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Geldpolitik auf der Südhalbkugel Brasilien hebt Leitzins an

In Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, kämpfen die Währungshüter mit ganz eigenen Problemen. Während ihre Kollegen in Washington, Frankfurt und Tokio ihre extreme Niedrigzinspolitik fortsetzen, klettert das Zinsniveau im Real-Raum in Richtung elf Prozent.

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Fünfziger und Hunderter sehen der europäischen Währung verblüffend ähnlich: Doch auf der Rückseite sorgen Fisch und Raubkatze auch im eiligen Gebrauch für Sicherheit.

(Foto: REUTERS)

Die Zentralbank Brasiliens, die Banco Central do Brasil, hat ihren Leitzins erneut angehoben. Der für den brasilianischen Real (BRL) maßgebliche Satz steige von 10,25 auf 10,75 Prozent, teilten die Währungshüter mit. Der Schritt blieb damit hinter den Markterwartungen zurück: Volkswirte hatten überwiegend mit 11,0 Prozent gerechnet. Die zuletzt deutliche Abschwächung der Inflationsrate hatte aber den politischen Druck auf die Zentralbank erhöht, das Tempo der Zinsanhebungen vor den Präsidentschaftswahlen im Oktober zu verlangsamen.

Die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt war im ersten Quartal mit neun Prozent so stark gewachsen wie seit 14 Jahren nicht mehr. Der Boom hatte Sorgen vor einer Überhitzung geschürt. Derzeit sieht es allerdings so aus, als ob sich das Wachstum abschwächt. Dazu tragen auch Zinserhöhungen und die Rücknahme von Steuererleichterungen bei.

Die Notenbank hatte dem Leitzins im April von für das Land rekord-niedrigen 8,75 auf 9,5 Prozent und im Juni auf 10,25 Prozent angehoben. Volkswirte gehen aktuell im Schnitt für 2010 von einer Inflationsrate bei 5,42 Prozent für Brasilien aus.

Quelle: ntv.de, rts

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