Freitag, 03. Juli 2020Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:33 Uhr

Das war Freitag, der 3. Juli 2020

Eine ganze Reihe von Neuerungen hat heute der Bundestag in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen: Grundrente, Kohleausstieg, Gesetz gegen Hasskriminalität – das sind nur einige davon. Hier geht's zur Übersicht.  

Was war heute sonst alles wichtig:

Damit verabschiede ich mich in den Feierabend und wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende!

22:08 Uhr

Feueralarm: Ryanair-Flieger aus Berlin muss in Griechenland notlanden

Ein aus Berlin kommendes Flugzeug der Airline Ryanair mit mehr als 160 Menschen an Bord hat auf dem Flughafen von Thessaloniki eine Notlandung vornehmen müssen. Grund sei ein Feueralarm gewesen, teilten die griechischen Behörden mit. Verletzt wurde niemand.

Die Maschine befand sich auf dem Weg von Berlin nach Athen. Wie die staatliche griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, hatte die Besatzung einen Feueralarm im Cockpit gemeldet. Die Rettungskräfte in Thessaloniki mussten demnach jedoch nicht eingreifen.

21:55 Uhr

Fall Khashoggi: Konsulats-Techniker musste nach Mord Ofen anfeuern

Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat die Aussage eines Mitarbeiters im saudiarabischen Konsulat ein Gericht in Istanbul beschäftigt. Weniger als eine Stunde nach Eintreffen Kashoggis in dem Konsulat in Istanbul im Oktober 2018 habe er einen Ofen im Garten anfeuern sollen, sagte Zeki Demir zum Auftakt des Istanbuler Mord-Prozesses. Er sei kurz zuvor ins Konsulat gerufen worden, erklärte der Techniker, ein lokaler Angestellter des Konsulats. "Fünf bis sechs Leute waren da. Sie forderten mich auf, den Tandur anzuzünden", sagte Demir mit Blick auf einen traditionellen Backofen. "Es herrschte Panik".

Türkischen Behörden zufolge geht die Polizei unter anderem dem Verdacht nach, dass die Mörder versucht haben, Khashoggis Leiche zu verbrennen.

Der Techniker fügte hinzu, Marmorplatten rund um den Ofen hätten eine andere Farbe gehabt, so als seien sie mit einer Chemikalie gereinigt worden. Khashoggis Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

21:20 Uhr

Lkw-Fahrer auf Autobahn überfahren - A61 gesperrt

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An dem Unfall waren drei Lkw beteiligt, einer davon ging in Flammen auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Lkw-Fahrer, der nach einem Unfall auf der Autobahn 61 sein Führerhaus verließ, ist von einem Sattelzug erfasst und tödlich verletzt worden.

Der tödliche Unfall passierte gegen 15.45 Uhr an der Baustelle bei Bedburg in Nordrhein-Westfalen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte der Fahrer mit seiner Zugmaschine am Ende des Staus hinter einem Sattelzug gestanden. Ein dritter Lastwagen habe die Zugmaschine dann hinten links touchiert, sei an einer Betonmauer am Mittelstreifen zum Stehen gekommen und in Flammen aufgegangen.

Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt, weil sich Löschschaum auch auf der Gegenfahrbahn verteilt hatte. Es sei noch nicht absehbar, wie lange die Sperrungen bestehen bleiben, hieß es.

20:44 Uhr

Edeka ruft Eier zurück - Gesundheitsgefahr möglich

Wegen einer möglichen Gesundheitsgefahr sind Freilandeier der Honerkamps Bauernmarkt KG zurückgerufen worden. Es handle sich um Eier mit der Printnummer 1-DE 0358331 mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 10.7. bis 1.8., teilen das Unternehmen und die Seite lebensmittelwarnung.de mit.

Sie wurden bei Edeka im niedersächsischen Landkreis Osnabrück und dem angrenzenden NRW-Kreis Herford verkauft.

Bei einer Untersuchung sei bei Eiern dieser Art eine Überschreitung des Höchstgehalts bestimmter dioxinähnlicher Stoffe festgestellt worden.

20:21 Uhr

Die Videos des Tages

20:00 Uhr

Löwen-Kot wird zum Verkaufsschlager in Bayern

Der Circus Krone mit Sitz in München verkauft seit dieser Woche Löwen-Kot im Einmachglas. Die Exkremente können nach Angaben des Zirkus als Hausmittel verwendet werden, um andere Tiere abzuhalten.

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Geld stinkt nicht. Löwenkot schon.

(Foto: picture alliance/dpa)

  • "Es gibt jetzt einen Riesen-Run darauf", sagte die Zirkus-Sprecherin. "Wir haben wahnsinnig viele Anfragen per E-Mail bekommen."
  • Verkauft wird der Löwen-Kot aber ausschließlich auf der "Krone-Farm" in Weßling bei Starnberg, einer Art Altersruhesitz für die Tiere, inzwischen für Besucher geöffnet. "Auf einen Versand per Post haben wir mit Rücksicht auf die Boten verzichtet", sagte die Sprecherin. "Aber für den Transport finden wir im Zweifelsfall einen Weg."
  • Die Einnahmen aus dem Verkauf kommen dem Lacey Fund zugute - einem Verein zur Verbesserung der Bedingungen in Tierhaltungen, der von Zirkus-Direktor Martin Lacey gegründet wurde.
19:19 Uhr

UFC-Champion Khabib trauert um seinen Vater - an Covid-19 gestorben

Große Trauer beim russischen UFC-Champion Khabib Nurmagomedov. Sein Vater Abdulmanap ist in einem Moskauer Krankenhaus im Alter von nur 57 Jahren nach Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Das gab der tschetschenische Präsident und Freund der Familie, Ramzan Kadyrov, in einem Statement bekannt. Nach einem schweren Herzinfarkt, einer Operation und anschließendem Koma gehörte der Förderer und Trainer des Kampfkünstlers zur Hochrisikogruppe.

Abdulmanap war in seiner Heimat Dagestan ein hochangesehener Trainer und war selbst Judoka.

Sein Sohn Khabib ist ungeschlagener UFC-Weltmeister im Leichtgewicht und bekam vor allem aufgrund seines Sieges gegen Conor McGregor im Oktober 2018 weltweite Aufmerksamkeit. Nach dem Kampf griff er McGregors Teamkollegen nach Provokationen an. Er wurde ohne Siegerehrung und unter einem gellenden Pfeifkonzert von der Polizei aus dem Stadion begleitet.

*Datenschutz

18:34 Uhr

Mann stürzt auf Flucht vor Polizei aus 4. Stock

Die Freiheit ist ihm wohl wichtiger als das eigene Leben. In Köln ist ein Mann von einem Balkon im 4. Stock gestürzt, als er offenbar vor der Polizei fliehen wollte. Eventuell hatte er versucht, sich an Baunetzen am Haus herunter zu hangeln. Der 26-Jährige wurde schwer verletzt.

  • Die Polizei wollte unter anderem einen Haftbefehl wegen Betruges gegen den Mann vollstrecken und hatte daher am Morgen an seiner Tür geklopft. Als der Verdächtige nicht öffnete, riefen die Polizisten, sie würden nun einen Schlüsseldienst holen - und gingen wieder auf die Straße.
  • "Dort wurden sie unmittelbar von einem Bürger angesprochen und auf den schwer verletzt am Boden liegenden Mann hingewiesen", hieß es in der Mitteilung.
  • Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, der Haftbefehl zunächst ausgesetzt. Die Polizei ermittelt noch, wie genau es zu dem Sturz kam.
18:25 Uhr
Breaking News

Commerzbank-Chef Zielke bietet Rücktritt an

Commerzbank-Chef Martin Zielke bietet seinen Rücktritt an. Das teilte das Geldhaus in Frankfurt mit. Der Aufsichtsrat wolle in seiner Sitzung am 8. Juli 2020 darüber entscheiden. Zugleich gab der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann seinen Rücktritt aus dem Kontrollgremium zum 3. August bekannt.

Zielke hat der Mitteilung zufolge angeboten, "auf Basis einer einvernehmlichen Aufhebung vorzeitig aus dem Vorstand auszuscheiden, falls dies aus Sicht des Aufsichtsrats im Interesse der Bank liegt". Der Präsidial- und Nominierungsausschuss habe beschlossen, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, die Bestellung von Martin Zielke spätestens zum 31. Dezember zu beenden.

