Zukunftsmacher

Von Melkmaschine bis Mähdrescher IT auf dem Bauernhof

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Heute lassen sich Kühe automatisch striegeln.

Messebesuche gehören für Anne Hartmann zum Pflichtprogramm. Für die Jungbäuerin aus Lüneburg ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben in einer Branche, die sie häufig unterschätzt sieht: „Ich glaube, dass Landwirtschaft einer der modernsten Berufe ist, die es überhaupt gibt", sagt die 25jährige. Ob im Stall oder auf dem Feld, IT-gesteuerte Maschinen sind nicht mehr wegzudenken. Auch bei Buchführung und der Kommunikation mit den Berufskollegen läuft viel über Technik und Internet. "Das wissen nur nicht so viele", so die Nachwuchs-Landwirtin.

 

Was für Anne Hartmann schon lange selbstverständlich ist, bereitet vielen ihrer Branchenkollegen nach wie vor große Probleme: IT-Kenntnisse auf dem Bauernhof sind vor allem eine Generationenfrage. Für die ältere Generation sei es schon schwierig, räumt die Jungbäuerin ein: "Die kommen von der Dampfmaschine und sollen ihren Trecker nun mit dem Joystick bedienen." Häufig seien die Programme komplex mit vielen Varianten und Möglichkeiten, so dass das Zurechtfinden schwer falle: "Das ist schon nicht ganz einfach für die ältere Generation. Wir sind damit aufgewachsen, sie aber nicht.“

 

Dabei hat sich der technische Fortschritt in der Landwirtschaft geradezu rasant entwickelt. Mähdrescher etwa, die satellitengestützt arbeiten und das Saatgut je nach Boden automatisch zusammenstellen, erweitern die Möglichkeiten der Landwirte ganz gewaltig. Das gilt auch für die neuen elektronischen Melkroboter, bei denen an jedes Detail gedacht ist.

Landwirte mit strengem Zeitplan

Doch um die zu bedienen braucht es Landwirte, die über entsprechende IT-Kenntnisse verfügen. Genau das will die Initiative IT-Fitness nun bundesweit fördern. Wichtig ist es dabei, auf den straffen Zeitplan der Landwirte Rücksicht zu nehmen, weiß Henrik Tesch, der die Microsoft-Initiative leitet: „Der Landwirt hat nicht die Möglichkeit, einfach mal eine Woche lang auf irgendein Seminar zu gehen. Er muss am Hof bleiben und deshalb ist es wichtig, flexible Angebote zu haben, beispielsweise über das Internet. Das ist unser Ansatz."

 

Eine Lernplattform im Internet soll für Erfolgserlebnisse auch bei Computerneulingen in der Landwirtschaft sorgen. Zunächst gehe es darum, Basisqualifikationen zu vermitteln, so Tesch: "Dazu gehört, dass ich weiß, wie ich den Computer bedienen kann, wie ein Textverarbeitungsprogramm funktioniert oder – gerade in der Landwirtschaft auch sehr wichtig – ein Tabellenkalkulationsprogramm." All diese Kenntnisse werden nun auch über die Lernplattform vermittelt.

 

Anne Hartmann ist schon weiter. Sie wünscht sich nun endlich schnelle Breitband-Verbindungen auch auf dem Land. Denn dann machen Lernen und Arbeiten auf dem Bauernhof noch mehr Spaß.

Quelle: ntv.de, ino