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Gran Turismo im C-Segment Hyundai i30 Fastback - der elegante Koreaner

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Mit dem i30 Fastback hat Hyundai nicht nur die vierte Modellvariante in der Reihe, sondern auch ein für die Koreaner außergewöhnliches Auto.

(Foto: Holger Preiss)

Ein Auto, dessen primäre Grundlage nur Emotion und Design ist, von einem asiatischen Autobauer gibt es nicht? Jetzt schon: Hyundai hat mit dem i30 Fastback genau solch ein Fahrzeug ersonnen. n-tv.de durfte eine erste Runde mit dem Grand Turismo drehen.

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Die schönste Seite des Hyundai i30 Fastback ist natürlich sein Heck.

(Foto: Holger Preiss)

Manchmal werden Autos auf die Straße gebracht, deren Entstehung nicht die Marktforschung hervorruft, sondern einfach nur der Wunsch nach purem Design. Ein solches Auto war seinerzeit das CLA Coupé von Mercedes und ist jetzt der Hyundai i30 Fastback. Tatsächlich haben sich die Koreaner hinreißen lassen, die i30-Reihe mit einem Auto aufzuwerten, das abseits vom nüchternen Nutzwert fährt. Zwar ist der Fastback bis zur B-Säule ein i30, wie man ihn als Hatchback und Kombi kennt, aber dahinter hat Chefdesigner Thomas Bürkle alle Register gezogen, um ein emotionales Auto zu erschaffen.

Die Schulterlinie steigt zur C-Säule an wie die Straße zum Timmelsjoch, die Fenstergrafik wirkt schmal wie bei keinem anderen viertürigen Coupé und das Heck bezeichnet Bürkle selbst als ein "emotionales Meisterwerk". Betrachtet man das Heck des Fastback, staunt man über den Drang zur Straße und die Muskelstärke, die es verströmt. Um diesen Eindruck zu erzeugen, hat der Designchef die C-Säulen verjüngend ins Heck gezogen und eine steil aufsteigende Abrisskante ersonnen, um die Falz im Stoßfänger wieder nach außen wachsen zu lassen. Gebrochen wird der Schwung der Linien durch scharfkantige Schlussleuchten mit einer ebenso zackigen LED-Grafik sowie durch schwarze und in 3D-Grafik eingefasste Reflektoren am unteren Ende der Stoßstange.

Abseits des täglichen Einerlei

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Der Schriftzug des Fastback erinnert an die glorreichen Zeiten eines Ford Thunderbird.

(Foto: Uli Sonntag)

Das alles ist auffällig und hebt den Fastback aus dem täglichen Einerlei von Limousinen, Hatchbacks und Kombis angenehm heraus. Um dem Ganzen noch eine wirklich persönliche Note zu geben, prangt unter dem Hyundai-Logo am Heck der Fastback-Schriftzug. Handgeschrieben mag er den Kenner durchaus an die glorreichen Zeiten eines Ford Thunderbird oder des Goggomobils aus den 1950er-Jahren erinnern. "Wir wollten für den Fastback etwas ganz Eigenes haben und den Hyundai-Schriftzug am Heck entfernen. Es sollte auch etwas sein, das nicht sofort an den Porsche-Schriftzug erinnern", so Bürkle. Dass Ähnlichkeiten nie auszuschließen sind, kann man am Ende ohnehin nicht vermeiden.

Der Fastback ist übrigens nicht das erste Coupé, das die Koreaner in Deutschland anbieten. Im Jahr 1974 gab es bereits den "Pony", der von keinem Geringeren als dem Altmeister des Autodesigns Giogiaro gezeichnet wurde. 16 Jahre später folgt der "Scoupe", 1996 das "Coupé" und selbst der i30 Dreitürer aus dem Jahr 2015 reiht sich in die Phalanx ein. Allerdings hat keiner der Vorfahren die Eleganz eines Gran Turismo, die der Fastback im Jahr 2018 mitbringt.

Der Vierte im Bund

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Mit 450 Litern Kofferraum sollte sich auch die Urlaubsfahrt im i30 Fastback bewältigen lassen.

