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Ein SUV unter Strom Skoda eröffnet E-Offensive mit Enyaq iV

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Das erste reine Elektroauto von Skoda ist ein SUV mit dem Namen Enyaq.

(Foto: Skoda)

Mit breiter Brust steigt jetzt auch Skoda in die Elektromobilität ein. Der erste Aufschlag ist anders als beim Mutterkonzern VW kein Kompakter, sondern ein SUV in drei Leistungsstufen, mit beachtlichen Ausmaßen, viel Platz im Innenraum und schickem Design.

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Chef-Designer Oliver Stefani erklärt den Skoda Enyaq iV.

(Foto: Skoda)

Kodiaq, Karoq, Kamiq - alle Skoda-SUV fangen mit K an und enden auf Q. Doch jetzt nicht mehr! Mit dem Enyaq läuten die Tschechen im 125. Jahr ihres Bestehens aber nicht nur in der Nomenklatur eine neue Ära ein: Der jetzt in Prag enthüllte Hochbeiner ist Skodas erstes Elektro-SUV und der eigentliche Startschuss der Marke ins E-Zeitalter. Zwar stromert bereits der Kleinstwagen Citigo durch die Straßen, und Octavia und Superb fahren unterdessen als Plug-in-Hybrid. Aber das scheint mit Blick auf den Enyaq alles halbherzig. Denn erst das am Stammsitz in Mladá Boleslav produzierte SUV ist das erste von Grund auf als reines Elektroauto angelegte Modell. Ab sofort ist es für mindestens 33.800 Euro bestellbar, ausgeliefert wird es aber erst im Frühjahr 2021.

Technik aus dem VW-Baukasten

Die Technik haben die Tschechen freilich nicht selbst entwickelt; sie bedienten sich im VW-Konzernregal und nutzen den Modularen Elektrobaukasten (MEB), der erst kürzlich im VW ID.3 sein Debüt gab. Dank der modularen Plattform ist der Größenunterschied kein Problem: Während der ID.3 mit 4,26 Meter Länge im Kompaktsegment angesiedelt ist, trumpft der Enyaq mit 4,65 Meter auf. So lang wird übrigens auch sein VW-Bruder ID.4 ausfallen, der ebenfalls im kommenden Jahr auf den Markt kommt.

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Mit 4,65 Meter Länge und einem Radstand von 2,80 Meter bietet der Enyaq iV ausreichend Platz für Passagiere und Gepäck.

(Foto: Skoda)

Das eigentliche Highlight sind aber die fast 2,80 Meter Radstand, die dem Enyaq bei Octavia-Außenmaßen ein Platzangebot im Innenraum wie beim größten SUV Kodiaq beschert. Das ist selbst für Skoda-Verhältnisse außergewöhnlich. Dazu kommen rund 600 Liter Stauraum im Kofferraum. Möglich macht das die ausschließliche Auslegung als Elektroauto und der damit einhergehende komplette Verzicht auf konventionelle Antriebe. Verbrennungsmotor, ein ausladendes Getriebe, Ölwanne und Co. - all das muss nirgends untergebracht werden, stattdessen kommt der Platz den Passagieren zugute.

Es bleibt 'simply clever'

Überhaupt zeigt sich der Skoda im Innenraum einmal mehr von seiner besten Seite. Das Cockpit, das in verschiedenen Designs bestellbar ist, wirkt aufgeräumt, ja fast schon edel. Verarbeitung und Materialauswahl geben bei den Tschechen ohnehin kaum Grund zur Kritik. Hinter dem Lenkrad sitzen digitale Instrumente, in der Mittelkonsole gibt es reichlich Ablagen und nur noch wenige Tasten. Oben auf thront ein großer 13-Zoll-Touchscreen mit moderner Smartphone-Menüführung. Über eine App lässt sich auch von außerhalb des Fahrzeugs etwa der aktuelle Akkustand abfragen oder die Klimatisierung fernsteuern.

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Der Innenraum des Skoda Enyaq iV wirkt fast schon edel.

(Foto: Skoda)

Doch nicht nur der Innenraum überzeugt: Auch mit der Karosserie ist dem neuen Chef-Designer Oliver Stefani ein Wurf gelungen. Das war nicht unbedingt selbstverständlich, schließlich hat sein Vorgänger Jozef Kaban, der - nach einem Abstecher zu BMW - jetzt in Wolfsburg das Design bei Volkswagen verantwortet, große Fußstapfen hinterlassen. Stefani ist es gelungen, das Skoda-Erbe hochzuhalten und gleichzeitig neue Akzente zu setzen. Allein die neuen Elektro-Proportionen - kurze Haube, langer Radstand - gaben dem Designer die Möglichkeit, dem Enyaq einen individuellen Touch zu verpassen. Auffällig sind die stark konturierte Motorhaube, das in der Breite stark betonte Heck, und vor allem der beleuchtete Kühlergrill - wenngleich die kristallgleichen Längsstreben hierzulande lediglich im Stand strahlen dürfen. Skoda hat natürlich auch seine typischen Simply-Clever-Lösungen ins E-Zeitalter übertragen und unter anderem einen Ladekabel-Reiniger entwickelt.

Viel Kraft, aber nicht schnell

Skoda hält eine erstaunlich große Antriebs-Palette bereit; auch hier profitieren die Tschechen von der modularen Baukasten-Architektur. Die Basis-Version Enyaq 50 iV fährt mit einem 150 PS starken E-Motor, Heckantrieb und einem 55-Kilowattstunden-Akku vor, der genug Strom für 340 Kilometer speichern soll. Im zweiten Schritt (Enyaq 60 iV) packt Skoda einen Akku-Riegel an die von den Ingenieuren "Schokoladentafel" genannte Batterie ran und steigert die Kapazität so auf 62 Kilowattstunden. Die Reichweite steigt auf 390 Kilometer, dazu gibt es einen 180 PS-Motor.

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In der RS-Version soll der E-Motor im Skoda Enyaq iV 306 PS leisten.

(Foto: Skoda)

Stärkstes 2WD-Modell ist der Enyaq 80 iV mit 204 PS und einer 82-Kilowattstunden-Batterie, die für bis zu 510 Kilometer gut sein soll. In Kombination mit dem großen Akku-Pack bietet Skoda allerdings auch noch zwei Allrad-Versionen an, bei denen ein zusätzlicher E-Motor an der Vorderachse mitarbeitet. Motorenseitig leisten die 4x4-Modelle entweder 265 PS (Enyaq 80x iV) oder als sportliche Enyaq-RS-Version 306 PS. Letztgenannter darf bis zu 1,4 Tonnen an den Haken nehmen und soll den Enyaq in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 bringen. Die RS-Vmax liegt bei Tempo 180, die anderen werden höchstens 160 km/h schnell.

Apropos schnell: Ausreichend flott geht auch das Laden. Eine entsprechende 125-Kilowatt-Gleichstrom-Ladesäule vorausgesetzt, kann der Enyaq den 82-kWh-Akku in 38 Minuten zu 80 Prozent mit Strom vollpumpen. An einer AC-Wallbox saugt das SUV mit bis zu 11 kW Strom. Typisch für die Marke: Den Ladeanschluss für Zuhause kann man gleich bei Skoda mitbestellen. Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass die Kinderkrankheiten, die den VW ID.3 bis dato ordentlich ausgebremst haben, dem Enyaq erspart bleiben.

Quelle: ntv.de, Michael Gebhardt, sp-x