mit Heidi UlrichDas war Freitag, der 3. Mai 2024
Liebe Leserinnen und Leser,
zum Schluss blicken wir wie immer auf den Tag zurück. Angefangen bei den Unwettern, die zwar in Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg Schäden angerichtet haben, aber zum Glück nicht zu einer Katastrophe wie im Sommer vor drei Jahren geführt haben.
Unwetter in Deutschland: Ahrtal kommt mit dem Schrecken davon
Einsatz um Göring-Eckardt: Polizei verfolgt Hinweise auf mangelnden Schutz von Politikerin
Ausweitung der Angriffe: Huthis wollen auch Schiffe im Mittelmeer ins Visier nehmen
Erdogan hat ein Problem: Die Türkei leidet unter Mega-Inflation
"Wird behindert, das ist Fakt": Wie ein Amt den Windkraft-Ausbau in MV verhindert
Vertrag wird nicht verlängert: Klub-Ikone Marco Reus verlässt Borussia Dortmund
Finanzlücke bei Handballern: HSV erleidet Lizenzschock, Zwangsabstieg droht
Not-OP bei Ex-Dschungelcamper: Schauspieler Heinz Hoenig liegt im Koma
Tore aberkannt, ganz später Sieg: HSV vermasselt Pauli den vorzeitigen Aufstieg dramatisch
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende mit schönen Erlebnissen!
Simon Morzé gewinnt Deutschen Filmpreis
Die Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin läuft noch, aber zum Beispiel der Preis für den besten männlichen Hauptdarsteller ist schon vergeben worden. Darüber kann sich Simon Morzé freuen, der für seinen Auftritt im Historiendrama "Der Fuchs" geehrt wird. Zur besten Nebendarstellerin wird Adele Neuhauser für ihre Rolle im Film "15 Jahre" gekürt. Der Preis für das beste Drehbuch geht an die Regisseurin Ayşe Polat und ihren Politthriller "Im toten Winkel", der sich um die Schwierigkeiten einer Crew dreht, die im Nordosten der Türkei einen Dokumentarfilm drehen will und dabei beobachtet wird. Und etwas später am Abend wird auch die Goldene Lola vergeben - an das Drama "Sterben" von Matthias Glasner um eine zerrüttete Familie. In dem Drama spielt Corinna Harfouch die Hauptrolle, die als beste weibliche Hauptdarstellerin glänzt.
Auto stürzt von Brücke und wird von Zug erfasst
Im Großraum Paris ist ein Auto erst von einer Brücke auf Bahngleise gestürzt und dann von einem durchfahrenden Regionalzug gestreift worden. Laut der Bahngesellschaft SNCF ist der Autofahrer schwer verletzt, den Zuggästen ist hingegen nichts passiert. Das Auto war in der Nähe des Bahnhofes Choisy-le-Roi südlich von Paris unterwegs gewesen. Als der 18-jährige Fahrer über die Brücke fuhr, die über die Schienen führt, habe er nicht mit einer Kurve gerechnet, meldet der Sender France 3 und beruft sich auf die Polizei. Das Auto habe daraufhin die Leitplanke durchbrochen und sei fünf Meter in die Tiefe gestürzt. Der 18-Jährige habe das Auto verlassen können, bevor es von dem mit niedriger Geschwindigkeit fahrenden Zug seitlich erfasst worden sei.
AfD-Politiker Krah sagt erneut Wahlkampfauftritt ab
Der umstrittene AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Maximilian Krah, hat seine Teilnahme am Wahlkampfauftakt der AfD in Hessen heute Abend abgesagt. Dies sei schon vor mehreren Tagen ohne Angabe von Gründen geschehen, sagte ein hessischer Parteisprecher. Krah sei nicht ausgeladen worden. Der Wahlkampfauftakt im Bundesland war in Neu-Anspach im Hochtaunuskreis unter anderem mit der hessischen AfD-Kandidatin Christine Anderson geplant. Krah war zunächst nicht zu erreichen.
Der EU-Parlamentarier steht wegen möglicher Russland- und China-Verbindungen sowie der Festnahme eines Mitarbeiters wegen Spionage-Verdachts in der Kritik. Auch den Wahlkampfauftakt der AfD mit ihrer Bundesspitze am 27. April im baden-württembergischen Donaueschingen hatte Krah kurzfristig abgesagt. Am 1. Mai trat er allerdings in seinem Heimatbundesland Sachsen in Chemnitz und Dresden wieder auf.
Armee: 24-jähriger Israeli von Hamas ermordet
Bisher waren die israelischen Behörden davon ausgegangen, dass der Israeli Eliakim Livman als eine von etwa 250 Geiseln von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurde. Nun gibt die Armee bekannt, dass der 24-Jährige tot in Israel aufgefunden worden sei. Livman sei beim "Massaker vom 7. Oktober" ermordet worden. Er habe als Sicherheitskraft auf dem Nova-Festival in Südisrael gearbeitet, als die Hamas dort angriff, teilt die Armee mit. Israelische Medien berichten, Livman sei versehentlich mit weiteren Opfern der Hamas-Attacke auf das Festival begraben worden. "Nach mehr als 200 Tagen und Nächten der Suche, Sorgen, Gebete und der Tränen Zehntausender Menschen in Israel haben wir mit großer Traurigkeit erfahren, dass unser geliebter Sohn nicht mehr unter den Lebenden weilt", sagt seine Familie. Zuvor hatte die Armee den Tod eines weiteren Israeli bestätigt. Die Hamas habe den 49-Jährigen am 7. Oktober getötet und seine Leiche in den Gazastreifen verschleppt, teilte der Kibbuz Be'eri mit, in dem der 49-Jährige gelebt hatte.
HSV-Handballern droht Zwangsabstieg, weil sie keine Lizenz für die Bundesliga erhalten
Die Handballer des HSV Hamburg haben keine Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison erhalten. Die unabhängige Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga verweigerte dem HSV am Freitag die Erteilung der Spielberechtigung für die Saison 2024/25, weil die Hamburger den geforderten Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht fristgemäß erbracht hatten. Dies teilte die HBL mit.
Der Tabellen-Achte hat gegen diesen Beschluss frist- und formgemäß Beschwerde eingelegt. Diese liegt dem HBL-Präsidium zur weiteren Entscheidung vor. "Wir sind uns sicher, dass wir die Bedingung erfüllt haben", sagte HSV-Geschäftsführer Sebastian Frecke. Sollte es bei der Lizenzverweigerung bleiben, können die Hamburger noch das verbandsinterne Schiedsgericht anrufen. Sollte es beim Lizenzentzug für den HSV bleiben, würde das Team von Trainer Torsten Jansen als Absteiger feststehen. In diesem Fall müsste nur der Tabellenletzte der Bundesliga den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der Tabellen-17. würde im Oberhaus bleiben.
Bericht: Essener Grünenpolitiker wird bei Spaziergang geschlagen
Ein Essener Grünenpolitiker soll bei einem Spaziergang attackiert worden sein. Darüber berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf den Politiker selbst, Rolf Fliß, sowie auf Polizeiangaben. Demnach passierte der Angriff gestern Abend, als Fliß mit einem anderen Grünen-Politiker spazieren ging. Es soll sich dabei nach "Spiegel"-Informationen um den Bundestagsabgeordneten Kai Gehring handeln. Mehrere Personen aus einer Gruppe sollen Fliß zunächst beleidigt haben. Einer von ihnen soll Fliß dann mit der flachen Hand gegen Hals und Stirn geschlagen haben. Fliß sei vor Ort medizinisch behandelt worden, heißt es weiter. "Ich wurde arglos, heimtückisch angegriffen und brutal ins Gesicht geschlagen", sagt er dem Magazin.
Erst am Samstag war die Grünen-Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt nach Angaben ihres Büros in Brandenburg von Demonstranten bedrängt worden. Im Januar hatten Bauern Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen daran gehindert, eine Fähre zu verlassen.
Huthi-Miliz will Handelsschiffe im Mittelmeer angreifen
Die Huthi-Miliz im Jemen kündigt an, dass sie auch Handelsschiff im Mittelmeer angreifen will, die Israel ansteuern. Experten gehen davon aus, dass die Huthi über Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern verfügen und ihre Drohung wahr machen könnten. Schon seit Monaten greift die Miliz Handelsschiffe im Roten Meer, im Arabischen Meer und im Indischen Ozean an. Mehrere westliche Staaten, darunter Deutschland, sind an Militäreinsätzen beteiligt, um die Frachter zu beschützen. Die Huthi wollen nach eigenen Angaben ein Ende der israelischen Militäroperation im Gazastreifen erzwingen. Die Milz ist mit dem Iran und der Hisbollah im Libanon verbündet, und soll auch an dem iranischen Raketen- und Drohnenangriff auf Israel letzten Monat beteiligt gewesen sein.
McCanns zu Maddies Verschwinden heute vor 17 Jahren: Ihre Abwesenheit tut immer noch weh
Das Verschwinden von Maddie McCann ist auf den Tag genau 17 Jahre her. "Es ist schwer, diese Zahl überhaupt auszusprechen, ohne ungläubig den Kopf zu schütteln", schreiben ihre Eltern Kate und Gerry McCann. Maddies "Abwesenheit tut immer noch weh", sagen sie. Auch mache es ihnen nach wie vor zu schaffen, ein "Leben in der Schwebe" zu führen. In ihrem Instagram-Post bedanken sich die Eltern für die Unterstützung, die ihnen die Kraft gebe, weiterzumachen. "Wir wissen, dass die Liebe und die Hoffnung für Madeleine und der Wille, sie zu finden, auch nach so vielen Jahren noch vorhanden sind, und dafür sind wir sehr dankbar."
Pilot weicht im Absturz Häusern aus - stirbt aber selbst
Im US-Bundesstaat Georgia geht ein Kleinflugzeug in einer Wohnsiedlung in Flammen auf, nachdem es abstürzt. An Bord ist nur der Pilot - er stirbt, kann aber mit seinem Ausweichmanöver vor den Wohnhäusern noch Schlimmeres verhindern. Die Absturzursache ist noch unklar.
Unwetter im Südwesten hinterlässt unbewohnbare Häuser
Der Starkregen ließ Bäche über die Ufer treten und Straßen und Keller überfluten: Am Tag nach dem Unwetter lässt sich der Schaden im baden-württembergischen Bisingen mehr und mehr erahnen. "Eine konkrete Schadenssumme kann derzeit nicht genannt werden, sie geht sicher in die Millionen. Etwa ein Dutzend Häuser entlang des Klingenbachs sind unbewohnbar, zahlreiche weitere teils schwer beschädigt worden", sagt ein Sprecher des Landratsamtes für den Zollernalbkreis. Zum Glück sei niemand ernsthaft verletzt worden, betont er. Das dürfte auch den Einsatzkräften zu verdanken sein, die zehn Menschen aus ihren Häusern und Autos vor den Wassermassen in Sicherheit brachten.
30-jähriger SPD-Abgeordneter Ahmetovic hat Krebs
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Adis Ahmetovic ist an Krebs erkrankt. Der 30-Jährige schreibt auf seiner Homepage, "auch wenn dieser Befund meine Familie und mich schwer getroffen hat, lautet die positive Botschaft durch die behandelnden Ärzte, dass der Krebs heilbar ist". Die Behandlung werde "Ruhe und Kraft erfordern". Er sei zuversichtlich, dass er wieder gesund wird. Danach wolle er seine Aufgaben fortsetzen, sagt er.
Versunkener Ort taucht nach Jahrzehnten wieder auf
In den 1970er Jahren wird das philippinische Dorf Pantabangan in der Region Nueva Ecija für einen Stausee geflutet. Hitzewellen und Dürreperioden lassen den Wasserspiegel nun allerdings ordentlich sinken und legen die Ruinen des jahrhundertalten Ortes frei.
Berliner Fabrik mit Chemikalien brennt, Feuerwehr warnt vor Rauch
In Berlin ist die Feuerwehr im Großeinsatz. In Lichterfelde brennt eine Fabrik für Metalltechnik. Teile des Gebäudes sind bereits eingestürzt. Die Feuerwehr warnt vor gefährlichen Rauchgasen. Ihr zufolge werden in dem Gebäude auch Chemikalien gelagert. Ein Feuerwehrsprecher sagt der "B.Z.": "Wir können bestätigen, dass auch Chemikalien in dem Gebäude brennen. Schwefelsäure und Kupfercyanid waren dort gelagert. Es besteht die Gefahr, dass sich Blausäure bildet, die mit dem Rauch in die Luft steigt." Die Einsatzkräfte könnten nur von außen löschen, sagt der Sprecher weiter. "Das Gebäude brennt jetzt komplett durch auf vier Etagen". Die Feuerwehr ruft dazu auf, den Bereich zu meiden oder weiträumig zu umfahren. Auch wenn keine Rauchwolke zu sehen sei, sollten Fenster und Türen in dem Bereich geschlossen bleiben und Lüftungen und Klimaanlagen abgeschaltet werden, heißt es weiter.
Streiks in Baubranche angekündigt
In der Tarifrunde am Bau zeichnen sich Streiks ab. Denn die Arbeitgeber erklären, dass sie den Schlichterspruch für die rund 930.000 Beschäftigten nicht annehmen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kündigt daraufhin Arbeitskämpfe an. Die IG BAU selbst hatte dem Schlichterspruch aus dem letzten Monat schon zugestimmt. Dieser hatte unter anderem vorgesehen, dass die Einkommen zum 1. Mai um 250 Euro pro Monat steigen. Zum 1. April 2025 sollte es eine weitere Erhöhung von 4,15 Prozent im Westen und 4,95 Prozent im Osten geben.
Wütender Elefant greift Safari-Touristen in Indien an
In Indien kommt eine Gruppe von Safari-Touristen mit dem Schrecken davon, als ein wütender Elefant auf sie losgeht. Mit seinen Stoßzähnen versucht er, ein Fahrzeug, hinter dem einige Teilnehmer Schutz suchen, umzuwerfen. Nach einiger Zeit lässt er von Mensch und Auto ab.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
das Wochenende naht und mein Kollege Robin Grützmacher lässt die Woche schon ausklingen. Hier geht es mit mir – Heidi Ulrich – weiter. Sie können mich über heidi.ulrich(at)ntv.de erreichen. Auf einen schönen Freitag!
Massenübelkeit an Bord von Condor-Urlaubsflieger
Ein Urlaubsflug hat am Frankfurter Flughafen einen Großeinsatz von Rettungskräften ausgelöst. Die Crew des Condor-Flugs DE2315 von Mauritius nach Frankfurt hatte die Leitstelle am Zielflughafen informiert, dass einige Fluggäste über starkes Unwohlsein klagten. Daraufhin wurden rund 15 Rettungsfahrzeuge auch von außerhalb des Airports in Bewegung gesetzt. Die Helfer trafen nach der Landung um 17.33 Uhr auf eine bislang ungenannte Zahl von Urlaubern, die sich während des Flugs erbrochen oder übel gefühlt hatten. Zur genauen Zahl machte eine Sprecherin der Fluggesellschaft am Freitag keine Angaben.
Mehrere Medien hatten von 70 Betroffenen berichtet. Laut Condor waren 290 Passagiere an Bord der Maschine. Die Fluggesellschaft hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Man wolle sich nicht an Spekulationen zur möglichen Ursache wie etwa einzelnen Menüs an Bord beteiligen, hieß es.
32.000 Liter Benzin: Tanklaster fängt Feuer nach Autobahn-Unfall
Auf einer Autobahn in Connecticut schneidet ein Auto einen Lastwagen. Der reißt daraufhin die Seite eines Tanklasters auf. Das hat fatale Folgen, denn der Wagen hat 32.000 Liter Treibstoff geladen und fängt durch die Kollision Feuer. Laut Behörde wird niemand verletzt, nur eine Brücke gerät in Mitleidenschaft:
Mann geht bei Unwetter in vollgelaufenen Keller und stirbt
Im Zusammenhang mit den jüngsten Unwettern ist im bayerischen Hausen bei Würzburg ein Mann ums Leben gekommen. Er starb am Abend, als er in seinem überfluteten Keller einen elektrischen Schlag bekam, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Näheres zu dem Unglück war noch nicht bekannt.