Mehr dazu lesen Sie hier.
18:10 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

17:54 Uhr

BVG benennt U-Bahnhof Mohrenstraße um

Seit Langem wird in Berlin um den Namen der Mohrenstraße gestritten. Der Begriff "Mohr" sei rassistisch, so die Kritik. Aus diesem Grund haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) entschieden, "ihn nicht weiter für die Benennung des U-Bahnhofs zu verwenden", teilt das Unternehmen mit.

Künftig soll die Haltestelle Glinkastraße nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka heißen.

"Als weltoffenes Unternehmen und einer der größten Arbeitgeber der Hauptstadt lehnt die BVG jegliche Form von Rassismus oder sonstiger Diskriminierung ab", hieß es zur Begründung. Wann genau der U-Bahnhof umbenannt wird, ist noch unklar. Die BVG stehe im Austausch mit den beteiligten Behörden und Stellen, so das Unternehmen.

17:07 Uhr

Unbekannter schießt Kind in Chemnitz an: rassistischer Hintergrund?

In Chemnitz hat ein Unbekannter einen zehnjährigen Jungen angeschossen. Das Kind wurde durch ein Plastikgeschoss verletzt.

Der Zehnjährige wurde von einem Unbekannten vermutlich mit einer Druckluftwaffe angeschossen, teilt die Polizei in Chemnitz mit. Das Geschoss, eine Plastikkugel, traf den afghanischen Jungen am Bein und hinterließ eine blutende Wunde, die ambulant versorgt wurde.

Die Polizei schließt ein fremdenfeindliches Motiv des Täters nicht aus. Deshalb übernahm das Dezernat Staatsschutz der Chemnitzer Kriminalpolizei die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung.

16:23 Uhr

Lkw-Fahrer stirbt in Stau auf Autobahn

Er stoppte seinen 40 Tonnen schweren Lkw noch völlig sicher, fuhr nach Auflösung des Staus aber nicht wieder los: In Niedersachsen ist ein Lastwagenfahrer während eines Staus auf einer Autobahn hinter dem Steuer verstorben. Ein nachfolgender Lastwagenfahrer sah nach, entdeckte den leblosen 50-Jährigen und verständigte die Rettungskräfte.

Die Türen des Führerhauses waren bei dem Vorfall auf der A1 bei Achim verriegelt, sodass die Helfer Mühe hatten, an den Mann heranzukommen. Polizisten schlugen am Ende eine Seitenscheibe ein. Sechs Einsatzkräfte trugen den Bewusstlosen aus seinem Lkw und brachten ihn noch in ein Krankenhaus ins nahegelegene Bremen. Dort konnte aber nur noch dessen Tod festgestellt werden.

Der Mann war alleine im Fahrzeug, Hinweise auf ein Verbrechen gibt es nicht.

15:54 Uhr

Polizei räumt ICE zwischen Berlin und Hamburg

Einsatzkräfte der Bundespolizei haben einen ICE von Berlin nach Hamburg in Brandenburg gestoppt, die Fahrgäste herausgeholt und den Zug durchsucht.

Die Bundespolizei bestätigte den Einsatz, will aber aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Details nennen.

Ein Mitreisender berichtete der dpa, dass die Polizisten in dem ICE nach einer Person suchten. Alle Passagiere wurden zunächst auf einen Parkplatz am Bahnhof von Friesack westlich von Berlin gebracht und mussten kurz darauf das Gelände verlassen.

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15:20 Uhr

Mann überfährt Ehefrau und erschlägt sie mit Axt - lebenslange Haft

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Der Mörder wird mindestens 15 Jahre hinter Gittern verbringen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er fuhr seine getrennt von ihm lebende Frau mit einem Auto an und schlug dann mit einer Axt und einem Beil auf die bereits tödlich verletzte 31-Jährige ein.

Wegen Mordes mitten in Limburg im Oktober 2019 wurde der 34-Jährige nun zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht der hessischen Stadt erkannte in seinem Urteil außerdem eine besondere Schwere der Schuld, damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

Das Paar, das mit den beiden gemeinsamen Kindern im benachbarten Rheinland-Pfalz gelebt hatte, hatte sich kurz zuvor getrennt. Die Frau war daraufhin mit den Kindern in ein Frauenhaus in Limburg gezogen. Die Ermittler hatten in der Trennung das Motiv für die Tat gesehen.

