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VFR 800 X Crossrunner Honda schießt mit V4 übers Ziel hinaus

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VFR 800 X Crossrunner heißt die Enduro von Honda mit vollem Namen.

(Foto: Honda)

Die Crossrunner ist eine wertige Reiseenduro im mittleren Segment, die als solider Allrounder daherkommt. Die Vielseitigkeit der Maschine verknüpft Honda mit einem besonderen Motorenkonzept. Das aber kann nicht in allen Belangen überzeugen.

Es ist bisweilen schon eine Plage mit den Modellbezeichnungen. Erst ein Blick auf den Schlüsselanhänger des Testfahrzeugs erinnerte daran, dass die Honda Crossrunner zwar so heißt - dass diese Bezeichnung aber nur ein Namenszusatz ist. Eigentlich heißt sie korrekt: VFR 800 X Crossrunner. VFR 800? Da war doch war.

Genau. Das Schwestermodell VFR 800 F nennt sich nicht nur genauso wie die Crossrunner - beide sind auch eng verwandt. Rahmen, Schwinge, Motor samt Nebenaggregaten, Ansaug- und Auspuffsystem, Antriebsstrang und Scheinwerfer finden sich in beiden Bikes. Trotz unterschiedlicher Federwege nutzen beide die gleichen Tauchrohre. Und doch käme man zunächst nicht auf den Gedanken, dass beide Geschwister sind, wäre da eben nicht dieser verräterische Name.

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Hübsch anzusehen ist die praktische Einarmschwinge. Der Akrapovic-Auspufftopf kostet Aufpreis.

(Foto: Heinz May/sp-x)

Denn die Optik unterscheidet sie klar voneinander: Gegen die leicht sportliche Haltung auf der "F" positioniert sich die Crossrunner mit einer sehr aufrechten Sitzposition, einem breiten Lenker und längeren Federwegen - Features, die sie auch für Touren abseits asphaltierter Straßen prädestinieren; aber auch für die lange Tour zu zweit. Zwar hat Honda die Federwege im Vergleich zum Vorgänger leicht verringert, doch ihre Aufgaben erledigen sie nach wie vor mit Bravour.

Stoisch auf Kurs

Das recht hohe Gewicht der Crossrunner spürt man im Kurvengewedel kaum; sie bleibt stets zielgenau und stoisch auf Kurs. Noch besser dürfte das gelingen, wenn man sich für Tourenreifen entscheidet, statt der von Haus aus aufgezogenen Pirelli Scorpion Trail. Erfreulich für nicht ganz so große Piloten: Die Sitzposition ist mit 81 Zentimetern recht niedrig.

Große Piloten um die 1,90 Meter sollten indes erst eine Probefahrt unternehmen, denn die nicht verstellbare Frontscheibe verwirbelt den Fahrtwind in Kopfhöhe und sorgt für Stress in der Nackenmuskulatur - hier besteht gegebenenfalls Nachrüstbedarf über den Zubehörhandel. Die Sozia sitzt hinten allerdings sehr kommod und kann sich im besten Fall zusätzlich an ein gepolstertes Topcase anlehnen.

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Die Scheibe des Displays spiegelt stark.

(Foto: Heinz May/sp-x)

Der Fahrer indes erkennt in dem V4 schnell den Motor mit der charakteristischen Vtec-Ventilsteuerung: Bis etwa 7000 Umdrehungen sorgen nur zwei der vier Ventile für die Beatmung, darüber schalten sich die beiden anderen zu. Das Ziel: Sie sollen im oberen Drehzahlbereich für mächtig Dampf sorgen. Was im Tourensportler VFR 800 F noch recht stimmig funktionierte, offenbart in der Crossrunner aber Schwächen. So ist das Umschalten auf Vierventilbetrieb vor allem im sechsten Gang meist begleitet von einem kurzen Stocken, bei dem man - weil man doch überrascht ist - kurz zusammenzuckt. Zudem bleiben Turbo- wie auch Spareffekt weitgehend aus. Eine satte Beschleunigung aus dem Drehzahlkeller unterstützt Vtec halt nicht, und in den oberen Drehzahlregionen bewegt man sich mit einem Bike wie der Crossrunner doch eher selten.

Preislich an der oberen Grenze

Was nicht bedeutet, dass die Honda untermotorisiert ist. Die nominell 106 PS sorgen für ausreichenden Durchzug schon bei niedrigen Drehzahlen. Der Motor läuft ruhig, nimmt spontan Gas an und klingt - zumal mit einer Akrapovic-Auspufftüte (Aufpreis 700 Euro) - schön satt und dumpf. Eingebremst wird er lediglich ein wenig vom recht hohen Gewicht der Honda (245 Kilogramm) sowie von wunderbar dosierbaren und starken Bremsen. Die Gänge flutschen sauber und weich durch das Sechsgang-Getriebe. Der Verbrauch wurde bei der Testfahrt bei 4,8 Liter auf 100 Kilometer verortetet, wobei die Hälfte der Messstrecke im Soziusbetrieb zurückgelegt wurde. Ein Hingucker ist die schöne Einarmschwinge.

Was die Ausstattung anbelangt, findet sich natürlich ABS an Bord, Heizgriffe mit fünf Stufen, zudem eine zweistufige Traktionskontrolle sowie auf Wunsch ein Schaltautomat. Einen Tempomaten gibt es nicht. Dafür bietet die Tachoeinheit jede Menge Informationen: Neben digitaler Geschwindigkeitsanzeige und einem Drehzahlmesser in Balkenoptik eine Ganganzeige, Temperatur, Uhrzeit, Traktionskontrolle und einiges mehr. Leider spiegelt die Scheibe recht stark und an das Layout des Displays muss man sich erst gewöhnen.

Mit 11.695 Euro rangiert die Crossrunner eher an der oberen Grenze dessen, was in dieser Klasse verlangt wird. Mit einigen Extras überschreitet man schnell die 12.000er-Grenze. Dafür bekommt man aber auch einen Allrounder, dem man seine Solidität schon ansieht.

Quelle: n-tv.de, kse/sp-x

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