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So fährt sich Mercedes-AMG A 45 Geliftete A-Klasse mit neuem Alpha-Tier

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Der neue AMG A 45 mit 381 PS ist die Wuchtbrumme, darunter rangiert der A 250. Wer will, bekommt den sogar als Handschalter.

(Foto: Holger Preiss)

Mit dem Facelift der A-Klasse schickt Mercedes auch ein neues Alpha-Tier auf die Straßen: den A 45 AMG. Mit 381 PS generiert er 21 Pferdestärken mehr als sein Vorgänger und lässt die Herzen vor allem auf der Rennstrecke höher schlagen.

Der Mercedes-AMG A 45 4Matic ist der stärkste Kompaktsportler der Welt. Mit seinen 381 PS - und das ist wohl für alle Sportfreunde die wichtigste Botschaft - toppt der Bolide aus Affalterbach alles, was sich in der Klasse der Serien-4-Zylinder momentan auf den Straßen bewegt. Zu verdanken hat der Brecher in der A-Klasse seine Kraftkur dem nach drei Jahren eingeläuteten Facelift, das sich jetzt noch stärker an der Formgebung des Konzeptfahrzeuges Concept A-Class von 2011 orientiert. Während alle neuen Modelle der A-Klasse mit einem stärker gepfeilten Stoßfänger an der Front aufwarten, mit Diamantgrill, neu gestalteten Heckleuchten und in die hinteren Stoßfänger integrierten trapezförmigen Endrohrverblendungen, zeichnet sich der A 45 noch durch sein extrem potentes Triebwerk aus.

Ein Sound wie bei der DTM

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Das Wichtigste am AMG ist der Fahrmodischalter mit der Option "Race" in der Mittelkonsole hinter dem Ganghebel.

Wer sich in die tief geschalten Sportsitze gepresst hat, kann nicht nur über eine Taste in der Mittelkonsole den Sound so generieren, dass es klingt, als würde ein Rennsport-Tourenwagen seinen Gruß ausrichten, sondern er kann den Kompakt-Sportler auch genauso bewegen. Das heißt aber nicht nur, dass er 475 Newtonmeter an die Achsen schickt und in 4,2 Sekunden die Marke von 100 km/h knackt. Es bedeutet auch, dass der ambitionierte Sportfahrer über vier Fahrstufen die für ihn beste Gangart wählen kann. Während der Eco-Mode einen kommoden Verbrauch verspricht - AMG spricht hier von 6,9 Litern auf 100 Kilometer -, sorgt Comfort für sanftes Gleiten und Sport für eine entsprechende Dynamik. Im Sport-Plus-Modus verengen sich die Übersetzungen der Fahrstufen und das Automatik-Getriebe lässt die sieben Stufen noch schneller einrasten.

Sollte der Besitzer eines A 45 echte Rennambitionen haben, dann entscheidet er sich für das Dynamik-Plus-Paket. Das hat für zusätzliche 2618 Euro seinen Preis, verspricht aber auch DTM-ähnliche Zeiten auf dem Rundkurs. Denn hier sind nicht nur ein Sportfahrwerk und ein "Performance-Lenkrad" enthalten, sondern auch ein Vorderachs-Sperrdifferenzial, das eine enorme Kurvenstabilität in langen Kurven ermöglicht. Und das selbst, wenn der Fahrmodischalter auf der Stufe "Race" steht. Hier wird das ESP nämlich dicht gemacht und der Affalterbacher Bolide erlaubt einen Driftwinkel, der Ken Block alle Ehre machen dürfte. Selbstredend lässt Mercedes es nicht zu, dass sich der Wagen vollends in den mit Schmackes durchlaufenen Kehren verabschiedet. "Safety first" ist auch hier die Devise und greifen die elektronischen Helferlein natürlich ein, bevor der Wagen sich vom Asphalt löst. Vorausgesetzt, man tritt fest auf die Bremse, um der Elektronik ein Signal zu geben. Andernfalls ist der Abflug gewiss, wie der Autor schmerzlich lernen musste.

Bis Tempo 270 ist alles offen

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Wer sich für eine Schulung bei AMG entscheidet, kann den A 45 bis 270 km/h öffnen lassen.

Aber bis dahin ist der Weg weit und der Fahrspaß erreicht, untermauert vom Spratzen aus den Doppelten Endrohren, eine lichte Höhe, wie man sie nur selten erlebt. In Bruchteilen von Sekunden fliegen die Gänge durch die Gassen, während unter der Haube die Piezo-Injektoren den Kraftstoff mit bis zu 200 Bar Druck in die Brennkammern des Vierzylinders pumpen und die Twinscroll-Turbolader im Zusammenspiel mit der Abgasanlage und deren verbessertem Ladedruckaufbau jede vage Bewegung des Gasfußes in brachialen Vortrieb umsetzen. Bei Tempo 250 regelt die Elektronik ab. Wer noch mehr will, der muss erneut den Geldbeutel öffnen und weitere 2261 Euro auf den Tisch legen. Dafür bekommt er nämlich das AMG Driver's Package. Das beinhaltet neben einem Fahrtraining auch die Öffnung der Höchstgeschwindigkeit auf 270 km/h.

