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Bulliger Elektro-Bayer BMW iX M60 - für die Stromschnellen

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Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h gehört der BMW iX M60 zu den schnellsten E-Autos mit Straßenzulassung.

(Foto: Bernhard Limberger)

Bei einem Auto wie dem BMW iX M60 darf man ob der Leistungsdaten und des Preises durchaus die Sinnfrage stellen. Bei der Umweltverträglichkeit hingegen nicht, denn der starke und schnelle Bayer ist ein bulliges SUV mit E-Antrieb, das sich trotz 2,6 Tonnen Lebendgewicht fast wie ein Sportwagen fahren lässt.

Dass BMW dem iX 40 und dem iX 50 noch eine potentere M-Variante an die Seite stellen wird, war klar. Ob die am Ende nötig ist, wird die Nachfrage ergeben, denn bereits die oben genannten Protagonisten geizen bei 326 und 523 PS nicht mit Leistung und sind auch bei Preisen zwischen 77.000 und 98.000 Euro nichts für Sparfüchse. Und jetzt kommt noch der Überflieger von der M GmbH mit 619 PS und einem maximalen Drehmoment bei aktiver Launch Control von 1100 Newtonmeter. Über den Preis von 135.500 Euro braucht man dann gar nicht mehr zu reden.

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Die Größe und das Gewicht des BMW iX M60 lassen nicht vermuten, dass er in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt.

(Foto: Bernhard Limberger)

Doch wie dem auch sei, für gut betuchte Umweltschützer wird der elektrische Kraftprotz dennoch seinen Reiz haben. Denn dieses 4,93 Meter lange und 2,6 Tonnen schwere Ungetüm beschleunigt aus dem Stand in 3,8 Sekunden auf Tempo 100. Mit Launch Control, versteht sich. Allerdings sollte man diesen Katapultstart nicht an der Ampelkreuzung im urbanen Raum ausprobieren, denn dieser unmittelbare Vortrieb ist schon etwas anderes als der sich linear aufbauende bei einem Verbrenner. Beim iX M60 liegt das Drehmoment an den Vorder- und Hinterachsmotoren sofort an und der Bayer stürmt mit allem los, was er hat.

Elektrischer Sturmlauf

Wer den rechten Fuß auf dem Pedal lässt, erlebt eine kontinuierliche Leistungsentfaltung, die erst bei abgeregelten 250 km/h endet. Wie weit die Ladung des 105,2 kWh starke Akkus dann reicht, kann an dieser Stelle nicht gesagt werden. Im WLTP-Test hat BMW ermittelt, dass je nach Außenbedingungen zwischen 502 und 561 Kilometer bewältigt werden können. Der Testverbrauch lag übrigens bei 22,7 kWh, was so ziemlich in der Mitte der im Datenblatt angegebenen Werte liegt.

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Für den Fahrer des iX M60 wird der BMW entweder zum Sport- oder Reiseauto.

(Foto: Bernhard Limberger)

Nun wird sich der Fahrer eines iX M60 natürlich auch an die geltenden Geschwindigkeitsvorgaben halten müssen und insofern steht nicht zu befürchten, dass hier das volle Feuer im Dauerlauf eröffnet wird. Doch wenn der Pilot es darauf anlegt, dann wird er von der erhöhten Steifigkeit, einem exzellent abgestimmten Fahrwerk, der Zweiachs-Luftfederung mit elektronisch geregelten Stoßdämpfern und absolut sportlichen Handling-Eigenschaften profitieren.

Was eigentlich nur heißt, dass auch in spitze Kurven zügig eingestochen werden kann, ohne dass man Befürchtungen haben muss, dass das Gewicht unartig anfängt zu schieben oder dass sich der Wagen bei einem schnellen Lastwechsel in irgendeiner Form aufschaukelt. Ganz im Gegenteil: Der bullige Elektro-Bayer läuft wie an der Schnur gezogen ums Eck, was auch an den stärker dimensionierten Stabilisatoren an der Hinterachse liegen dürfte.

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Platzprobleme muss man in dem 4,93 Meter langen iX M60 weder in der zweiten Reihe noch im Kofferraum befürchten.

(Foto: Bernhard Limberger)

Um die Massen zu entschleunigen, gehört beim iX M60 eine Sportbremsanlage zum Serienumfang. Wer jetzt befürchtet, dass ihn beim dynamischen Ausritt die Fahrwerksregelsysteme zusätzlich ausbremsen, der kann beruhigt werden. Die Systeme sind so ausgelegt, dass sie mit der spontanen und mächtigen Kraftentfaltung durchaus souverän umgehen. Lange Signalwege zum Steuergerät für das DSC wurden vermieden, was nichts anderes zur Folge hat, als dass die Eingriffe zehn Mal schneller sind als bei konventionellen Regelsystemen und dementsprechend viel später zur Wirkung kommen.

35 Minuten bis zum Weiterflug

Wer sich jetzt mit seinem iX M60 ausgetobt hat, der kann, zurückgekehrt in den normalen Fahrbetrieb, mithilfe der adaptiven Rekuperation verbrauchte Energie in die Batterie zurückführen. Wie bei anderen Elektroautos auch werden hier die Antriebssteuerung und die Navigationsdaten sowie die Sensoren der Fahrassistenzsysteme vernetzt, um Schub- und Bremsphasen in allen Verkehrssituationen effizient auszunutzen. Schneller geht es natürlich an einer Schnellladestation. Der iX M60 ist wieder iX 50 in der Lage, Gleichstrom mit einer Leistung von bis zu 195 kW aufzunehmen. In 35 Minuten wird der Ladezustand auf knapp 80 Prozent erhöht; wer nur zehn Minuten Zeit hat, kann weitere 150 Kilometer zurücklegen.

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Ob man den komponierten Fahrsound im BMW iX M60 braucht, müssen die Insassen entscheiden.

(Foto: Bernhard Limburger)

Im Innenraum gleicht der iX M60 bis auf marginale Details den beiden iX-Brüdern. Hier gibt es reisetaugliche Multifunktionssitze, das große BMW Curved Display oder das - und das soll nicht unerwähnt bleiben - gewöhnungsbedürftige hexagonale Lenkrad. Auf den Mitteltunnel hat BMW verzichtet, was zum Beispiel Platz für weitere Ablagen schafft. Die auditive Befeuerung der Insassen erfolgt übrigens über ein Bowers und Wilkins Surround System. Neben der Wunschmusik kommt hier auch der vom Filmkomponisten Hans Zimmer erdachte Fahr-Sound her. Der wechselt je nach Fahr-Modi und findet seine exzentrischste Ausprägung im Programm Sport.

Ob man diese sphärischen oder auch futuristischen Klänge braucht, entscheidet der Fahrer oder die Insassen als Gruppe am besten selbst. Um das Fahrgefühl, die unbändige Kraft und das ausgezeichnete Kurvenverhalten zu genießen, braucht man sie jedenfalls nicht, da spricht der BMW iX M60 einfach für sich.

Quelle: ntv.de

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