das laufende Jahr zeigte sich der Stahlriese zuversichtlicher, auch wenn die Marktbedingungen weiter hart blieben. Das Ergebnis werde 2013 aber voraussichtlich über dem Wert des Vorjahres liegen.

Auch die beiden deutschen Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Salzgitter hatten 2012 mit dem schwierigen Gesamtmarkt zu kämpfen. Salzgitter wies einen Verlust aus, bei ThyssenKrupp ist es nicht anders.

Schwieriger Ausblick

Der Ausblick von ArcelorMittal liefert einen trüben Ausblick für die europäischen Wettbewerber. Equinet-Analyst Stefan Freudenreich verweist darauf, dass ArcelorMittal für den europäischen Markt ein Minus von 1 Prozent bei den Auslieferungen erwartet. Das Szenario einer schwachen Nachfrage verbunden mit steigenden Rohstoff-Kosten auf Grund der Nachfrage aus China dürften für einen anhaltenden Margendruck bei den europäischen Stahproduzenten führen. Überkapazitäten in dem Bereich sorgten dafür, dass auf der anderen Seite keine höheren Preise zu erzielen sein dürften.

Der Analyst bevorzugt Thyssen gegenüber Salzgitter auf Grund des soliden Technologie-Geschäfts und dem erwarteten Verkauf von Steel Americas. Die Aktie von Thyssen legte gut 1 Prozent zu, Salzgitter notierten noch fester und auch ArcelorMittal gewannen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen