Ölverlust, Licht, BremsenTÜV findet Mängel an jedem fünften Bus

Fast 90.000 Busse sind in Deutschland zugelassen - und viele von ihnen kommen nicht ohne Beanstandung durch die Hauptuntersuchung. Der TÜV beklagt eine schlechte Pflege der Fahrzeuge durch die Unternehmen. Die weisen dies scharf zurück - und zeigen auf die Hersteller.
Erhebliche oder gar gefährliche Mängel: In den vergangenen beiden Jahren ist bei der Hauptuntersuchung jeder fünfte Reise- oder Linienbus durchgefallen. Damit seien die Mängelquoten zum zweiten Mal in Folge "kräftig" gestiegen, erklärte der TÜV-Verband. Insbesondere jüngere Fahrzeuge schneiden demnach bei den Prüfungen schlechter ab. Häufigster Mangel ist laut TÜV Ölverlust an Motor oder Antrieb - das könne bei Unfällen brandbeschleunigend wirken. Weitere Schwachstellen bei Bussen sind demnach Beleuchtungsmängel und Mängel an der Bremsanlage.
Der TÜV-Verband sieht einen Grund im "erheblichen wirtschaftlichen Druck", unter dem Unternehmen der Personenbeförderung stehen. Dies führe offenbar dazu, "dass sie der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen". Das gehe "über kurz oder lang zulasten der Verkehrssicherheit".
Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen wies diese "aus der Luft gegriffene und tendenziöse Behauptung" entschieden zurück. Sicherheit habe für die Unternehmen oberste Priorität, betonte Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. Den Anstieg der Mängelquote sieht der Verband vielmehr als Folge der zunehmenden technischen Komplexität moderner Fahrzeuge.
Der TÜV-Verband wertete für seinen Omnibus-Report rund 67.000 Hauptuntersuchungen (HU) der TÜV-Organisationen in den Jahren 2024 und 2025 aus. 19,2 Prozent der Busse hatten demnach Mängel - das waren 5,1 Prozentpunkte mehr als in den Jahren 2022 und 2023. Bei den jüngeren Fahrzeugen falle bereits jeder zehnte Bus nur ein Jahr nach der Neuzulassung durch. Dieser Anteil liegt laut Verband doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.
"Wenn zehn Prozent der neuen Busse nach einem Jahr durch die HU fallen, dann ist das systemisch bedingt", erklärte der Omnibusverband. Die Unternehmen erwarteten "Top-Produkte", die den hohen Qualitätsstandards entsprechen. "Hier besteht offensichtlich Nachholbedarf."
Fahrzeuge für die Personenbeförderung müssen einmal pro Jahr zur HU. Ab dem dritten Jahr nach der Neuzulassung findet alle drei Monate eine Sicherheitsprüfung statt, sofern nicht die HU ansteht, wie der TÜV-Verband erläuterte. Das Durchschnittsalter von Bussen liegt demnach laut Kraftfahrt-Bundesamt aktuell mit 8,3 Jahren auf dem Niveau des Vorjahres.
Zum 1. Januar 2026 ist der Bus-Bestand in Deutschland den Angaben zufolge um 2,3 Prozent auf rund 87.500 Fahrzeuge gestiegen. Das sei ein historischer Höchststand.