Unterhaltung

Bestimmt gratuliert auch Boerne Axel Prahl - mehr als nur der "Tatort"-Thiel

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Das aktuell beliebteste "Tatort"-Duo: Axel Prahl als Frank Thiel (r.) und Jan Josef Liefers als Professor Karl-Friedrich Boerne.

(Foto: picture alliance/dpa)

Inzwischen kennen ihn alle vor allem in einer Rolle: als Hauptkommissar Frank Thiel im "Tatort" aus Münster. Doch im wahren Leben ist Axel Prahl natürlich viel mehr als nur der mürrische Partner von Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne. Nun feiert er seinen 60. Geburtstag.

Mürrischer, wortkarger St.-Pauli-Fan trifft auf überheblichen, ständig quasselnden Vorzeige-Snob. Schickt man beide gemeinsam auf Verbrecherjagd, kommt dabei eines der erfolgreichsten Duos der "Tatort"-Geschichte heraus. Seit 2002 spielt Axel Prahl Hauptkommissar Frank Thiel im Münster-"Tatort". Am 26. März feiert er seinen 60. Geburtstag.

Zusammen mit Jan Josef Liefers, der sich als Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne immer wieder in die Ermittlungen einmischt, sorgt Prahl regelmäßig für "Tatort"-Traumquoten. Der bisher größte Erfolg: Bei der Folge "Fangschuss" schalteten am 2. April 2017 14,56 Millionen Zuschauer ein.

Zu viel Klamauk?

Seit 17 Jahren sorgt das Duo dafür, dass die Krimi-Nation am Sonntagabend gebannt auf die heimische Mattscheibe starrt. Zuletzt verfolgten 12,66 Millionen die Folge "Väterchen Frost", wofür sich Liefers mit einem illustren Instagram-Post bedankte. Zu sehen: Liefers, Prahl und Christine Urspruch alias Silke Haller beziehungsweise "Alberich" haben sich der Größe nach hintereinander aufgestellt und lachen in die Kamera.

Lachen ist ein gutes Stichwort, denn das wird den Münsteranern oft zum Vorwurf gemacht - zu viel Klamauk, zu wenig Krimi. Beispielhaft ist die Szene aus "Ein Fuß kommt selten allein", in der Thiel sich an Boerne wendet und fragt: "Gehts vielleicht auch mit etwas weniger Klamauk?" Der erwidert nüchtern: "Da müssen Sie sich einen anderen Rechtsmediziner suchen" - und vielleicht einen anderen "Tatort". Denn auch wenn einige das "alberne Gefrotzel" des Duos nicht mehr sehen und hören können, schalten immer genügend Krimi-Fans ein, die eben genau dies wollen.

Am Anfang war die Musik

Dabei stand eine Karriere als Schauspieler für den gebürtigen Schleswig-Holsteiner Prahl zunächst nicht auf der Agenda. Stattdessen schlug er sich als Straßenmusiker in Spanien durch, jobbte als Bierfahrer, Gleisbauer und Kellner. Die Musik begleitete ihn, wohin er auch ging. Zuerst mischte er in der Gruppe "Ougenweide" mit und gründete später die Band "Impuls".

Mit der TV-Produktion "Schlafende Hunde" gewann die Schauspielerei dann doch die Oberhand. Für seine Engagements in "Die Polizistin", "Halbe Treppe" und "Willenbrock" erhielt er jeweils eine Darsteller-Auszeichnung - darunter auch den begehrten "Adolf-Grimme-Preis".

Ohne Musik gehts für den Mann mit der Raspelstimme trotzdem nicht: Schon 2011 veröffentlichte er sein Album "Blick aufs Mehr". Seither hat er mit "Live 2013 - Das Konzert", "Leinen Los" (2015), "Assel Pi" (2016) und "Mehr" (2018) vier weitere Platten auf den Markt gebracht.

Kooperation mit Vanessa Mai

Auch mit seinen Konzerten ist der Schauspieler erfolgreich. Gemeinsam mit Regisseur Andreas Dresen spielt er Songs von Gerhard Gundermann, Rio Reiser, Gisbert zu Knyphausen und natürlich seine eigenen. Neuester musikalischer Clou: die gemeinsame Arbeit mit Schlagerstar Vanessa Mai zum Film "Nur mit dir zusammen". Darin gibt Prahl nicht nur den abgehalfterten Rockstar Wim, sondern auch gleich noch ein Duett mit Mai zum Besten.

Viel zu tun für Axel Prahl, der im Dezember vergangenen Jahres ankündigte, eine Pause einlegen zu wollen. Im "Bild"-Interview sagte er, es werde 2021 "keine Konzerte oder Dreharbeiten für andere Filme geben". "Tatort"-Fans müssen sich allerdings keine Sorgen machen: "Keine Bange, den 'Tatort' drehe ich natürlich weiterhin." Trotzdem dürfe man nicht immer auf dem Gaspedal kleben, wie Prahl findet. Er brauche auch mal wieder Zeit, um zu malen, zu komponieren oder zu verreisen.

Quelle: ntv.de, vpr/spot