Wirtschaft
Lars Schlecker
Lars Schlecker(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 01. Mai 2011

20-seitige Kündigungsliste?: Schlecker bleibt sich treu

Die Drogeriekette tut sich mit dem Aufpolieren ihres ramponierten Images schwerer als geplant. Frei nach dem Motto: Alles was teuer ist und nicht gefällt, muss raus, soll Schlecker einem Magazinbericht zufolge eine 20-seitige Liste mit Namen unliebsamer Mitarbeiter führen. Das Unternehmen gelobt einmal mehr, "übertriebene Härten" zu korrigieren.

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Die Drogerie-Kette Schlecker führt nach "Spiegel"-Informationen Listen über missliebige Mitarbeiter mit dem Ziel, diese schnellstmöglich loszuwerden. Schlecker arbeite nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi trotz Bemühungen um ein besseres Image nach wie vor eine Art Kündigungsliste von Beschäftigten ab, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe.

Personaldirektor Michael Strisciulli habe die Liste bereits im Oktober 2009 verfassen lassen. Das Papier unter dem Titel "Maßnahmenpaket Personal-Qualität" ist dem Bericht zufolge 20 Seiten lang und sammelt die Namen von Dutzenden missliebigen Mitarbeiterinnen im gesamten Bundesgebiet. Manche waren im Betriebsrat, fast alle hatten hohe Gehaltsstufen erreicht und waren entsprechend teuer geworden für Schlecker.

Diese Beschäftigten würden "in der Optik stehen", zitierte das Magazin aus der Mail einer "Schlecker"-Managerin. Das bedeute vermutlich, dass die Namen auf Strisciullis Liste unter verschärfter Beobachtung stünden. Schlecker erklärte zu den mit Datumsangaben versehenen Namenslisten gegenüber dem "Spiegel", es sei bei den Auflistungen sowohl um die "verbesserte Performance" von Mitarbeiterinnen als auch um "leistungsbedingte Abmahnungen" gegangen. Übertriebene Härten sollten jetzt aber "korrigiert" werden, heiße es in dem Bericht.

Imagepolitur mit Hindernissen

Die Handelskette machte immer wieder mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Zuletzt stand das Unternehmen wegen zu weit gehender Kontrollen von Kleiderkästen, Taschen und Unterlagen von Mitarbeitern in der Kritik. Die Kinder des Firmengründers Anton Schlecker, Meike und Lars, hatten eigentlich eine Neuausrichtung des Unternehmens angekündigt. Vor zehn Tagen war in diesem Zusammenhang auch bekannt gegeben worden, dass man sich mit der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier auf die Auszahlung der Mehrarbeitszuschläge geeinigt habe.

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Quelle: n-tv.de

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