Unterhaltung

"Let’s Dance" - Show 630 Punkte, Blut und das echte Leben

18.04.2026, 01:26 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Willi Banner, "der Erfinder der Stehrumba" und seine Tanzpartnerin Patricija Ionel (Foto RTL)

Bei "Let’s Dance" dreht sich dieses Mal alles um Michael Jackson. Das Special liefert im wahrsten Sinne des Wortes Blut, Schweiß und Tränen. Am Ende trifft es ausgerechnet einen, der bis zuletzt alles gegeben hat.

"Es sieht einfach aus, aber der Weg dorthin ist mit Schweiß und Tränen verbunden", sagt Evgeny Vinokurov nach dem fantastischen Opening, das er mit seiner Tanzpartnerin Anna-Carina Woitschack hingelegt hat. Die beiden tanzen in Show 6, in der der Spirit von Michael Jackson eingefangen werden soll, einen argentinisch angehauchten Tango. Und während sich unser Herr Llambi mit Lob fast überschlägt, reicht es am Ende auch einfach zu sagen: 30 Punkte. Nach dieser Leistung bleibt "die Tür zum Finale" definitiv offen.

Es ist schon wieder Bergfest bei "Let’s Dance". Und ist es nicht eigentlich schön, dass da noch einer mit von der Partie ist, der anfangs dachte, als Erster gehen zu müssen? Willi Banner tanzt dieses Mal eine Rumba zu "Liberian Girl" oder, wie der Boss am Jurypult es nennt: "der Erfinder der Stehrumba". Immerhin klingt das schon freundlicher als in der Vorwoche, als er Willi mit einem Brauereipferd verglich. Klar, dass der schüchterne Willi da erst recht zweifelt und sich fehl am Platz fühlt. Zu sehen gibt es dennoch viele sinnliche Momente, schöne Hebefiguren und am Ende sogar einen kleinen Stunt, der das Publikum zum Feiern bringt.

Das Wichtigste neben dem Training ist und bleibt, eine gute Show zu verkaufen, sich also den einen oder anderen Fehler nicht anmerken zu lassen. Genau das gelingt Milano mit seinem Cha Cha Cha zu "Black or White" leider nicht. Ja, okay, er hat sich vertanzt, und auch wenn das Ganze "rhythmisch wie qualitätsmäßig nicht so gut war", kann man an dieser Stelle dennoch sagen: "Eine mega Show - als Freestyle wäre das Weltklasse."

"Das echte Leben ist nicht perfekt"

Die Schwierigkeit bei "Let’s Dance" liegt auch darin, Nähe zuzulassen. Besonders Nadja Benaissa fällt das schwer, erst recht, wenn man in der Vergangenheit die eine oder andere Kränkung erfahren hat, wie sie berichtet. Aber für den King of Pop wird die Sängerin zur "Queen of Rumba". So sieht das Publikum einen "schön verdrehten Körper", und vielleicht war nicht alles perfekt, aber es ist, wie ihr Partner Vadim Garbuzov ganz richtig sagt: "Wir haben das echte Leben vertanzt, und das ist nicht perfekt."

Immer wieder sehen wir in der Show Leute, die den anderen Kandidaten einfach davonziehen. So etwa der Schweizer Sportler, der in dieser Woche einen schönen, "aufgeräumten Cha Cha Cha" vertanzt. Hinzu kommen "super schwierige Basic-Schritte", die er mit einer solchen rhythmischen Leichtigkeit präsentiert - kein Wunder, dass die Jury da vereint jubelt.

Und wie viel "Let’s Dance" einem abverlangt, sehen wir auch an Esther Schweins. Durch mehrere Shows hat sie sich mit schmerzenden Rippen geschleppt, immer wieder alles gegeben und geliefert. Jetzt ist Schluss, ihr Arzt hat die Reißleine gezogen.

Die eine ist verletzungsbedingt ausgeschieden, der andere wird beim Tanz fast ohnmächtig. Ross Antony tanzt mit Malika eine Rumba und wird dabei durch den Ellenbogen seiner Partnerin im Gesicht getroffen. Wie sagt Motsi so schön: "Wir wollen Blut, Schweiß und Tränen" - und tatsächlich liefert der Entertainer dieses Mal das volle Programm. Blut rinnt ihm über das Gesicht, eine Platzwunde, die ihn jedoch keineswegs davon abhält, den kleinen Unfall mit Humor zu nehmen und weiter zu scherzen. Jetzt erst recht.

Showtechnisch der Hammer

Apropos Komik: Die verbindet man auch gern mit Gustav Schäfer. Aber hey, der Schlagzeuger kann noch viel mehr, als witzig zu sein. Diese Woche steht ein Tango auf dem Programm, und natürlich kann man sich jetzt, wie der Grantler vom Dienst, daran aufhängen, dass Gustavs Hut stört - oder einfach mal abgehen wie Motsi und diese Nummer frenetisch feiern. "Toller Flow", tolle Schritte on point oder, wie Llambi mosert: "Showtechnisch der Hammer, aber wenig tänzerisches Vermögen."

Okay, jetzt könnte man Gustav den Tipp geben, mal bei Jan Kittmann mit ins Training zu gehen, aber die beiden kann man überhaupt nicht vergleichen. Jeder tanzt auf seine Weise. Im Fall von Jan liegt die Latte schon lange sehr weit oben. Da muss man bei dem Lob der Jury auch nicht auf ein "aber" warten. Im Gegenteil: Für die schön ausgetanzte Contemporary-Performance gibt es jede Menge Lob.

In der abschließenden Jury-Challenge treten die Promis in drei Teams an, und schnell wird klar, dass diese Gruppen völlig unterschiedlich funktionieren. Große Analyse braucht es da gar nicht.

Während Bibi Heinicke sich als Nachrückerin von Esther Schweins weiter in die nächste Runde tanzt, ist für Willi Banner an diesem Abend leider Schluss.

Quelle: ntv.de

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