Modernisierung und AbschiedstourNeue Wohnmobile von Frankia - Baureihen für die Zukunft

Mit der Überarbeitung der Neo-Baureihe setzt Reisemobil-Hersteller Frankia seine Produktoffensive Richtung Zukunft fort. Er gönnt den altbewährten Fiat-Ducato-Serien F-Line und Titan mit einer Final Edition aber auch einen langen Abschied.
Die Reisemobilmarke Frankia, traditionsreicher Hersteller aus Oberfranken, hat in der jüngeren Vergangenheit bereits damit begonnen, sich mit neuen Baureihen wie Now, Neo und Noctra für die Zukunft aufzustellen. Diesen Modernisierungsprozess setzt das Unternehmen, das seit 1990 zur französischen Pilote-Gruppe gehört, zur kommenden Saison mit der Überarbeitung der Neo-Serie fort.
Nominell wird dabei aus dem vollintegrierten Neo MI der Neo Liner zu Preisen ab 119.900 Euro und aus dem teilintegrierten Neo MT der Neo Cruiser ab 104.900 Euro. Doch mehr als das - und vor allem wichtiger für Kundschaft und Mitreisende - machen sich die Veränderungen in puncto Design, Komfort, Nutzbarkeit und Raumgefühl bemerkbar.
Der Frankia Neo verfügt mit dem 110 kW/150 PS starken Mercedes Sprinter und serienmäßiger 9-Gang-Automatik über ein den Premiumansprüchen genügendes Basisfahrzeug und wird als 3,5- und 4,5-Tonner angeboten. Die leichtere Variante ist vor allem für B-Führerscheininhaber ohne Zusatzführerschein ein Muss, was bei der Liner-Ausführung in puncto Gewichtszuladung schon zu einer Herausforderung werden könnte.
Kompakte Vertreter ihrer Klassen
Mit 7 Metern Länge und 2,24 Metern Breite zählen beide Aufbauversionen noch zu den kompakten Vertretern ihrer Klassen. Liner und Cruiser werden jeweils entweder mit Längsbetten (L-Variante) oder mit einem Quer-Doppelbett (B) im Heck angeboten. Im vorderen Bereich wird die bisherige Halbdinette durch eine L-Sitzgruppe für vier Personen ersetzt, die zumindest im Querbett-Layout sogar noch um einen hockerartigen, seitlichen Sitz erweitert wird.
Küchenblock und Bad sind in allen Varianten identisch. Optional kann für den serienmäßigen, hüfthohen Kühlschrank ein raumhoher 138-Liter-Kompressor-Kühlschrank geordert werden, der optisch auch als Raumteiler fungiert, damit aber auch die freie Sichtachse nach hinten durchbricht.
Größter Bad-WC-Raum seiner Klasse
Beim Waschraum spricht Frankia von einem "2-in-1-Kombibad", das zunächst den Blick auf eine geräumige Dusche mit entsprechender Duschwanne freigibt. Im laut Hersteller größten Bad-WC-Raum seiner Klasse lassen sich seitlich per Knopfdruck zwei Auszüge mit einem Waschbecken und einer Banktoilette bei Bedarf manuell herausziehen und nach Gebrauch mit überschaubarem Kraftaufwand wieder zurückschieben.
Weitere Pluspunkte sammelt der Neo mit einem guten Raumgefühl, gewohnt solider Verarbeitung, durchgängiger Stehhöhe über zwei Meter, üppigem Stauraum in zahlreichen Oberschränken, einem großzügigen Doppelboden und einer voluminösen, 1,20 Meter hohen Heckgarage. Auch mit der Option auf eine Dieselheizung passt sich Frankia an einen aktuellen Trend an.
Fünf Styles verfügbar
Die voll- und teilintegrierten Neo-Modelle bekommen nicht nur äußerlich einen neuen Look, sondern werden auch im Innern mit helleren Holztönen, neuen Stoffen und Oberflächen passend abgestimmt. Dazu stehen fünf sogenannte Styles zur Verfügung. Neben den Akzentwelten Sun (gelb), Ocean (blau) und Peach (rot) sind das die etwas dezenteren Styles Dune und Desert, die jeweils mit Polstern in Creme und Anthrazit kombiniert werden.
Die Preise sowohl für den Neo Cruiser (104.900 Euro) als auch für den Neo Liner (119.000 Euro) haben mit der Überarbeitung kräftig angezogen. Allerdings ist die Serienausstattung bereits sehr umfangreich. Selbst mit einer Reihe weiterer Extras sollte die Einhaltung eines Preisrahmens von 140.000 Euro möglich sein.
Hommage in Form einer Last Edition
Modernisierungsmaßnahmen bringen es mit sich, dass man sich von anderen Produkten verabschieden muss. Deswegen hatten sich die Oberfranken schon zu Jahresbeginn für eine Last Edition ihrer Top-Baureihe Platin auf Mercedes-Basis entschieden, die auf der CMT-Messe in Stuttgart Premiere feierte. Analog dazu widmet Frankia jetzt auch den Fiat-Baureihen F-Line und Titan eine Hommage in Form einer Last Edition, welche die drei Integrierten-Modelle 640 SD F-Line, 740 GD F-Line und 790 GDW Titan umfasst.
Alle drei mit zahlreichen Extras ausgestatteten Varianten basieren auf der stärksten Motorisierung des Ducato-Basisfahrzeugs mit dem 132 kW/180 PS-Diesel und Automatik. Zudem haben sie für eine bessere Autarkie eine 320-Ah-Eisenphosphat-Batterie an Bord sowie zwei 110-Watt-Solarmodule auf dem Dach. Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Keramiktoilette, Markise und noch vieles mehr gehören ebenfalls zum Serienumfang.
Eher eine Rarität im Wettbewerbsumfeld
Der mit 6,40 Meter Länge Kompakteste aus dem Editions-Trio ist als Vollintegrierter eher eine Rarität im Wettbewerbsumfeld, bewegt er sich im Längenmaß doch fast auf Kastenwagen-Niveau. Er verfügt nicht über fest eingebaute Betten, sondern lediglich über ein Hub-Doppelbett im Bug, das mit 1,60 Meter bereits sehr breit ist, optional aber auch mit zwei Metern Breite geordert werden kann. Im Heck verfügt der 640 SD über ein riesiges Raumbad mit Dusche und WC. Das heißt freilich auch: Heckgarage Fehlanzeige. Der Editionspreis liegt bei 140.000 Euro, was einem Preisvorteil von 7.000 Euro entsprechen soll.
Mit 14.000 Euro ist dieser Benefit bei der 7,50 Meter langen Last Edition des Frankia I 740 GD F-Line sogar doppelt so hoch. Der Luxusliner verfügt ebenso wie das noch 40 Zentimeter längere Titan-Modell I 790 GDW im Heck-Schlafzimmer über zwei Meter lange Einzelbetten, an die sich nach vorn ein wagenbreites Raumbad anschließt.
Während die längste Version der I-Baureihe allerdings ausschließlich mit vorderer Face-to-Face-Sitzgruppe angeboten wird, ist der 740er sowohl mit den gegenüberliegenden Sofas und einem rundum mit Oberschränken ausgebauten Bug erhältlich als auch mit L-Sitzgruppe und einem Hubbett, das ebenfalls aus zwei längs angeordneten Einzelbetten besteht. Serienmäßig wohlgemerkt. Bei einem Preis von 150.000 Euro. Das Topmodell 790 wird für 167.000 Euro offeriert.
Limitiert sind die Last-Edition-Modelle nicht. Sie sollen bis Ende 2027 im Programm bleiben.