14:49 Uhr

Fall Maddie: "Kein dringender Tatverdacht" gegen Christian B.

Im Vermisstenfall Madeleine McCann sieht die Staatsanwaltschaft Braunschweig "keinen dringenden Tatverdacht" gegen Christian B. Das sagte Staatsanwalt Christian Wolters dem "Spiegel". Bei den Ermittlungen gibt es demnach keinen Zeitdruck, da der Beschuldigte laut Wolters "wegen anderer Delikte mindestens bis Anfang 2021 in Haft bleibt."

Die Ermittler gehen davon aus, dass B. das damals drei Jahre alte Mädchen im Jahr 2007 in Portugal verschleppt und getötet hat.

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14:30 Uhr

Schichtwechsel

Vivian Micks verabschiedet sich in den Feierabend, ich wünsche ihr ein schönes Wochenende. Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen entspannten Freitagnachmittag. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich begleite Sie bis zum späten Abend durch den "Tag", los geht's!

14:20 Uhr
Breaking News

Deutscher Menschenrechtler Steudtner in Türkei freigesprochen

Der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner ist in der Türkei von Terrorvorwürfen freigesprochen worden. Auch sein schwedischer Kollege Ali Gharavi erhielt Freispruch, wie das Gericht am Freitag in Istanbul entschied.

Mehr dazu lesen Sie hier.
14:01 Uhr

Abgeordnete dicht gedrängt bei Hammelsprung im Bundestag

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Ohne Maske, ohne Abstand - ohne Worte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Autsch! So schaut korrektes Verhalten in Corona-Zeiten nicht aus: Bei einem Hammelsprung wurden im Bundestag die Abstandsregeln vorübergehend außer Kraft gesetzt. Dicht gedrängt waren viele Abgeordnete, als sie durch die drei Türen für Ja, Nein und Enthaltung gingen. Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki wies mehrfach auf die Abstandsregeln hin. "Die Bundestagsverwaltung hält auch noch Mund- und Nasenschutz bereit für diejenigen, die darauf zurückgreifen wollen." Was aber nicht allzu viele Abgeordnete wollten. Der Hammelsprung war angesetzt worden, weil bei der Abstimmung per Handheben über den Kohleausstieg Unsicherheit über die Mehrheitsverhältnisse herrschte. Bei dem aufwändigen Verfahren müssen erst mal alle Abgeordneten den Saal verlassen, um dann durch eine der drei Türen wieder zurückzukehren. Heraus kam, dass der Gesetzentwurf mit eindeutiger Mehrheit angenommen wurde.

Apropos Kohleausstieg. Was sagen Sie eigentlich zu dem beschlossenen Gesetzentwurf?

*Datenschutz

13:21 Uhr

Explosionen in Feuerwerksfabrik - Menschen eingeschlossen

In einer Fabrik für Feuerwerkskörper in der Türkei hat es in der Nähe von Istanbul mehrere Explosionen gegeben. Das Schlimmste: Weil es fortlaufend Explosionen gebe, könnten Rettungskräfte nicht einschreiten. 150 bis 200 Menschen sind deshalb in der Fabrik eingeschlossen, berichtet der Gouverneur der westtürkischen Provinz Sakarya. Laut dem Gouverneur wurden zehn Verletzte im Krankenhaus behandelt. Fernsehbilder von vor Ort zeigten dichte Rauchwolken und Feuerwerk am Himmel. Immer wieder waren laute Explosionen zu hören. Einsatzkräfte der Katastrophenschutzbehörde Afad seien vor Ort, die Gegend sei abgesperrt worden, hieß es.

Update: Mindestens zwei Menschen sind getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden, bestätigt Gesundheitsminister Fahrettin Koca.

12:46 Uhr

Sexarbeiter demonstrieren mit Sexpuppen gegen Corona-Auflagen

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Eine klare Aussage an den Staat.

(Foto: imago images/Jochen Eckel)

Noch immer ist Prostitution in Deutschland verboten. In so manchem Nachbarland haben Bordelle dagegen schon wieder geöffnet. Die Sexarbeiterbranche geht deswegen jetzt mit Plakaten und Sexpuppen auf die Straße. Die Branche werde in die Illegalität getrieben, hieß es auf Transparenten und brauche finanzielle Unterstützung. Dass es keine Lockerungen gebe, sei sowohl für den Berufsverband der Sexarbeiter als auch für Bordellbetreiber unverständlich, hieß es in einer Erklärung. Denn andere Branchen mit körpernahen Dienstleistungen wie Massagesalons, Tantra-Institute, Tattooläden oder Saunen dürften wieder öffnen. Auch für Sexarbeit seien in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern bereits Hygienekonzepte erarbeitet worden. Nachbarländer wie Österreich oder die Niederlande haben Sexarbeit inzwischen wieder erlaubt - allerdings nur mit Maske. In Deutschland prüfen einzelne Bundesländer bereits Möglichkeiten für Lockerungen - darunter Thüringen.

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12:10 Uhr

Vier Rathäuser wegen Bombendrohungen geräumt

Aufgrund einer Welle von Bombendrohungen mussten vier deutsche Rathäuser die Gebäude räumen und von der Polizei nach Sprengstoff und ähnlichem untersuchen lassen. Betroffen waren der "Bild"-Zeitung zufolge Augsburg, Essen, Leipzig und Mannheim.

  • Das Neue Rathaus Leipzig musste wegen einer anonymen Bombendrohung in der Nacht geräumt werden. Rund 200 Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg. Die Drohung sei per E-Mail eingegangen. Die Rede war von einer Bombe. Die Polizei konnte bei einer Durchsuchung allerdings nichts Verdächtiges finden.
  • Auch das Augsburger Rathaus wurde geräumt. Polizei und Sprengstoffspürhunde waren im Einsatz. Auch in diesem Fall kam nachts eine E-Mail. Zu den Inhalten wollte sich die Stadt nicht äußern.
  • Das Rathaus in Essen wurde laut einem Tweet komplett geräumt. Mittlerweile gibt es dort wieder Entwarnung.
  • In Mannheim ging ebenfalls eine Bombendrohung ein, wonach das Rathaus mit 60 Mitarbeitern geräumt wurde. Sprengstoffspürhunde konnten nichts finden.
    Ob die Drohungen zusammenhängen, ist nicht bekannt. Naheliegend allemal.
12:09 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

11:36 Uhr

Schönheits-OPs an Augen erleben wegen Maske einen Boom

"Die Maskenpflicht verändert den Blick in den Spiegel", berichtete der Schönheitschirurg Karl Schuhmann bei einer Tagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Düsseldorf. Schuld ist daran die Corona-Krise: Vor der Maskenpflicht habe sich der Blick auf das ganze Gesicht gerichtet, jetzt konzentriere sich die Aufmerksamkeit mehr auf die Augenpartie, erklärte der Tagungspräsident. "Lidstraffungen erleben durch Corona einen Boom." Auch Lippenkorrekturen würden in den Praxen deutlich stärker nachgefragt, was der Chirurg ebenfalls auf die Maskenpflicht zurückführt. "Lippenkorrekturen können kurzfristig zu blauen Flecken, Rötungen oder Schwellungen führen. Eine Maske verdeckt Schwellungen nach einer Lippenkorrektur." Und dank der viel berichteten Gewichtszunahme während des Lockdowns liegen auch Fettabsaugungen voll im Trend - bei Männern und Frauen gleichermaßen.

11:09 Uhr

15-Jähriger fährt mit geklautem Kennzeichen auf Autobahn

Bei einer Kontrolle auf der A2 ist ein 15-Jähriger am Steuer eines Autos erwischt worden. Der Wagen fiel in der Nacht zum Freitag in der Nähe von Braunschweig auf, weil sein Kennzeichen als gestohlen gemeldet war, wie die Polizei sagt. Beamte der Autobahnpolizei hielten das Auto daraufhin in Peine an. Der 15-Jährige am Steuer stammt aus Haldensleben in Sachsen-Anhalt. Die Polizisten nahmen ihn mit zur Dienststelle, wo er von seinen Eltern abgeholt wurde. Woher das Fahrzeug und Kennzeichen stammten, müsse noch ermittelt werden. Den Jugendlichen erwartet nun ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Ob gegen ihn auch wegen Diebstahls ermittelt werde, sei noch unklar.

