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"Magic Moments" bei Let's Dance30 Punkte, Tränen und ein völlig entfesselter Llambi

09.05.2026, 01:21 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Von Verena Maria Dittrich
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Milano mit Marta Arndt in der neunten Live-Show der 19. Staffel der RTL-Tanzshow 'Let's Dance' (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Familiengeschichten und ganz viel Gefühl: Show 9 von Let's Dance geht ans Herz. Anna-Carina Woitschack "haut noch einen drauf", Väter tanzen für ihre Töchter und unser Herr Llambi zeigt wieder einmal, dass er Steilvorlagen perfekt zu verwandeln weiß. Spätestens beim Streetdance-Duell steht dann die ganze Hütte.

"Du bist gekommen mit all deinen Emotionen", sagt Jorge zu Ross Antony. Das Motto dieses Mal bei Let's Dance: "Magic Moments", jene Ausgabe, in der die Promis traditionell versuchen, aus einem Tanz ein kleines Stückchen Biografie zu machen. Es geht an diesem Abend also nicht nur darum, wer es schafft, eine Geschichte auf das Parkett zu legen. Und ja, manchmal ist die Grenze zwischen einem magischen Moment und Kitsch fließend. Vor allem dann, wenn die Fernsehtränen einkalkuliert wirken. Aber wenn man merkt, dass da etwas nicht ganz verheilt und wirklich echt ist, berührt es umso mehr.

Den Abend eröffnet Joel Mattli gemeinsam mit Malika Dzumaev. Der Sportler vertanzt den Krebstod seines Vaters. Das Ganze jedoch nicht als Trauerstück, sondern als Liebeserklärung an seine Mutter, die ihn immer wieder aufgefangen habe. Und obwohl Jorge anmerkt, ihm habe "das Zackige" gefehlt, wirkt genau diese kleine Unperfektheit passend. Motsi findet, der Abend habe "magisch begonnen", während Llambi Mattlis "sehr schöne Fußpositionen" lobt.

Berührend ist Show 9 aber auch deshalb, weil zwischen all den schweren Geschichten immer wieder auch große Lebensträume auftauchen, die Milano in seinem Freestyle praktisch zum Leitmotiv macht. Seine Mutter habe ihm als Kind immer gesagt, dass alles möglich sei, obschon der Musiker noch immer gegen die Angst antanzt, es vielleicht doch nicht geschafft zu haben. Jorge spricht von "deinem besten Tanz", lobt das ästhetische Storytelling und tatsächlich liegt in diesem Auftritt etwas Eigenes: nämlich der Versuch, sich selbst beim Träumen zuzusehen.

"Heute hat alles geklappt"

Und dann kommt Ross Antony, bei dem man ja manchmal fast vergisst, dass hinter der überschäumenden Energie auch jemand steckt, der schwere Dinge erlebt hat. Neun Jahre ist der Tod seines Vaters inzwischen her, aber als er gemeinsam mit Mariia Maksina zu seinem eigenen Song "Goodbye Papa" über das Parkett tanzt, wirkt das alles wieder ganz nah. Tatsächlich hat man kurz das Gefühl, dass Ross für ein paar Minuten gar nicht mehr der Entertainer sein will. Motsi wirkt gerührt, während unser Herr Llambi plötzlich euphorisch von der "rhythmisch und musikalisch besten Nummer bisher" spricht. Dafür gibt’s zurecht 30 Punkte.

Auch bei Gustav Schäfer, Jan Kittmann und Anna-Carina Woitschack dreht sich vieles um Familie, allerdings auf unterschiedliche Weise. Gustav widmet seinen "Magic Moment" "seinen beiden Mädels" und erzählt gemeinsam mit Anastasia Maruster davon, wie schwer der Weg zum eigenen Kind für ihn und seine Frau gewesen sei. Als Tochter Lotti am Ende mit auf die Bühne kommt, wird selbst Jorge emotional: "Du machst dich groß." Llambi nennt den Auftritt zwar "rhythmisch geil", kritisiert aber erneut Gustavs hochgezogene Schultern.

Auch bei Jan Kittmann geht es um seine Tochter, allerdings deutlich unbeschwerter. Gemeinsam mit Kathrin Menzinger tanzt er zu "You Raise Me Up" und wirkt dabei zum ersten Mal seit Wochen wirklich gelöst. Jorge sieht "ganz tolle Magic", Motsi freut sich darüber, dass er das Tanzen diesmal wirklich "zugelassen" habe und der Juryboss, der Jan in den vergangenen Wochen öfter kritisiert hat, sagt: "Heute hat alles geklappt."

"Da haut die noch einen drauf"

Bei Anna-Carina Woitschack wird es dagegen deutlich intensiver. Gemeinsam mit Evgeny Vinokurov tanzt sie einen Freestyle zu "Rise Up" für ihren Vater, der an Krebs erkrankt war. Anna-Carina erzählt davon, wie sie sich damals an jeden kleinen Hoffnungsschimmer geklammert habe, bis die Therapie schließlich anschlug.

Vielleicht tanzt sie gerade deshalb mit einer Entschlossenheit, die selbst die Jury noch einmal überrascht. Jorge nennt den Auftritt "überzeugend und technisch so stark", Motsi ist "so so so so happy und so dankbar", und Llambi sagt über die "letzte verbliebene Frau" im Wettbewerb staunend: "Da haut die noch einen drauf." Für ihn ist es der "beste Tanz des Abends".

Das eigentliche Highlight dieser neunten Show passiert allerdings erst bei den Tanzduellen, genauer gesagt bei dem Streetdance-Battle zwischen Milano mit Marta Arndt und Anna-Carina Woitschack mit Evgeny Vinokurov. Schon nach wenigen Sekunden steht das Studio Kopf, weil beide Paare derart synchron, schnell und selbstverständlich abliefern, als hätten sie seit Jahren nichts anderes getan.

Vor allem Milano merkt man an, dass das genau seine Welt ist. Llambi sagt irgendwann völlig aus dem Häuschen, diese Nummer sei "zwei Klassen besser als der ganze Rest zusammen". Noch besser wird es allerdings, als Llambi sich kurzerhand eines der Streetdance-Shirts samt Cap überzieht, herumtanzt und cool "den Hartwich" herausfordert, während das Studio und Llambis Kollegen den Juryboss frenetisch feiern. Genau solche Momente machen diese Show einfach aus.

Dennoch muss am Ende wie immer jemand gehen: Dieses Mal hat es leider Gustav Schäfer erwischt.

Quelle: ntv.de

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