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Der Weg ist das Ziel Ducati Hypermotard 939 bekommt mehr Power

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Ducati verpasst der Hypermotard 16 Prozent mehr Kraft.

(Foto: Ducati)

Ducati bringt die dritte Generation der Hypermotard und hat für die 939 extra ein neues, deutlich kräftigeres Triebwerk entwickelt. Auch bei der Ausstattung hat sich was getan.

2007 kam sie auf den Markt, einen Erfolg feierte die erste Generation der Ducati Hypermotard allerdings hauptsächlich als Hingucker - am Lenkerende befestigte Klappspiegel hatte noch kein Hersteller zu bringen gewagt. Die Triebwerke ließen es etwas an Feuer fehlen, so dass der Supermoto-Anspruch nicht ganz eingelöst werden konnte. Auch die zweite Generation vermochte nicht durchwegs zu überzeugen: Der 821-Kubik-Zweizylinder verstörte gern mit mangelhaften Umgangsformen im Teillastbereich. Nun, rechtzeitig zur Einführung der neuen Emissionsnorm EU 4, kommt Ducati mit einem neuen Motor, der extra für die Baureihe entwickelt worden ist. Trotz nur geringfügig angehobener Maximalleistung soll er bis zu 16 Prozent mehr Kraft liefern, sagt Ducati. Schöne Aussichten.

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Mit 12.000 Euro ist eine Hypermotard 939 nicht gerade ein Schnäppchen.

(Foto: Ducati)

Der neue Zweizylinder, wie bei Ducati üblich in L-Konfiguration, basiert auf dem bewährten 11°-Ventilüberschneidungsprinzip und weist zudem denselben Wert für den Kolbenhub wie das ehemalige 821-Triebwerk auf. Bei der Bohrung hat man deutlich zugelegt und auch allerlei Motorinnereien wie Kolben und Kurbelwelle verändert. Aus nunmehr 937 Kubikzentimetern Hubraum resultieren maximal 114 PS und 99 Newtonmetern Drehmoment.

Gegenüber dem bisherigen Motor mit rund 100 Kubikzentimeter weniger Hubraum entspricht das lediglich einem Zuwachs von drei Pferdestärken. Grund zur Enttäuschung ist das keiner, denn der größere Motor liefert vor allem mehr Drehmoment: Zehn Prozent beträgt das Plus beim Spitzenwert, der bei 7500 U/min. anfällt; sogar 16 Prozent mehr verspricht Ducati bei 6000 U/min. Vor allem bei mittleren Drehzahlen, im Normalbetrieb eines Motorrads stets besonders wichtig, herrscht also mehr Druck im Kessel.

Update für die Umgangsformen

Das spürt man beim Fahren deutlich: Ab gut 4000 Umdrehungen stürmt der Zweizylinder förmlich durchs Drehzahlband in Richtung Begrenzer. Das rote Warnlicht lässt sich - freie Straßen vorausgesetzt - häufig erkennen. Aufs Fahrwerk hat solches Treiben spürbare Auswirkungen: Die kompakte Bauart der Hypermotard lässt den Fahrer die enormen Kräfte nicht nur durch "lange Arme" spüren, sondern auch durch die schnell leicht werdende Front. Die Radführung hat also allerlei zu tun, um das Bike stets sauber auf Kurs zu halten.

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Das Digital-Cockpit ist um eine Ganganzeige erweitert.

(Foto: Ducati)

Der Testtag im Norden Barcelonas hielt reichlich Niederschlag bis hin zum Hagel bereit. Dabei zeigte sich, dass die Umgangsformen auch des neuen Motors noch entwicklungsfähig sind: Im Teillastbereich, der auf kurvenreichen, zudem nassen Straßen zwangsläufig häufig genutzt werden muss, neigt der Zweizylinder zum Ruckeln. Auch ist seine Gasannahme selbst im gesofteten Urban-Fahrmodus nicht weich genug, so dass man in Serpentinen zur Kupplung greifen muss. In punkto Fahrbarkeit im Teillastbereich verfehlt die Hypermotard 939 die aktuelle Messlatte. Zum Glück darf man sich die Hoffnung machen, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist: Ducati hat bereits ein Update fürs späte Frühjahr in Aussicht gestellt. Untadelig ist übrigens das Ansprechverhalten, wenn die Straßenbeschaffenheit "Feuer frei" möglich macht und man häufig unter Volllast unterwegs ist.

Wenn Puristen reisen

Die Fahrwerksauslegung der Hypermotard 939 ist straff, wie es sich für eine Supermoto gehört. Um die Sitzhöhe nicht in extreme Höhen zu treiben, beließen es die Entwickler bei 15 Zentimetern Federweg hinten, was aber immerhin eine Schräglagenfreiheit von 44 Grad möglich macht - mehr als genug für fröhliches Angasen. Das sehr gute Bosch-ABS fungiert nicht nur als Blockierverhinderer für die Räder, sondern sorgt auch für maximale Fahrstabilität. Beim Bremsen auf unebenem Untergrund steht auf Stufe 2 die Sicherheit im Vordergrund. Auf Stufe 1 erfolgen die Regeleingriffe später, der Fahrer hat mehr Freiheiten.

Verbesserungen hat die dritte Hypermotard-Auflage auch bei der Ausstattung erhalten: Das Digital-Cockpit wurde um eine Ganganzeige erweitert, die in die Handprotektoren integrierten Blinker leuchten jetzt mit Hilfe von Dioden. Nur totale Puristen werden mit einer Hypermotard verreisen wollen. Sportlichen "Touristikern" offeriert Ducati aber mit der Version Hyperstrada 939 ein Modell, bei dem sich Textil-Seitentaschen befestigen lassen. Es verfügt auch über einen komfortableren Sitz und andere Details, die längere Strecken angenehmer machen.

Mit einem Preis von knapp 12.000 Euro ist eine Hypermotard 939 zweifellos kein Sonderangebot. Das soll und kann sie auch nicht sein, denn ihre Konzeption als Supermoto ist scharf, was die Stückzahlen in Grenzen halten wird. Wer sich für sie entscheidet, wird immer den Weg zum eigentlichen Ziel erklären. Der Hypermotard-Treiber will fahren. Ankommen dürfen die anderen.

Quelle: ntv.de, kse/sp-x