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Teures Öl, schwache Auslastung Airlines in der Kostenfalle

Die Fluggesellschaften schlagen Alarm. Die Branche steht an mehreren Fronten unter massivem Druck. Die sich abschwächende Konjunktur bremst die Nachfrage nach Flügen, die Auslastung der Flugzeuge sinkt spürbar. Vor allem aber macht den Airlines der hohe Ölpreis zu schaffen, der die Kosten für Flüge in die Höhe treibt.

Der hohe Ölpreis wird die gesamte Luftfahrtindustrie nach Einschätzung des Weltflugverbands IATA in diesem Jahr Milliarden kosten. Falls sich der Ölpreis weiterhin bei 135 Dollar bewege, werde die Branche 6,1 Mrd. US-Dollar verlieren, teilte der Verband am Rande seiner Jahresversammlung mit.

Erschwerend hinzu kommen nach Angaben des Verbandes die Wirtschaftslage in den USA und die Kosten für neue Flugzeuge, die in den kommenden Monaten ausgeliefert werden sollen. Die Passagierzahlen werden demnach im besten Fall um etwa vier Prozent steigen. Im Jahr zuvor kletterten die Fluggastzahlen noch um knapp sechs Prozent. Der Ausblick für 2008 sei "wolkenverhangen", hieß es.

Europas Airlines waren zu optimistisch

Bei den europäischen Fluggesellschaften hinterlassen die hohen Kosten deutliche Bremsspuren. Die Auslastung ihrer Maschinen sinkt, steigende Treibstoffkosten treiben die Ticketpreise in die Höhe. Im April blieb durchschnittlich jeder vierte Platz in den Maschinen unbesetzt. Nach der Sommersaison dürften etliche Airlines ihr Angebot drastisch einschränken, kündigte der Verband der Europäischen Fluggesellschaften (AEA) an.

Die Auslastung sank den Angaben zufolge im April um deutliche 2,7 Prozentpunkte unter den Wert des gleichen Vorjahresmonats. Sie habe zuletzt nur noch bei 74,8 Prozent gelegen, teilte der Verband mit. Der Verkehr sei auf nationalen Routen um 1,6 Prozent und im Nordatlantik-Verkehr um 2,7 Prozent geschrumpft. Bisher boomende innereuropäische Strecken wuchsen schwächer als bisher.

Zwar nahm der Verkehr der AEA-Mitglieder in den ersten vier Monaten insgesamt noch zu: Bereinigt um den Schaltjahr-Tag im Februar lag das Plus der Passagierkilometer im Jahresvergleich bei 2,3 Prozent. Doch hatten die Unternehmen mehr erwartet und ihre Kapazitäten um 5,2 Prozent ausgeweitet. Die Auslastung sei deshalb "alarmierend", erklärte der Verband. Sie sei im April in allen angeflogenen Regionen gesunken.

Als Gründe nennt die AEA die wirtschaftliche Lage: Die weltweite Abkühlung der Konjunktur und die Kreditkrise hätten die Zuversicht der Unternehmen und ihre Reisetätigkeit gebremst. Auch sinke wegen der Teuerung das verfügbare Einkommen schwer. Zudem hätten die Fluggesellschaften ihre Ticketpreise anheben müssen, um steigende Treibstoffkosten aufzufangen, klagte der Verband.

Die Lufthansa lastete ihre Maschinen nach AEA-Angaben mit 78 Prozent überdurchschnittlich aus. Ihr Rückgang lag im April nur bei 1,1 Punkten. Dagegen schrumpfte die Auslastung der portugiesischen Airline TAP um 12,2 Punkte auf 63,3 Prozent. Die krisengeschüttelte Alitalia besetzte nur noch 66,3 Prozent ihrer Plätze, was einem Rückgang im Jahresvergleich von 9,7 Punkten entspricht. Alitalia- Konkurrent Air One, mit dem die Lufthansa in Italien kooperiert, lastete seine Maschinen nicht einmal zu 60 Prozent aus - ähnlich wie die Balkan-Unternehmen JAT Airways und Croatia Airlines.

Überdurchschnittlich schrumpfte die Auslastung auch bei Rumäniens Airline Tarom (um 8,3 Punkte auf 61,1 Prozent), der belgischen Brussels Airlines (um 6,7 Punkte auf 64 Prozent), Finnair (um 6,1 Punkte auf 68,7 Prozent), der griechischen Olympic Airlines (um 6,1 Punkte auf 62,2 Prozent), der ungarischen Malev (um 5,9 Punkte auf 63 Prozent), British Airways (um 5,1 Punkte auf 71,7 Prozent) sowie der polnischen LOT (um 3,6 Punkte auf 71,1 Prozent).

Quelle: ntv.de

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