Die Alternative für Sportfreunde

Allerdings hat der Spaß einen AMG A 45 zu fahren seinen Preis: Nicht weniger als 51.000 Euro möchten die Affalterbacher für den kompakten Kraftsportler haben. Das ist richtig viel Geld. Dafür hat man dann auch einen Bolzer, der nicht nur auf der Straße für Aufsehen sorgt. Man kann aber auch einen Gang runterschalten: Für knapp 14.500 Euro weniger bekommt man nämlich den A 250 Sport. Und auch der ist eine Empfehlung für den dynamischen Fahrer, die sich nicht mit aller Gewalt über die Rennstrecke prügeln möchte, sondern vielleicht lieber dem einen oder anderen Möchtegernsportler seine Diffusoren zeigt. Nachdem der Drang auch hierzulande immer mehr zum Automatikgetriebe geht, kann der Pilot die sechs Gänge auf kurzen Wegen selber durch die Gassen schieben.

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Mit dem AMG-Paket wird der A 250 optisch zum Alpha-Tier.

(Foto: Holger Preiss)

Und das ist in zweierlei Hinsicht ein Glück. Zum einen, weil sich die Befürworter des Handschalters hier durchsetzen konnten, zum anderen, weil das dem erdigen Fahrer die Möglichkeit gibt, Fahrspaß auf seine natürlichste Art zu erleben. Mit dem Zusatz Sport werden beim A 250 nicht nur 211 PS, sondern 218 PS durch den ebenfalls turbogeladenen Zweiliter Vierzylinders freigegeben. Für den Fahrspaß dürfte das marginal sein, für die Gespräche am Stammtisch hingegen hat das schon seine Bedeutung. Während die "kleinere" Variante in 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo beschleunigt, schafft es der Sport in 6,3 Sekunden. Wer hier nicht das Zieleinlauffoto bemüht, dürfte also Schwierigkeiten haben einen Unterschied festzustellen. Spätestens in der Endgeschwindigkeit hat der sich ohnehin aufgehoben, denn beide Sportfreunde schaffen es die Tachonadel bis an die 240 zu bewegen. Wer diese sportlichen Ausreißer vermeidet, der sollte mit knapp 8,0 Litern auf 100 Kilometer gut über die Runden kommen. Diesen Verbrauch wies jedenfalls der Computer nach etwas mehr als 100 Kilometern aus.

235er Walzen auf 18 Zöllern

Doch noch etwas unterscheidet die beiden Kompakt-Sportler: Während der A 250 auf 17 Zollfelgen mit 225er Gummis steht, rollt der A 250 Sport auf 18 Zöllern mit 235er Schluffen. Das sieht toll aus, hat aber neben besserem Grip auch eine Nebenerscheinung die nicht überrascht, aber für Langstreckenfahrer bedenkenswert ist. Die breiten Pneus übertragen die Rollgeräusche bei hohen Geschwindigkeiten wesentlich kerniger ins Innere des Wagens als die etwas dezentere Variante. Das wäre dann aber auch schon der einzige nennenswerte Minuspunkt, der durch die schärfere Optik schnell wieder wettgemacht wird. Apropos Optik: Für die ganz Extrovertierten hat Mercedes dem A 250 ein "Motorsport Edition"-Kleid angezogen: Hier wird optisch mit zahlreichen petrolgrünen Details der Bezug zu den Silberpfeilen der Formel 1 hergestellt.

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Bei hohen Geschwindigkeiten müssen sich die Insassen bei 235er Schluffen auf hörbare Rollgeräusche einstellen.

Die Optik wurde bei der A-Klasse auch im Innenraum noch einen Tick mehr in Richtung Sport getrimmt. Da gibt es neue Intarsien, die in der AMG-Line in Karbon-Optik die Mittelkonsole zieren, das Ziffernblatt wurde mit Zielflaggen-Karos hinterlegt und wer will, der kann das Zentraldisplay, das vor der Mittelkonsole zu schweben scheint, für zusätzliche 3629 Euro auf bis zu 20,3 Zentimeter in der Diagonalen wachsen lassen. In diesem Preis enthalten ist dann natürlich auch eine 3D-Navigation mit Verkehrsdaten in Echtzeit.

CarPlay und MirrorLink

Wer es preiswerter möchte, macht einen Schritt zurück, entscheidet sich für das Multimediasystem mit einer 17,8 Zentimeter großen Bilddiagonalen, bezahlt 535 Euro und bucht dann noch das Smartphone Integrationspaket für 357 Euro zu. Jetzt kann nämlich über Apple CarPlay oder den MirrorLink einfach die Oberfläche des Smartphones auf der Headunit gespiegelt werden. Das heißt, für die Navigation kommen je nach Betriebssystem Apple Karten oder Google Maps infrage. Natürlich kann auch die eigene Musik abgespielt werden, SMS kann man sich per Sprachbefehl vorlesen lassen oder eben ganz banal telefonieren. Mehr braucht es beim Fahren ohnehin nicht. Auf jeden Fall sollte man von den 2737 gesparten Euro 1071 Euro in das elektrische Panorama-Schiebedach investieren.

Wenn man sich aber von dem ganzen Sport-Gedöns überhaupt nicht reizen lässt, kann man – und auch das ist neu - den Einstieg in die A-Klasse jetzt bereits mit dem A 160 proben. Für 23.746 Euro bekommt man die Basisausstattung mit einem 102 PS starken Reihenvierzylinder, der immerhin noch in 10,6 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigt und in der Spitze Tempo 190 offeriert. Langstreckler können mit dem A 160 d ihr Mütchen kühlen. Der Diesel kostet 26.424 Euro und schiebt mit Hilfe von 90 PS immer noch 240 Newtonmeter auf die Vorderachse. Sparmeister ist allerdings der A 180 d Blue Efficiency für 27.376 Euro. Der soll mit seinen 109 PS lediglich 3,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Quelle: n-tv.de

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