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Basel III scheint nicht genug Fed kündigt strenge Eigenkapitalregeln an

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Hätten es gern härter: Fed will strengere Eigenkapitalregeln für US-Banken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Offenbar sitzt der Schock der Finanzkrise noch tief: Die US-Währungshüter wollen die Banken an die enge Leine nehmen und stellen harte Kapitalvorgaben in Aussicht. Nun müssen noch zwei weitere Behörden das Vorhaben absegnen.

Der US-Notenbank sind die internationalen Standard zur Eigenkapitalregeln offenbar zu lasch. Zwar stimmte die Federal Reserve dem unter dem Kürzel Basel III bekannten Regelwerk grundsätzlich zu. Doch der für die Aufsicht zuständige Fed-Gouverneur Daniel Tarullo kündigte zugleich an, dass die US-Regulierungsbehörden noch darüber hinausgehen wollen. Die von den Baseler Aufsehern festgelegte maximale Quote für die Verschuldung von Banken sei zu hoch.

Die Institute müssten mehr als die vorgeschriebenen drei Prozent der Kredite und Wertpapiere in der Bilanz mit Kapital hinterlegen, sagte Tarullo. "Die Leverage Ratio scheint zu niedrig angesetzt zu sein, um als Gegengewicht zu den risiko-basierten Eigenkapitalquoten zu dienen, auf die man sich international geeinigt hat." Notenbanker und Aufseher aus den USA hatten 6 Prozent ins Gespräch gebracht, zwei Senatoren hatten sogar Quoten von bis zu 15 Prozent gefordert.

Auch die beiden anderen Finanz-Aufsichtsbehörden der USA, die Einlagensicherung FDIC und das OCC, müssen Basel III noch zustimmen, bevor der Kongress das grüne Licht gibt. FDIC-Vize-Chef Thomas Hoenig gilt als schärfster Gegner der Regeln. Er hält die am Risiko orientierten Basel-III-Eigenkapitalregeln für zu anfällig für Manipulationen seitens der Banken. Viele europäische Regulierer fürchten dagegen, dass eine Ausrichtung an der Leverage Ratio die Banken zu spekulativen Geschäften verleitet, weil sie keine Rücksicht auf das Risiko nimmt, das damit verbunden ist.

Die Eigenkapitalregeln sind ein wesentliches Element der Reformen, die die wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) als Konsequenz aus der Finanzkrise eingeleitet hatten. Basel III war als Mindeststandard konzipiert worden, so dass eine Verschärfung in den USA nicht angreifbar wäre. Nach den Vorstellungen der Fed sollen sich die größten Banken in den USA schon 2014 an das Regelwerk halten, regionale Geldhäuser erst ab 2015. Sie brauchen künftig mehr als drei Mal so viel Aktienkapital und Gewinnrücklagen als bisher, um sich für Krisen wetterfest zu machen. Für den Aufbau dieses dickeren Kapitalpolsters haben sie allerdings - wie allen Banken weltweit - bis 2019 Zeit. Die Europäische Union fordert die Einhaltung der Vorschriften von allen Banken - bis zur kleinsten Sparkasse und Volksbank.

Die Fed sieht in ihrem Entwurf Lockerungen für lokale Banken vor. Sie sollen unter anderem Wohnungsbaukredite weniger stark mit Kapital unterlegen müssen. Für systemrelevante Banken, deren Pleite das ganze Finanzsystem ins Wanken brächte, soll es auch in den USA Kapitalaufschläge geben.

Quelle: ntv.de, rts/jwu

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