Unterhaltung

"Die Höhle der Löwen" Auf keinen Fall! Nein! Vielleicht! Deal!

1315176.jpg

Nicht nur ihr ist in der Show mal wieder das eine oder andere Licht aufgegangen: Löwin Judith Williams.

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Ist der Drops gelutscht, wenn die Löwen im Kollektiv mit den Daumen nach unten zeigen? Nicht immer. In dieser Woche beweisen fünf hartnäckige Weltverbesserer in der Vox-Show das Gegenteil.

Wenn sich die Löwen erst einmal ein Bild gemacht haben, dann lassen sie sich nur noch selten aus der Ruhe bringen. Schon nach wenigen Minuten ist meist klar, ob der jeweilige Düsentrieb-Auftritt zum "Business-Case" taugt oder nicht.

1315179.jpg

Bei Francesco Indirli und "IntHim" biss Williams - natürlich - an.

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Auch diesmal ist der Großteil dessen, was den Damen und Herren Williams, Wöhrl, Maschmeyer, Dümmel und Thelen präsentiert wird, schnell abgehandelt. Der "Blinkerhandschuh" von Senior Harald Gerhard beispielsweise landet ohne großes Verhandlungs-Hickhack im Warenkorb von DS-König Ralf Dümmel. Beauty-Queen Judith Williams sichert sich erwartungsgemäß die Dienste von Francesco Indirli, der mit seinem "IntHim"-Lotion-Paket eine Revolution auf dem Intimpflege-für-Männer-Markt anzetteln will. Die Dating-App-Liebhaberin Wanda Egger und das 3D-Tortenfigurations-Duo Flavio Cuoni und Othmar Müller hingegen müssen ohne Deal wieder die Heimreise antreten.

So weit, so gut. Mit deckungsgleichen Szenarien, in denen kleinere oder größere Erfindungen wahlweise mit Kusshand begrüßt oder vom Hof gejagt wurden, ist der eingefleischte "Die Höhle der Löwen"-Fan daheim vor der Mattscheibe bereits hinlänglich vertraut.

Es wird Geschichte geschrieben

Was er allerdings noch nicht gesehen hat, sind fünf zwischen Begeisterung und Entsetzen pendelnde Investoren, die von der ersten bis zur letzten Sekunde eines Pitches nicht wissen, wie ihnen geschieht. Um es vorweg schon einmal auf den Punkt zu bringen: In der Löwenhöhle wurde diesmal Geschichte geschrieben.

1325804.jpg

Die Jungs von "Too Good To Go" - auch ihr Projekt war zu gut, um sie einfach ohne Deal ziehen zu lassen.

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Kurz und knapp die Eckdaten: Erstmals in der Historie des Formats flattert den fünf Löwen eine Firmenbewertung in Höhe von knapp 20 Millionen Euro auf den Tisch. Aber das ist erst der Anfang. Normalerweise verabschieden die knauserigen Investoren bei einer Präsentation dieser Größenordnung bereits nach wenigen Minuten ins Träumt-schön-weiter-Walhalla. Diesmal jedoch spitzen alle Löwen bis zur letzten Sekunde die Ohren. Und das trotz einer überaus hartnäckigen Start-Up-Front, die keinen Anteil-Millimeter zurückweichen will.

Im Detail: Das deutsch-dänische Power-Quintett in Gestalt von Peter Wiedeking, Julian Stützer, Thomas Björn Momsen, Klaus Pedersen und Stian Olesen hat sich dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung verschrieben. Das Motto der fünf Food-Guardians aus Düsseldorf und Kopenhagen lautet: "Teller statt Tonne!"

Da verschlägt es einem die Sprache

Mit ihrer "Too Good To Go"-App wollen Peter, Julian und Co. allen Menschen in Deutschland frische Lebensmittel kurz vor ihrem Verschwinden in die Gastro-Mülltonne verbilligt auf dem Silbertablett servieren. Alle Löwen im Käfig wissen das Rettet-Essen-Engagement des klar strukturiert auftretenden Fünfers sofort zu schätzen. Dumm nur: Wieder einmal scheint sich ein rundum perfektes Jung-Unternehmen mit einer horrenden, vermeintlich völlig aus der Luft gegriffenen Firmenbewertung selbst ins Knie zu schießen. Knapp 20 Millionen Euro soll die Firma bereits wert sein. Da verschlägt es selbst Dagobert-Experten wie Carsten Maschmeyer und Frank Thelen die Sprache.

Aber die "Too Good To Go"-Erfinder lassen nicht locker. Immer wieder verteidigen sie mit Händen und Füßen ihr Konzept und ihre Bewertung wie eine Löwenmutter ihr Junges. Doch die Investoren bleiben hart. Von Minuten zu Minute rückt das "Sorry, habt ihr toll präsentiert, aber…"-Ende immer näher. Da hat Thomas Björn Momsen plötzlich die zündende Idee: "Wie wäre es denn, wenn ihr einfach alle mit einsteigt?", fragt der sympathische Däne. Momsens Vorschlag hat einen cleveren Hintergrund. Statt eines Millionen-Invests würde jeder Löwe "nur" mit 200.000 Euro einsteigen. So wäre der Verlust geringer, sollte das Projekt scheitern.

Ein "Nein" muss nicht das Ende sein

Auf einmal kommt Bewegung in die Höhle. Aufregung macht sich breit. Es wird hin und her verhandelt. Das Ergebnis: Nach einem kollektiven "Nein" switchen die Löwen erstmals in der Geschichte des Formats komplett um. Man einigt sich auf eine Anteilabgabe von 8,9 Prozent des Unternehmens. Dafür werfen alle Löwen je 200.000 Euro in den "Too Good To Go"-Topf. Alle sind happy. Alle fallen sich in die Arme. "We have a Deal!", freut sich Frank Thelen. Spätestens jetzt sollte jedem zukünftigen DHdL-Kandidaten klar sein: Ein "Nein" muss nicht immer gleich das Ende bedeuten. Manchmal bedarf es nur eines entgegenkommenden Vorschlags, um aus einem "Auf keinen Fall!" ein "We have a Deal!" zu machen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema