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Popstar und Sexiest Woman Alive Briten-Ikone Cheryl

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In Großbritannien weit mehr als "nur" eine Sängerin: Cheryl.

(Foto: Universal Music)

Ja, sie hieß mal Cheryl Cole. Inzwischen nennt sie sich aber nur noch Cheryl. Den Grund dafür dürfte jeder kennen, der vor einigen Jahren die Schlagzeilen über ihre Ehe mit Fußballer Ashley Cole gelesen hat. Und weshalb man sie auf diese Episode ihres Lebens nicht unbedingt ansprechen sollte, liegt auch auf der Hand. Macht aber nichts. Es gibt wahrlich noch genügend andere Gesprächsthemen mit der 29-Jährigen. Zum Beispiel ihr jüngstes Album "A Million Lights", das in Großbritannien bereits erschienen ist. In ihrer Heimat ist Cheryl nicht erst seitdem ein Super-Super-Super-Star, sondern schon seit sie 2002 bei Popstars in die Band Girls Aloud gewählt wurde. Nur hierzulande wartet sie noch auf den ganz großen Durchbruch. Warum? Dem geht das n-tv.de Interview ebenso nach wie Rihannas heißen Komplimenten, Prinz Harrys Avancen und Cheryls Leben als "Sexiest Woman Alive".

Wie soll ich dich denn nennen? Nur Cheryl?

Wie auch immer du möchtest.

"A Million Lights" ist bereits dein drittes Soloalbum - nach "3 Words" und "Messy Little Raindrops". Bist du also jetzt endgültig eine Solosängerin?

Auf jeden Fall habe ich bei diesem Album mehr als je zuvor dieses Gefühl. Beim ersten musste ich mich noch sehr daran gewöhnen - da war es, als ob ich einen komplett neuen Job machen würde. Ich war es einfach gewöhnt, immer die Mädels zur Unterstützung an der Seite zu haben. Allein zu sein, war ziemlich beängstigend.

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Den Grundstein für ihren Solo-Erfolg legte ihre Zeit mit der "Popstars"-Band Girls Aloud.

(Foto: Universal Music)

Und beim zweiten Album?

Da bin ich mitten in der Entstehungsphase krank geworden (Cheryl erkrankte an Malaria, Anm. d. Red.). Das hat alles ein wenig über den Haufen geworfen. Deswegen habe ich erst jetzt so wirklich das Gefühl, bei mir angekommen zu sein. Ich bin bereit, ich fühle mich wohl und habe Vertrauen in mich selbst.

Dennoch gibt es immer noch Gerüchte über eine mögliche Wiedervereinigung von Girls Aloud …

Ja, wir feiern ja im November auch unser zehnjähriges Bestehen. Wir sehen die Zeit gerade lediglich als Auszeit. Wir würden gerne wieder etwas zusammen machen. Zehn Jahre - in der Musik ist das schon eine wirklich große Sache. Wir haben zusammen angefangen und es wäre toll, wenn wir unser Zehnjähriges zusammen begehen würden.

Deine Karriere mit Girls Aloud begann bei "Popstars". Später warst du Jury-Mitglied bei "X Factor". Beide Formate gibt es auch in Deutschland …

Ach, wirklich? Laufen sie gerade?

Ja, "Popstars". Und "X Factor" wird demnächst wieder auf Sendung gehen. Die bisherigen deutschen Gewinner kennst du aber wohl nicht …

Nein. Aber das muss ich mir dann doch mal anschauen.

Mit Girls Aloud bist du im Guiness-Buch verzeichnet - als die erfolgreichste Band, die je aus einem Casting-Format hervorgegangen ist. Und auch sonst brichst du in deiner britischen Heimat alle Rekorde. Wie erklärst du dir diesen immensen Erfolg?

Es ist einfach nur verrückt. Und so richtig begreift man das nie. Den Erfolg von Girls Aloud zu verdauen, ist immer noch ziemlich heftig. Wir hatten 20 Top-Ten-Hits und fünf ausverkaufte Tourneen nacheinander. Das ist etwas, wovon man träumt, wenn man aufwächst. Zu verstehen, dass ein Traum wahr geworden ist, braucht manchmal Jahre. Aber selbst dann ... Ich blicke auf die Zeit mit Girls Aloud jetzt mit einigem Abstand, aber ich kann das noch immer nicht wirklich verarbeiten.

