Unterhaltung

Umstrittene Kunstfigur entfernt BR reagiert auf "Blackfacing"-Vorwürfe

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"Maxwell Strauß" ist künftig nicht mehr Teil des "SchleichFernsehens"

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

In einem satirischen Beitrag des Bayerischen Rundfunks tritt der Kabarettist Helmut Schleich als schwarz geschminkter Kanzlerkandidat auf und sorgt für Empörung. Nachdem der Sender die umstrittene Figur zunächst noch verteidigt, nimmt er sie nun aus dem Programm.

Der Bayerische Rundfunk (BR) zieht nach viel Kritik an einem Satire-Beitrag mit einem fiktiven schwarz-geschminkten Kanzlerkandidaten Konsequenzen. Die umstrittene Kunstfigur "Maxwell Strauß" wird künftig nicht mehr im Programm zu sehen sein. BR-Intendantin Katja Wildermuth kündigte im Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders zudem eine interne Werte-Diskussion an.

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte ein BR-Sprecher nach der Sitzung des Aufsichtsgremiums: "Wir haben uns darauf verständigt, dass Maxwell Strauß nicht mehr auftreten wird." Wildermuth hat nun eine intensive Aufarbeitung gestartet. Intern sei viel über den Beitrag diskutiert worden, sagte sie im Rundfunkrat. Der BR habe die Verantwortung, "gegen Stereotype und Herabwürdigungen zu wirken".

In der Sendung "SchleichFernsehen" war Kabarettist Helmut Schleich Anfang April in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Strauß geschlüpft - und hatte dabei das Mittel des Blackfacings genutzt. Mit schwarz geschminktem Gesicht machte er Witze über die aktuelle bayerische Politik.

Zahlreiche Kritiker - vor allem im Netz - bezeichneten den Beitrag als rassistisch. Von Blackfacing spricht man, wenn sich Weiße schminken, um Schwarze stereotyp darzustellen. Nach dem Vorfall hatte der BR die Kunstfigur noch verteidigt. In einem Satireformat müsse dem Künstler "ein bestimmter Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden", teilte eine Sprecherin des Senders mit. "Die künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, lotet aber manchmal auch Grenzen aus."

Quelle: ntv.de, lri/dpa

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