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Schlafraum auf Knopfdruck Bürstner bringt Wohnmobil zum Aufblasen

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Wohnmobile mit Alkoven erfreuen sich großer Beliebtheit. Ihr Problem ist die Höhe. Was aber, wenn der Alkoven per Luftdruck ausgefahren werden kann?

(Foto: Bürstner)

Ein Wohnmobil zum Aufblasen? Hört sich nach Hüpfburg für Kinder an. Genau genommen handelt es sich hier auch um einen aufblasbaren Alkoven. Mehr Wohnraum auf Knopfdruck sozusagen. Bereits im kommenden Jahr soll der Lyseo Gallery von Bürstner verfügbar sein.

Bürstner wartet zum Modelljahr 2022 mit einer außergewöhnlichen Neuheit auf: einem aufblasbaren, ausfahrbaren Alkoven. Auch wenn der Lyseo Gallery mit dem flexiblen Erker über dem Fahrerhaus eines Fiat Ducato vorerst nur ein Konzeptfahrzeug ist, verspricht der Hersteller, die serienreife Version des ungewöhnlichen Wohnmobils 2022 an den Start zu bringen. Mit etwa 10.000 Euro Mehrpreis gegenüber einem in den Dimensionen vergleichbaren Teilintegrierten muss dann aber wohl gerechnet werden.

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Während der Fahrt, mit eingeklapptem Alkoven, ist der Bürstner Lyseo Gallery nur 2,96 Meter hoch.

(Foto: Bürstner)

Im Prinzip hat das Konzept nur Vorteile. Es bietet bei gleicher Fahrzeuglänge wie ein Teilintegrierter mehr Wohnraum, weil das Obergeschoß erst auf Knopfdruck hinzukommt. So entspricht der Lyseo Gallery in den Abmessungen exakt dem aktuellen Lyseo-Modell TD 680, ist also 6,89 Meter lang, 2,30 Meter breit und während der Fahrt 2,96 Meter hoch. Damit lässt er sich im Vergleich zu einem gängigen Alkoven-Modell nicht nur einfacher handhaben, das Fahrzeug hat auch bessere Verbrauchswerte.

Dachkonstruktion stellt sich per Knopfdruck auf

Im Stand wird aus dem T-Modell dann ein 3,70 Meter hohes, zweistöckiges Reisemobil, nachdem sich die Dachkonstruktion im vorderen Bereich per Luftdruck aufstellt. Die Wände des flexiblen Alkovens bestehen aus einem Gewebe mit Luftkammern, die aufgepumpt werden. Das geschieht mit einem geringen Druck von 0,2 bar ziemlich geräuscharm. Nach 90 Sekunden hat die Dachkammer ihre Endposition erreicht.

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Der Schlafraum in der zweiten Etage des Bürstner Lyseo Gallery ist 1,10 Meter hoch.

(Foto: Bürstner)

Weil sich die zweite Wohn-Ebene nicht wie ein gewöhnliches Aufstelldach schräg aufrichtet, sondern senkrecht erhebt, bietet sich im Oberstübchen ein großer Schlafraum mit 1,10 Meter Innenhöhe, einem eigenen Tisch und Sitzgelegenheit.

Bürstner reklamiert die Konzeption der Luftkammern, die mit Versteifungen so gefertigt sind, dass sie auch bei einem plötzlich auftretenden Druckabfall den Alkoven nicht zusammensinken lassen, zwar für sich und hat das ganze System bereits zum Patent angemeldet. Allerdings erinnert das aufblasbare Dach doch stark an den Vision-Venture-Van, den die Marke Hymer bei ihrem letzten Caravan-Salon-Auftritt 2019 als Zukunftsstudie mit einem ähnlich konstruierten Aufstelldach für ein Obergeschoß mit Aussichtsbalkon gezeigt hatte.

Feste Treppe in den Alkoven

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Eine fest eingebaute Treppe führt ins Schlafstübchen des Bürstner Lyseo Gallery.

(Foto: Bürstner)

Klar war, dass die Van-Vision auf Mercedes-Sprinter-Basis nie in Serie gehen würde, wohl aber einige Elemente der innovativen Lösungen. Dass dies jetzt zunächst nicht bei der Kernmarke der Erwin-Hymer-Gruppe, sondern bei der Schwestermarke Bürstner verwirklicht wurde, überrascht. Zumal sich mit der fest eingebauten Treppe, die in den aufblasbaren Bürstner-Alkoven hinaufführt, eine weitere Komponente des Vision-Vans in dem Lyseo Gallery wiederfindet. Die beansprucht naturgemäß zwar mehr Platz als eine simple Leiter, doch wird unter den Stufen jeder Zentimeter für Stauraum genutzt.

Das Interieur präsentiert sich im edlen "Gentlemen-Style", wie es Bürstner nennt: Cognacfarbenes Büffel-Leder, Burlington-Steppnähte, dunkles Grau kombiniert mit hellem Dekor, Hochfloorteppiche, ein aufwendiges Lichtkonzept mit indirekter Beleuchtung und eine induktive Ladestation für Handy im Eingangsbereich des Reisemobils.

Mit dem Lyseo Gallery hat der Hersteller ein außergewöhnliches Fahrzeug konstruiert, das tatsächlich die Raum-Vorteile eines Alkoven mit den kompakteren Abmessungen und dem geringeren Verbrauch eines normalen Wohnmobils verbindet. Die aufwendige technische Lösung wird sich allerdings deutlich im Preis niederschlagen. Wer hier einsteigen will, der sollte mindestens 80.000 Euro einplanen.

Quelle: ntv.de, Michael Lennartz, sp-x

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