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Eine Malaria-Erkrankung warf Cheryl vor zwei Jahren schwer zurück.

(Foto: Universal Music)

Zumal du ja nicht gerade aus einem sehr begüterten Elternhaus stammst. Was hättest du gedacht, wenn dir jemand von deiner kommenden Karriere erzählt hätte, als du noch in einem Restaurant gekellnert hast?

Ich hätte ihn für verrückt erklärt. Aber ich hatte immer diesen Traum und dieses Ziel, das ich nie aus den Augen verloren habe. Ich hoffe, dass meine Geschichte Menschen, die in der gleichen Position sind, anspornt. Es ist nicht vergebens - man kann sich seinen Traum erfüllen. Ich bin der lebende Beweis dafür.

In Großbritannien bist du ein Superstar - in Deutschland indes fehlt dir noch der ganz große Durchbruch. Was ist der Grund dafür?

Das erste Mal, dass ich hier wirklich in Erscheinung getreten bin, war mit "Fight For This Love". Das war auch hier ein großer Erfolg und ich glaube, dass die Deutschen es geliebt haben. Bei meinem zweiten Album hat mich leider die Krankheit so zurückgeworfen, dass ich mich nicht richtig um die Weiterführung dieses Erfolgs kümmern konnte. Hinzu kam, dass mich auch mein Job bei "X Factor" ziemlich in Beschlag genommen hat. Es ist eine Schande. Aber ich hoffe, das mit "A Million Lights" wieder gutmachen zu können, häufiger nach Deutschland zu kommen und auch hier bekannter zu werden. Gesund! Ich habe nicht den "X Factor" - ich brauche die Zeit, hier häufiger präsent zu sein und aufzutreten. Ich glaube, darum geht es.

Du hattest Malaria. Ist das vollkommen verheilt?

Ja, vollkommen. Es gibt vier verschiedene Malaria-Arten. Ich hatte die schlimmste davon. Wenn du das Glück hast, sie zu überleben, ist sie ausgestanden. George Clooney hat eine andere Variante, bei der die Krankheit im Körper bleibt und alle zwei oder drei Jahre immer wieder neu ausbricht. So gesehen, bin ich heilfroh, dass ich nicht diese Variante hatte.

Auf "A Million Lights" wirst du von zahlreichen internationalen Musikgrößen unterstützt - von Produzent Calvin Harris über Lana Del Ray bis hin zu Taio Cruz. Insgesamt hast du fast ein Jahr an dem Album gearbeitet …

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Mit dem Song "Fight For This Love" und dem zugehörigen Video machte sie auch in Deutschland auf sich aufmerksam.

(Foto: Cary Hammond / Universal Music)

Ja, ich wollte mir dafür wirklich Zeit lassen. Ich ergründe gerne, wie ich einen Song interpretiere. Zum Beispiel - glaube es oder nicht - habe ich am Anfang sogar bei einem Song gerappt - nur um festzustellen, dass das nicht funktioniert, weil ich das nicht mit mir in Einklang bringen konnte. Ich bin nicht Adele. Sie kann sich einfach hinstellen und zwölf Songs so singen, dass du in jedem Fall nur dankbar bist, ihr zuhören zu dürfen. Ich sehe mich dagegen eher als "Popstar".

Was heißt das für dich?

Das Tanzen und die Choreographie, das Visuelle und die Kleidung - all das ist für mich genauso wichtig wie das Singen. Das fließt alles mit ein, wenn ich Songs schreibe oder aufnehme. Wenn ich mir etwas nicht visuell vorstellen kann, dann passt es für mich nicht. Die Songs auf dem Album habe ich alle gespürt. Und ich weiß, dass dadurch auch die Fans, wenn ich sie auf Tour vortrage, einen Bezug zu ihnen aufbauen können. Ich kann die Songs bildlich vortragen und damit unterhalten. Das macht mich als Künstlerin aus.

Besonders wichtig für dich ist sicher will.i.am - er ist für dich genauso Freund und Mentor wie Produzent und Songschreiber. Wie würdest du euer Verhältnis beschreiben?

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Er begleitet mich praktisch seit dem ersten Tag meiner Solo-Projekte. Er war derjenige, der mich dazu überhaupt erst ermutigt hat. Ich selbst hatte das gar nicht in Erwägung gezogen. Einige der anderen Mädchen in der Gruppe hatten darüber wohl schon nachgedacht, aber ich nicht. Will war derjenige, der an mich geglaubt und mir gesagt hat: "Wir machen das zusammen."