Die Gewitter mit Starkregen hatten in der Nacht vor allem im Westen Deutschlands für Großeinsätze der Feuerwehren gesorgt, bis sich die Lage wieder beruhigte:
Nächster Boeing-Whistleblower ist tot
Joshua Dean, ein ehemaliger Qualitätsprüfer beim Boeing-Zulieferer Spirit AeroSystems und einer der ersten Whistleblower, die der Spirit-Führung vorwarfen, Fertigungsmängel bei der 737 MAX ignoriert zu haben, ist laut "Seattle Times" an einer Infektion gestorben. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben einer Tante. Dean soll sich zwei Wochen in einem kritischen Zustand befunden haben. Spirit entließ ihn laut dem Bericht im April 2023. Dean soll eine Beschwerde beim Arbeitsministerium eingereicht haben, in der er behauptete, seine Kündigung sei eine Vergeltungsmaßnahme, weil er Bedenken bezüglich der Flugsicherheit geäußert hatte.
Vor einigen Wochen war mit John Barnett ein ehemaliger Boeing-Mitarbeiter aufgefunden worden, der den Konzern immer wieder wegen angeblicher Sicherheitsprobleme öffentlich kritisiert hatte. Der 62-Jährige habe sich vor einem Hotel im Bundesstaat South Carolina vermutlich selbst getötet, teilte die Polizei in Charleston mit und verwies auf "die weltweite Aufmerksamkeit", die der Whistleblower erregt habe:
Polizei räumt mögliche Defizite bei Einsatz zu Göring-Eckardt ein
Die Brandenburger Polizei hat nach der gewaltsamen Aktion gegen Grünen-Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt mögliche Defizite beim Einsatz eingeräumt. "Nach ersten Informationen liegen möglicherweise Anhaltspunkte dafür vor, dass die Kräfte zum Zeitpunkt des Vorfalls unzureichend waren", sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums, Beate Kardels. "Selbstverständlich ist es unser Ziel, dass sich Amts- und Mandatsträger sicher fühlen. Auch deshalb wird dieser Einsatz nachbereitet. Die Erkenntnisse sollten für künftige Einsätze berücksichtigt werden." Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte am Donnerstag darüber berichtet.
Am Samstag hatten Demonstranten Göring-Eckardts Auto nach einer Veranstaltung in Lunow-Stolzenhagen in Ostbrandenburg bedrängt und sie an der Abfahrt gehindert.
Fahnder machen großen Falschgeld-Fund auf deutscher Autobahn
Schleierfahnder der Grenzpolizei Passau haben bei einer Kontrolle auf der Autobahn 3 in Bayern gefälschte Banknoten im Nennwert von 13.800 Dollar beschlagnahmt. Wie die Polizei in Straubing mitteilte, kontrollierten sie einen Wagen mit rumänischer Zulassung in Fahrtrichtung Frankfurt am Main. Bei dem 49-jährigen Fahrer fanden sie das Bündel mit gefälschten Hundertdollarscheinen.
Der Mann wurde vorläufig festgenommen und nach Abschluss der Polizeimaßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldfälschung auf.
CDU-Regierung mit Linkspartei? Linnemann reagiert auf Günther
Auf den Vorstoß aus Schleswig-Holstein folgt die - zu erwarten gewesene - Absage. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte in Berlin, die Beschlusslage der CDU gelte, "dass wir mit der Nachfolgepartei der SED keine Koalition eingehen". Er erwarte beim Parteitag, der an diesem Montag in Berlin beginnt, auch keine Debatten darüber, sagte er auf eine entsprechende Frage.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte für einen offeneren Umgang seiner Partei mit der Linkspartei geworben (Eintrag von 07:29 Uhr). Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Blick auf Thüringen und den dortigen Linken-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow: "Wir machen keine gemeinsame Sache mit der AfD, weder in Personal noch in Sachfragen" - aber Linke und AfD könne man nicht miteinander gleichsetzen.
Fahrer schwer verletzt: Kleinlaster kracht in Wohnhaus
Im niedersächsischen Bramsche kommt ein Kleinlaster von der Fahrbahn ab und kracht in ein Wohnhaus. Der Fahrer wird bei dem Unfall schwer verletzt, das Gebäude massiv beschädigt. Durch einen glücklichen Zufall befinden sich die Bewohner zum Zeitpunkt des Crashs nicht im Haus, bekommen ihn aber aus nächster Nähe mit.
Flugzeug legt Bruchlandung vor Sonnenuntergang hin
Ein fast schon romantisches Bild bietet sich an einem Strand von Long Island im US-Bundesstaat New York. Vor der untergehenden Sonne setzt ein Flugzeug zur Notlandung an. Dann aber wird die Szenerie doch ungemütlich: Die Cessna bleibt im Sand hängen und stellt sich plötzlich kopfüber:
US-Star stellt Leuten nach, die sie hassen - und ruft bei ihnen an
Mit dieser Frau sollte man sich besser nicht anlegen: US-Komikerin und Schauspielerin Tiffany Haddish ("Girls Trip") stellt eigenen Angaben zufolge manchmal selbst ihren Online-Hatern nach. "Ich habe gelernt, wie ich Informationen über Leute finden kann - wie zum Beispiel die Kreditauskunft oder die Polizeiakte", erzählte die 44-Jährige der Tageszeitung "Los Angeles Times". Die Emmy-Preisträgerin wurde in den vergangenen Jahren mehrmals wegen des Verdachts auf Trunkenheit am Steuer festgenommen. Seitdem erhielt sie laut "Los Angeles Times" zunehmend hasserfüllte Online-Kommentare. "Manchmal werde ich so wütend, dass ich ihre Telefonnummer herausfinde und sie einfach anrufe", sagte Haddish mit Blick auf ihre Hater.
Die Menschen seien dann über ihren Anruf schockiert, schilderte sie. "Sie sagen dann: "Ich kann nicht glauben, dass du das überhaupt gesehen hast." Dem Bericht zufolge wehrt sich die Schauspielerin auch mit anderen Mitteln gegen den Online-Hass und bat etwa einen digitalen Forensiker um Hilfe, als sie Todesdrohungen erhielt.
Herbe Wahl-Klatsche für Konservative in Großbritannien deutet sich an
Für Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak und seine Konservative Partei deutet sich eine herbe Niederlage bei den Kommunalwahlen an. Nach Einschätzung des Wahlforschers John Curtice steuert die Partei auf eines ihrer schlechtesten Ergebnisse seit 40 Jahren zu. "Bislang verlieren sie im Grunde die Hälfte der Sitze, die sie zu verteidigen versuchen", sagte er der BBC. Wenn das so weitergehe, könnten sie am Ende etwa 500 Sitze verlieren. Das Ergebnis könnte die politische Zukunft von Premier Sunak beeinflussen, der seit Oktober 2022 im Amt ist.
Noch sei es früh am Tag, sagte Curtice. Es könnte sein, dass die Ergebnisse in der mittelenglischen Region West Midlands und in Tees Valley im Nordosten den Tories Trost spenden könnten. Man könne aber festhalten, dass die Botschaft der Umfragen aus den vergangenen zwölf Monaten - dass die Konservativen unter Sunak keine entscheidenden Fortschritte gemacht hätten, den Abstand zu Labour zu verringern - bisher bestätigt werde, sagte Curtice.
Tag der Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen sieht düstere Entwicklung
Drohungen, Angriffe und viele Morde: Die Arbeit ist für Medienschaffende nicht einfacher geworden. Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) beklagt die weltweit steigende Gewalt im Umfeld von Wahlen. Diese Entwicklung sei besonders besorgniserregend mit Blick auf das Superwahljahr 2024, wie der internationale Verein bei der Präsentation seiner jährlichen "Rangliste der Pressefreiheit" mitteilte. Die Lage der Pressefreiheit habe sich weltweit insgesamt gesehen weiter deutlich verschlechtert. Der Verein präsentierte die Liste anlässlich des heutigen "Internationalen Tages der Pressefreiheit".