(Foto: Uli Sonntag)

Die Verortung in der aktuellen i30-Familie, die nunmehr aus vier Fahrzeugen besteht, fällt leicht: 12 Zentimeter länger als der Hatchback und 12 Zentimeter kürzer als der Kombi reiht er sich mit 4,46 Metern genau dazwischen ein. Insofern gehen die Platzverhältnisse in der zweiten Reihe in Ordnung, zumal die tiefe Verbeugung vor dem Fahrzeug, die sonst an dieser Stelle häufig beim Eintritt in ein Coupés notwendig ist, ausbleibt. Nicht zu vermeiden ist die eingeschränkte Blickfreiheit nach draußen, die die schon erwähnte hohe Schulterlinie mit sich bringt. Ein Umstand, der am Ende vor allem Kinder ärgern könnte. Der Kofferraum ist mit 450 Litern Fassungsvermögen ordentlich bemessen und kann bei umgelegter Rückbank auf 1351 Liter erweitert werden. Die hohe Ladekante, die bei der Befüllung des Gepäckabteils überwunden werden muss, ist für die Fahrzeugklasse ebenso typisch wie die durch die Coupé-Form bedingte schmale Heckscheibe mit beschränktem Rückblick.

Antriebsseitig wird der Fastback vorerst mit zwei Benzin-Motoren angeboten. Da gibt es einen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 120 PS, der seine Kraft per Hand über sechs Stufe verteilt. An seiner Seite steht ein 1,4-Liter-Vierzylinder mit 140 PS, der neben einer Sechsgangschaltung auch mit einem sehr zu empfehlenden Doppelkupplungsgetriebe (DCT) zu haben ist, das über sieben Stufen bereits ab 1500 Kurbelwellenumdrehungen 242 Newtonmeter maximales Drehmoment an die Vorderräder schickt. Das reicht für einen flotten Ampelstart ebenso wie für genügend Schub beim Überholen auf Landstraßen und Autobahnen.

Mehr für die Ausstattung?

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Der Innenraum ist mit dem der anderen i30-Modelle identisch.

(Foto: Uli Sonntag)

Auffällig ist, dass das DCT die Kraft besser verteilen kann als der Handschalter. Durch kurze Schaltzeiten können die Drehzahlen besser gehalten werden und der Effekt eines Turbolochs bleibt weitgehend aus. Allerdings sollte die Wahl der Fahrmodi dann schon auf Sport fallen. Über diese Einstellung strafft sich auch die Lenkung, was sie in Summe aber nicht wirklich präziser macht. Schnell gefahrene Kurven lässt der Fastback gutmütig über sich ergehen und wenn er das Heck doch mal auswirft, dann kann der Pilot ihn ohne große Probleme wieder einfangen.

Allerdings darf man sich nicht täuschen lassen. So dynamisch der Fastback auf seinen optional angeschnallten 18-Zoll-Rädern daherkommt, so limitiert ist seine Sportlichkeit. 9,2 Sekunde dauert es, bis Landstraßentempo erreicht ist und die Spitzengeschwindigkeit von 208 km/h braucht schon etwas Anlauf. Wer es wirklich eilig hat, sollte auf freien Autobahnabschnitten Tempo 180 wählen und sich durch den adaptiven Abstandsregler sowie den Spurhalteassistenten entlasten lassen. Oberhalb dieser Geschwindigkeiten funktionieren die Systeme ohnehin nicht mehr. Weitere Helferlein, die geordert werden können, sind Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkel- und Querverkehrswarner.

Der Tempomacher kommt

Alles Beigaben, die die Fahrt angenehmer gestalten, aber dem dynamisch orientierten Fahrer eines Fastback nicht gerade in die Hände spielen. Für den wird sich aber perspektivisch eine andere Möglichkeit auftun. Noch in diesem Jahr wird Hyundai das fünftürige Coupé als N anbieten. Wie der viel gelobte i30N soll er dann mit 250 oder 275 PS vorfahren, ein entsprechend straffes Fahrwerk haben und einem GTI mehr als ebenbürtig sein. Für Sparfüchse und Langstreckler wird Hyundai ab Sommer auch einen 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS anbieten. Der sollte dann auch einen Tick sparsamer sein als der im ersten Auslauf getestete 1,4-Liter-Benziner. Mit 8,4 Litern schlug er sich über die Normdistanz mit sportlichen Fahreinlagen aber dennoch wacker.

Das gesparte Geld kann dann übrigens wieder in die Ausstattung investiert werden. In diversen Paketen und drei Ausstattungslinien verstecken sich DAB-Radioempfang, 5-Zoll-Farbtouchscreen, elektrische Parkbremse, Rückfahrkamera, Smartphone-Ablage mit induktiver Ladefunktion, Einparkhilfe, schlüsselloser Zugang oder Voll-LED-Scheinwerfer. Auch für den Innenraum gibt es eine allein dem Fastback vorbehaltene Option: Ledersitze in Merlot-Rot. Die sind im Einstiegspreis von 22.200 Euro für den 1,2-Liter-Benziner noch nicht enthalten und auch die 23.100 Euro für den empfehlenswerteren 1,4-Liter-Benziner reichen hier nicht aus.

Quelle: ntv.de