Er singt mit dir auch beim Song "Craziest Things" auf dem Album. In dem Lied geht es um eine Beziehung …

Eine schlechte Beziehung.

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Fans hat sie viele - darunter auch Rihanna und Prinz Harry.

(Foto: Universal Music / Monique Wueste)

Was steckt dahinter?

Ich glaube, viele Leute durchleben so etwas. Die meisten Menschen kennen wahrscheinlich so eine Beziehung, in der es auf und ab geht. Mal bist du schrecklich verliebt, dann hasst du dich abgrundtief. Mal willst du nur noch weg, dann willst du den anderen unbedingt wieder zurück. Man sagt sich Dinge wie: "Ich liebe dich. Ich hasse dich. Ich brauche dich. Ich kann dich nicht ertragen. Verschwinde. Bitte komm wieder." Das ist irre! (In einem anderen Interview hat Cheryl offenbart, dass sie in dem Song eine konkrete Beziehung in ihrer Jugend besingt, Anm. d. Red.)

In Großbritannien bist du eine durch und durch öffentliche Person - nicht nur als Sängerin. Du hast deine eigene TV-Show, du giltst als Stilikone und du wirst schon auch mal zur bestangezogenen Frau oder von den FHM-Lesern - zweimal - zur "Sexiest Woman Alive" gewählt ...

(Sie schmunzelt und zieht eine Augenbraue nach oben)

Gefällt dir das oder würdest du doch lieber vornehmlich als Musikerin wahrgenommen werden?

Als Popstar, ja. Das ist wirklich einfach für mich: Ich möchte nur singen und tanzen - und nicht die Welt retten. Klar, will ich auch schöne Sachen tragen. Ich bin ein Mädchen. Da ist das doch ganz normal. Aber ich bin nie aufgesprungen und habe gerufen: "Schaut mich an!" Ich will einfach nur unterhalten und ein Popstar sein.

Was die Sache mit der "Sexiest Woman Alive" angeht, muss ich allerdings noch einmal nachhaken. Bei mir im Büro waren einige ganz schön neidisch, als es hieß, dass ich dich treffen würde …

(Sie lacht leicht verschämt)

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Das Album "A Million Lights" ist als Import bereits erhältlich.

(Foto: Universal Music)

Wie gehst du mit dieser Rolle um?

Ich nehme das nicht so ernst. Auch das ist etwas, bei dem ich mich nicht in den Vordergrund gedrängt habe. Ich habe keine Briefe geschrieben nach dem Motto "Stimmt für mich ab". Ich habe keine Ahnung, wie das zustande kommt. Ich sehe mich selbst nicht so. Wenn ich ehrlich bin, bin ich davon sogar ein wenig peinlich berührt. Andererseits ist es aber natürlich auch cool und ein nettes Kompliment. Man hat mir schon wesentlich weniger schöne Dinge gesagt. Es ist zwiespältig.

Komplimente wie diese bekommst du aber ja nicht nur von den Lesern der FHM oder den Jungs in unserer Redaktion. Rihanna etwa sagte über dich, du seist "very hot". Und auch Prinz Harry soll dir schon das eine oder andere Kompliment gemacht haben. Was ehrt dich denn da mehr?

Natürlich ist das von Prinz Harry etwas ganz Besonderes. Und von den Kollegen akzeptiert zu werden, gibt einem ein gutes Gefühl. Rihanna hat einige sehr nette Sachen gesagt. Das kann ich nur zurückgeben.

Du hast Prinz Harry ja getroffen - bei den Feiern zum Thronjubiläum der Queen …

Ich habe ihn tatsächlich schon vor Jahren das erste Mal getroffen. Und seitdem sind wir uns bereits mehrfach begegnet.

Inzwischen munkelt man allerdings, dass ihr euch vielleicht noch häufiger treffen könntet. Er meinte, er würde dich gern im Hubschrauber mitnehmen. Und du sagtest, er solle dich doch einfach anrufen. Mal ehrlich: Was läuft da zwischen euch?

(lacht) Wir sind einfach nur Freunde.

Mit Cheryl sprach Volker Probst

Quelle: ntv.de