10:48 Uhr

Erste "Terror"-Beschuldigung in Hongkong unter neuem Sicherheitsgesetz

Das neue Gesetz ist erst vor drei Tagen in Kraft getreten. Nun gibt es bereits den ersten Vorwurf: Die Hongkonger Polizei hat erstmals unter dem neuen Sicherheitsgesetz "Terror"-Vorwürfe gegen einen 24-Jährigen erhoben. Der Mann werde zudem der "Anstachelung zur Abspaltung" beschuldigt, teilte die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone mit. Der Mann soll während Protesten gegen das Sicherheitsgesetz am Mittwoch mit seinem Motorrad in eine Gruppe Polizisten gefahren sein, heißt es aus Polizeikreisen. Drei Beamte seien dabei verletzt worden. Das neue Gesetz schränkt die Bürgerrechte in Hongkong massiv ein. Es erlaubt den chinesischen Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit bedrohen. Heftige Kritik gab es dabei vor allem aus den USA und Großbritannien. In Hongkong wurden an den Tag, an dem das Gesetz in Kraft trat, doppelt so viele Menschen verhaftet.

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10:17 Uhr

Sexueller Übergriff nahe Berlin: Zusammenhang zu anderen Fällen?

Die Fälle häufen sich: Erneut hat ein Mann eine Frau in der Nähe von Berlin angegriffen. Nach mehreren Sexualstraftaten in Berlin und Umgebung prüft die Polizei einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Am Donnerstagabend wurde eine 35 Jahre alte Frau nach eigenen Angaben in Oranienburg bei Berlin vergewaltigt. Die Suche mit Fährtenhund und Polizeihubschrauber sei bislang ohne Erfolg geblieben. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Am Sonntagabend soll eine 27 Jahre alte Joggerin im Wald zwischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) und Berlin vergewaltigt worden sein. Dabei werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Potsdam auch mögliche Zusammenhängen zu weiteren Sexualstraftaten in Berlin geprüft. Am 22. Juni sei es demnach im Bereich des Wannsees zu einer Vergewaltigung gekommen. Drei Tage später habe ein Zeuge eine weitere Sexualstraftat im Waldweg in der Nähe des Teufelsbergs gemeldet. Polizisten hätten dort aber weder Täter noch Opfer gefunden.

09:51 Uhr

Merkel trägt nun doch eine Maske

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Darf ich präsentieren: Das erste Foto von Merkel mit Maske. Sie wählt schwarz, Haseloff weiß.

(Foto: picture alliance/dpa)

Angela Merkel wirbt eindringlich für den Mund-Nase-Schutz im Kampf gegen die Corona-Krise - und trotzdem bekam man sie mit Maske noch nicht einmal zu Gesicht. Beim Auftritt mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf Schloss Meseberg hat die Kanzlerin am Montag eine ganz simple und pragmatische Antwort parat. "Wenn ich die Abstandsregeln einhalte, brauche ich die Maske nicht aufzusetzen. Und wenn ich sie nicht einhalte und ich zum Beispiel einkaufen gehe, dann treffen wir uns nicht, offensichtlich", entgegnet sie schmunzelnd einer Journalistin, die wissen will, warum man Merkel noch nie mit Maske gesehen habe. "Sonst hätten Sie mich auch schon mit Maske sehen können. Ich verrate Ihnen aber nicht, wann ich wo einkaufen gehe", setzt Merkel noch hinterher. Und dann: "Es wird auch andere Gelegenheiten geben, wo ich sicherlich noch mit Maske zu sehen sein werde." Na bitte, da ist das Foto auch schon: Merkel mit Maske in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff.

09:40 Uhr
Breaking News

Frankreichs Regierung tritt zurück

Der Schritt wurde erwartet: Die französische Mitte-Regierung unter Premierminister Édouard Philippe ist komplett zurückgetreten. Das teilte der Präsidentenpalast in Paris mit. Präsident Emmanuel Macron will seine Politik neu ausrichten und plant deshalb eine Umbesetzungen in der Regierung.

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09:12 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:58 Uhr

UN suspendiert Mitarbeiter nach Sex-Video im Auto

Ein heikles Video schockierte vor wenigen Tagen die UN. Ein Mitarbeiter soll auf dem Rücksitz eines weißen Geländewagens mit UN-Zeichen Sex mit einer Frau gehabt haben. Dabei wurde er dummerweise gefilmt. Nach dem Auftauchen des Sex-Videos haben die Vereinten Nationen jetzt zwei Mitarbeiter in Israel vorläufig suspendiert. Interne Ermittlungen hätten ein Fehlverhalten der beiden ergeben, "auch sexueller Art", teilte ein UN-Sprecher mit. Sie gehören der in Jerusalem ansässigen UN-Mission zur Wahrung des Waffenstillstandes im Nahen Osten an. Das in den sozialen Medien aufgetauchte Video von letzter Woche soll auf einer Straße in Tel Aviv aufgenommen worden sein. Auf dem Rücksitz des Wagens ist ein Mann zu erkennen, auf dessen Schoß eine Frau in einem roten Kleid saß. Der Mann umgreift mit seinen Händen fest ihren Hintern. Auf dem Beifahrersitz ist ein weiterer Mann zu erkennen. Die Aufnahmen sind besonders heikel, da sich die UN entschieden gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung einsetzt. In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt entsprechende Vorwürfe gegen UN-Personal gegeben.

08:27 Uhr

Zug stößt mit Kuh und Kälbchen zusammen

Wie die Tiere auf die Gleise geraten konnten, ist noch ein Rätsel. Traurig ist es allemal. Denn durch einen Zusammenprall mit einem Zug starben eine Kuh und ihr Kälbchen. Sie standen in Rheinland-Pfalz zwischen Imsweiler und Rockenhausen auf den Gleisen als der Zug mit ihnen kollidierte. Die Bahn sprang bei dem Zusammenstoß aus den Gleisen, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Fahrgäste wurden allerdings nicht verletzt. Die Kuh hingegen wurde durch die Wucht des Zusammenpralls getötet. Das Kalb erlitt so schwere Verletzungen, dass es noch an der Unfallstelle eingeschläfert wurde. Die Zugstrecke zwischen Kaiserslautern und Bingen war die ganze Nacht über gesperrt.

07:59 Uhr

Sonne-Wolken-Mix: Nicht überall kehrt Sommer zurück

Heute bleibt es an den Alpen sowie im Nordwesten und Norden wolkig oder wechselhaft und zeitweise fällt Regen oder Nieselregen. Ansonsten sieht es deutlich besser aus. Denn bei einem Mix aus Sonne und Wolken bleibt es meistens freundlich und trocken. Die Temperaturen liegen häufig zwischen 20 und 25 Grad. Lediglich der Alpenrand bleibt bei 18 Grad frischer. Dazu weht schwacher, im Nordwesten mäßiger und über der Nordsee teilweise frischer bis stürmischer Wind aus Südwest bis West.

Die weiteren Aussichten bringen am Wochenende im Nordwesten ebenfalls einen teils kräftigen Wind und immer wieder Wolken mit Schauern. Richtung Süden und Osten dominiert dagegen länger die Sonne und das zeigen auch die Temperaturen. In der Südosthälfte ist es sommerlich bei 23 bis 28 Grad. Im Nordwesten sind hingegen maximal 19 bis 22 Grad möglich.

Björn Alexander

Björn Alexander

Last but not least hier noch die Wassertemperaturen in einigen Badeseen: 23 Grad vermeldet der Berliner Wannsee, 22 Grad sind es beispielsweise im Bodensee, im Chiemsee, in der Müritz oder im Edersee in Hessen und der Bostalsee im Saarland hat derzeit 21 Grad. Damit wünsche ich Ihnen einen guten Start in den Tag und ein entspanntes Wochenende.

