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Fünffache Kaution gefordert Besteht bei Weinstein Fluchtgefahr?

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Bei einem Gerichtstermin wirkt Harvey Weinstein sichtlich angeschlagen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In einem Monat beginnt der Prozess gegen Harvey Weinstein. Die zuständige Staatsanwaltschaft befürchtet allerdings, dass der Filmproduzent fliehen könnte und will die Kaution deutlich erhöhen. Schließlich verfüge der wegen Vergewaltigung angeklagte 67-Jährige über "beinahe unbegrenzte Mittel".

Die Staatsanwaltschaft von New York hat eine drastische Erhöhung der Kaution für den der Vergewaltigung beschuldigten Ex-Filmproduzenten Harvey Weinstein gefordert. Die Kaution müsse von derzeit einer Million Dollar auf fünf Millionen Dollar erhöht werden, sagte Staatsanwältin Joan Illuzzi-Orbon bei einem Gerichtstermin in Manhattan. Sie begründete dies mit Fluchtgefahr: Der einstige Hollywood-Mogul könne versuchen, vor Beginn seines Prozesses in einem Monat aus dem Land zu fliehen. Der 67-Jährige habe "beinahe unbegrenzte Mittel", sagte Illuzzi-Orbon. "Dieser Mann könnte einfach so in einem Privatjet wegfliegen und in ein anderes Land gehen."

Dem einst mächtigen Filmproduzenten, der bei dem Gerichtstermin geschwächt wirkte und teilweise von einem Begleiter gestützt wurde, wird von zahlreichen Frauen sexueller Missbrauch vorgeworfen. Im New Yorker Verfahren werden ihm eine Vergewaltigung im Jahr 2013 und erzwungener Oralverkehr im Jahr 2006 zur Last gelegt. Der Prozess soll am 6. Januar beginnen. Weinstein befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Er musste außerdem seinen Reisepass abgeben und trägt eine elektronische Fessel.

Staatsanwältin Illuzzi-Orbon führte aber vor Gericht aus, dass in den vergangenen Monaten wiederholt kein Signal von der elektronischen Fessel empfangen worden sei. Zwei Mal, im September und Oktober, verschwand Weinstein demnach sogar gleich für mehrere Stunden vom Radar. In den vergangenen Monaten flog er wiederholt mit einem Privatjet nach Los Angeles. Weinsteins Anwältin Donna Rotunno argumentierte, bei den Signalunterbrechungen habe es sich lediglich um "kleine technische Probleme" gehandelt. Ihr Mandant habe keineswegs die Absicht zu fliehen - er sehe dem Prozess vielmehr mit Ungeduld entgegen. Richter James Burke traf dazu vorerst keine Entscheidung. Er setzte für den 11. Dezember einen neuen Gerichtstermin an.

Quelle: ntv.de, ibu/AFP