Die RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus sagte im ZDF, man schaue sich das jedes Jahr an und habe leider feststellen müssen, dass nur noch in 45, also in einem Viertel der untersuchten Länder, die Lage gut oder zumindest zufriedenstellend sei. "In 36 Ländern ist sie sehr besorgniserregend. Das heißt, dass dort Journalismus - wie wir ihn kennen - eigentlich kaum mehr stattfinden kann."
Tod von US-Autor Auster: Ehefrau bestürzt über Berichterstattung
Die Frau des an Krebs verstorbenen US-Bestsellerautors Paul Auster hat bestürzt darauf reagiert, dass nicht sie selbst, sondern die Medien den Tod ihres Mannes bekannt gegeben haben. "Ich war naiv, aber ich hatte mir vorgestellt, dass ich diejenige sein würde, die den Tod meines Mannes verkündet", schrieb die Schriftstellerin Siri Hustvedt bei Instagram. Auster sei am 30. April um 18.58 Uhr im Kreise seiner Familie gestorben, fügte sie hinzu. Sie habe später herausgefunden, dass die Nachricht von Austers Tod bereits in den Medien kursierte, "noch bevor sein Leichnam aus unserem Haus geholt worden war", schrieb Hustvedt weiter.
In der "New York Times", die als erstes Medium berichtet hatte, war eine Freundin der Familie, die US-Journalistin Jacki Lyden, als Quelle für die Information über den Tod des Autors zitiert worden. Dazu schrieb Hustvedt nun auf Instagram: "Keiner von uns war in der Lage, die Menschen, die uns wichtig sind, anzurufen oder ihnen eine E-Mail zu schreiben, bevor das Geschrei im Internet begann. Wir wurden dieser Würde beraubt." Sie wisse nicht genau, wie es dazu gekommen sei, aber es sei falsch gewesen, erklärte Hustvedt weiter.
Heinz Hoenig liegt im Koma und steht vor lebensrettender OP
Große Sorgen um Heinz Hoenig: Wie RTL aus seinem engeren Umfeld erfahren hat, wurde der Schauspieler bereits am Abend des 30. April mit dem Helikopter in eine Berliner Klinik gebracht. Dort soll er am Herzen notoperiert worden sein. Hoenig soll sich in einem sehr kritischen Zustand befinden. Gestern wurde dem einstigen Dschungelcamp-Teilnehmer ein Stent am Herzen gesetzt. Nun wird eine weitere, größere OP stattfinden.
Allerdings soll Hoenig wohl nicht versichert sein. Angeblich kostet die Operation um die 90.000 Euro. Das Management von Hoenig sagte RTL: "Herr Hoenig fällt leider komplett für das Musical ‘Ein bisschen Frieden’ aus, da er momentan auf der Intensivstation einer Klinik liegt und auf eine dringende, lebensrettende Herz-OP wartet." Diese solle heute stattfinden. Die Daumen sind natürlich gedrückt, dass alles gut ausgeht.
CDU-Politiker Günther: "Linke und AfD kann man nicht miteinander gleichsetzen"
Das Gleichstellen von AfD und Linkspartei ist vor allem in konservativen Kreisen gängige Praxis. Dass zum Beispiel in Thüringen ein Linker seit Jahren Ministerpräsident ist, während die AfD als rechtsextrem eingestuft wird, interessiert viele Politiker der Gleichmacherei nicht. Einer, der sich dem nicht anschließt, ist der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther. Er wirbt für einen offeneren Umgang seiner Partei mit der Linkspartei.
Günther sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wir machen keine gemeinsame Sache mit der AfD, weder in Personal- noch in Sachfragen. Da sind wir als CDU Schleswig-Holstein absolut konsequent. Aber: Linke und AfD kann man nicht miteinander gleichsetzen." Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sei keine Gefahr für die Demokratie. "Er ist ein kluger Mensch, den ich schätze und der in der Ministerpräsidentenkonferenz mit allen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitet", sagte Günther. Die Thüringer AfD, deren Vorsitzender Björn Höcke ist, wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft und beobachtet. In Thüringen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
wir blicken auf die Termine des Tages. Was wird heute wichtig in Deutschland und der Welt?
Fortsetzung im Prozess gegen den AfD-Politiker Björn Höcke: Der Thüringer AfD-Vorsitzende Höcke soll in einer Rede eine verbotene Losung der Sturmabteilung (SA) verwendet haben, der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP
Beginn der Hauptverhandlung im Staatsschutzverfahren wegen Verstoßes gegen Russland-Embargo: Die beiden Angeklagten sollen im Zusammenhang mit Lieferungen von Elektronikbauteilen für militärisches Gerät nach Russland gegen Handelsbeschränkungen der Europäischen Union verstoßen haben
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock besucht zum Auftakt ihrer einwöchigen Ozeanien-Reise Australien. Die Reise musste im August wegen mehrerer Pannen am Regierungsflieger abgebrochen werden
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht zu neuer Stellungnahme der Regierungskommission zur Krankenhausversorgung zum Thema "Überwindung der Sektorengrenzen des deutschen Gesundheitssystems"
Am Abend: Bundesliga, unter anderem mit dem Topspiel Hamburger SV gegen FC St. Pauli
Ich wünsche Ihnen einen schönen Freitag. Kommen Sie gut ins Wochenende. Bei Anregungen, Fragen oder Kritik freue ich mich über eine Mail an: robin.gruetzmacher@ntv.de.
E-Scooter explodiert nachts in Reihenhaus
An Bahnstationen sehe ich in letzter Zeit vermehrt Hinweisschilder, die auf das Verbot der Mitnahme von E-Scootern hinweisen. Dieses Beispiel hier dürfte der Grund dafür sein: In einem Reihenhaus in Westerstede in Niedersachsen ist in der Nacht der Lithium-Ionen-Akku eines privaten E-Scooters explodiert. Salzsäure-Dämpfe und starker Rauch aus dem Akku machten die betroffene Wohnung vorerst unbewohnbar, wie die Polizei mitteilte. Die dort wohnhafte vierköpfige Familie sei unverletzt geblieben, jedoch vom Rettungsdienst vorsorglich in eine Klinik gebracht worden. Es sei zu keinem größeren Gebäudeschaden gekommen.
Chinesische Kampfjets steuern auf Taiwan zu
China probt womöglich weiter für den Angriff auf Taiwan und provoziert - dieses Mal mit einer beträchtlichen Zahl an Militärjets und Schiffen. Die selbstverwaltete Insel hat nach eigenen Angaben 26 chinesische Flugzeuge und fünf Marineschiffe in ihrer Nähe gesichtet. 17 der Flugzeuge hätten die als Mittellinie bezeichnete inoffizielle Seegrenze überquert, erklärte das Verteidigungsministerium in Taipeh.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Seit einigen Jahren schickt China regelmäßig Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in die Nähe der Insel. Seit der taiwanischen Präsidentschaftswahl Mitte Januar sind die Beziehungen zwischen Peking und Taipeh besonders angespannt: Die chinesische Regierung stuft Wahlsieger Lai Ching-te als "Separatisten" ein. Er soll am 20. Mai das Amt des Präsidenten in Taiwan übernehmen.
Massenkarambolage mit Folgen - viele Verletzte auf der A8
Bei mehreren Unfällen auf der Autobahn 8 südlich von München sind sieben Menschen verletzt worden. Auf eine Massenkarambolage gestern Abend folgte ein Stau, an dessen Ende es einen weiteren schweren Unfall gab, wie die Polizei mitteilte. Demnach begann die Unfallserie zwischen den Anschlussstellen Holzkirchen und Weyarn mit einem geplatzten Reifen eines Lastwagens. Weil zwölf Autos den Reifenteilen ausweichen mussten oder davon getroffen wurden, kam es zu einer Massenkarambolage. Dabei gab es fünf Verletzte.
Am Ende des sich bildenden Staus krachte ein 34-jähriger Autofahrer mit seinem Wagen in das Heck des Lkw. Er und seine 32-jährige Beifahrerin erlitten dabei schwerste Verletzungen. Die zwischenzeitliche Vollsperrung der A8 in Richtung Salzburg wurde am späten Abend wieder aufgehoben.