Ihr Björn Alexander

07:19 Uhr

Heil kritisiert Gabriel mit Worten seiner Mutter

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sagt es mit den Worten seiner Mutter. Auch er kritisiert den ehemaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel wegen dessen Beratervertrag für den Fleischkonzern Tönnies. "Das, was er jetzt macht, ist wahrscheinlich legal. Legitim? Darüber muss man diskutieren. Ich sage es mal in den Worten meiner Mutter: Es gibt Situationen, da kommt mir das Gefühl, so was macht man nicht", sagte Heil bei "Bild". Gabriel müsse das selbst entscheiden. "Ich bedauere das. Meine Mutter lebt leider nicht mehr. Sie hat Sigmar Gabriel immer sehr gerne gemocht. Die hätte ihm jetzt wahrscheinlich gesagt: Warum machst Du das?" Ähnlich reagierte Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. In der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" sagte sie, sie verstehe die Entscheidung Gabriels nicht. "Das geht gar nicht und ich glaube, das weiß Sigmar Gabriel selbst auch." Seit Donnerstag ist bekannt, dass Gabriel von März bis Mai 2020 für das Unternehmen als Berater tätig war - für ein stolzes Sümmchen von 10.000 Euro im Monat (plus Reisekosten). Verstehen kann er die Kritik allerdings nicht. In dem Fleischkonzern im westfälischen Kreis Gütersloh hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Dabei kamen auch die schlechten Arbeitsbedingungen im Unternehmen ans Licht.

07:10 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich wünsche Ihnen einen schönen Morgen. Heute geht es weiter mit der Aufregung um Sigmar Gabriels Kurz-Engagement im Fleischkonzern Tönnies. Im Bundestag wird über die umstrittene Wahlrechtsreform debattiert und der deutschen Industrie steht ein historischer Tag bevor: Bundestag und Bundesrat machen den Weg frei für den Kohleausstieg. Hier zur weiteren Übersicht:

  • Der Bundesrat will endgültig den Weg für die Grundrente frei machen. Nach der Zustimmung des Bundestags stimmt auch die Länderkammer über den Zuschlag für rund 1,3 Millionen Rentner mit kleinen Bezügen ab.
  • Der Bundestag debattiert um 12.15 Uhr über die umstrittene Wahlrechtsreform, die ein weiteres Anwachsen des bereits 709 Abgeordnete zählenden Parlaments verhindern soll. Bisher gibt es dafür nur einen gemeinsamen Gesetzentwurf von FDP, Grünen und Linken. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD ringen noch um eine gemeinsame Position.
  • Europäische Zulassung von Remdesivir für Covid-19 erwartet Brüssel: Der Wirkstoff Remdesivir bekommt voraussichtlich in der Europäischen Union die Zulassung zur Behandlung schwerer Covid-19-Erkrankungen. Vorausgegangen war eine entsprechende Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA.
  • Mehr als anderthalb Jahre nach dem Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi beginnt in der Türkei ein Prozess gegen 20 Angeklagte. Hauptbeschuldigte sind nach Angaben der Istanbuler Staatsanwaltschaft zwei ehemalige Berater des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

In Berlin protestieren Klimaschützer heute gegen den Kohleausstieg. Bis spätestens 2038 sollen alle Braun- und Steinkohlekraftwerke vom Netz. Das ist zwar gut fürs Klima, dauert nur viel zu lange, klagen Kritiker. Greenpeace spricht gar von einem "historischen Fehler".

Es ist der letzte Tag vor dem überaus warmen Wochenende, den schaffen wir auch noch. Mein Name ist Vivian Micks und ich begleite Sie durch die erste Hälfte des Tages mit Nachrichten. Anregungen, Kritik oder gar Lob gerne an vivian.micks[at]nama.de. Schnappen Sie sich ihren Kaffee oder Tee und los geht's!

06:25 Uhr

Bewaffneter Soldat bricht in Trudeaus Amtssitz ein

In Kanada ist ein bewaffneter Soldat unerlaubt in die Residenz des Premierministers Justin Trudeau eingedrungen. Der Mann soll laut Polizei zunächst das Tor des Gelände mit seinem Fahrzeug demoliert haben. Weil das Auto danach so schwer beschädigt war, ist er zu Fuß weitergegangen. Weit kam er nicht - kurz darauf wurde er von der Polizei auch schon gefasst und festgenommen. Glück für den Minister: Trudeau und seine Familie waren zu dem Zeitpunkt nicht zuhause. Auf dem Gelände der Rideau Hall wohnt auch die Generalgouverneurin von Kanada, Julie Payette. Sie ist die offizielle Repräsentantin der britischen Königin Elizabeth II. in dem Commonwealth-Staat. Warum der Soldat eingebrochen ist, ist unklar. Die Polizei und das Verteidigungsministerium leiten dazu eine gemeinsame Untersuchung ein.

06:03 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht