Let's Dance - Show 8"Bester Tanz der Staffel": Anna-Carina lässt alle stehen
Von Verena Maria Dittrich
Anna-Carina Woitschack sorgt für den Wow-Moment des Abends, Jan Kittmann ist wieder in der Spur und Nadja Benaissa überzeugt mit einem argentinischen Tango. Doch am Ende trifft es ausgerechnet eine der stärksten Tänzerinnen der Staffel. Der Schock kommt ganz zum Schluss.
"Das war der beste Tanz dieser Staffel", ruft die Jury und springt von den Stühlen, und jeder weiß: Dieser Abend, der ohnehin unter besonderen Vorzeichen steht, hat seinen Höhepunkt erreicht, weil das, was Anna-Carina Woitschack gemeinsam mit Evgeny Vinokurov auf das Parkett bringt, nicht einfach nur eine gelungene Darbietung ist, sondern ein Moment, in dem alles zusammenpasst: Spannung, Präsenz und eine Selbstverständlichkeit im Ausdruck, die man so bei ihr bislang noch nicht gesehen hat.
Dabei beginnt Show 8 von "Let's Dance" wie ein klassischer Härtetest. Denn der Partnertausch zwingt die Promis dazu, sich innerhalb weniger Tage auf einen neuen Profi einzulassen, während gleichzeitig zwei Tänze einstudiert werden müssen. Klar, dass das nicht nur körperlich an die Substanz geht, sondern vor allem mental. Die gewohnten Routinen fallen weg und jede Bewegung muss neu gedacht werden, sodass dieser Abend, ja, das kann man ruhig so sagen, von der Anpassungsfähigkeit der Promis lebt.
Denn anders als in den Wochen zuvor geht es hier nicht mehr nur um saubere Abläufe, sondern darum, sich in kürzester Zeit auf eine völlig neue Dynamik einzulassen.
Gerade deshalb fällt Anna-Carinas Entwicklung so auf, weil sie zunächst mit Valentin Lusin beim Charleston das abliefert, was man von ihr kennt, solide, ohne große Ausreißer, und dann mit Vinokurov in diesem Paso Doble plötzlich eine Intensität erreicht, die selbst die Jury so überrascht, dass sie die Kellen fliegen lässt. Jorge González fragt völlig fassungslos, was da gerade passiert sei, und genau dieses Staunen überträgt sich im gesamten Studio.
"Hey, I am your man, Baby"
Dass dieser Abend aber mehr ist als nur dieser eine Ausbruch, zeigt Jan Kittmann zunächst mit Ekaterina Leonova im Wiener Walzer, für den es 30 Punkte gibt, begleitet von "Gänsehaut pur" und der etwas verspielten Bemerkung von Jorge: "Hey, I am your man, Baby". Motsi fühlt sich an "La La Land" erinnert und Herr Llambi stellt nüchtern fest, "einer der Favoriten ist wieder in der Spur". Und genau das macht ihn in diesem Moment wieder zu einem der spannendsten Kandidaten dieses Abends. Das bestätigt sich im zweiten Tanz mit Kathrin Menzinger, auch wenn die Samba nicht ganz fehlerfrei ist, dafür aber zeigt, dass er seine Rolle sehr souverän performt.
Milano erlebt hingegen genau das, was diese Woche so schwierig macht. Sein langsamer Walzer bleibt verhalten und bringt ihm die spitze Bemerkung ein, es sei ein "Stehwalzer ohne Schwung", während er sich in der Samba mit "Marta Maschine" deutlich freier bewegt. Während das Publikum "Zugabe" ruft und Motsi von "etwas ganz Neuem" spricht, merkt man Milano sichtlich an, wie erleichtert er ist, diese Woche gemeistert zu haben.
Joel Mattli wirkt an diesem Abend angespannt und fast ein wenig "zu kontrolliert". Obwohl gerade sein Paso Doble mit Patricija Ionel zeigt, dass er durchaus "Akzente setzen" kann, auch wenn es, wie die Jury sagt, "eine andere Handschrift" ist. Der Slowfox mit Malika Dzumaev aber liefert saubere Grundlagen und gute Fußarbeit. Herr Llambi beschreibt den Schweizer Sportler als "Typ, wo jede Schwiegermutter sagt, den will ich haben".
"Schöne ausgedrehte Füße"
Und Gustav Schäfer? Der bleibt sich treu, was in dieser Show zugleich Stärke und Schwäche ist. Sein Paso Doble mit Zsolt Sándor Cseke strotzt zwar vor Energie und liefert als reines Männer-Duo einen dieser Momente, über die man spricht, lässt gleichzeitig aber genau das vermissen, was Llambi als Attitüde einfordert. Seine spätere Samba mit Anastasia Maruster zeigt aber wieder einmal, dass Unterhaltung bei ihm keine Frage des Partners ist.
Und natürlich muss auch Ross Antony sich auf einen neuen Partner einlassen. Die Salsa mit Alexandru Ionel funktioniert über das Erzählerische, während der Jive mit Mariia Maksina im zweiten Durchgang zu seinen besseren Tänzen gehört, was Motsi mit dem Hinweis auf "schöne ausgedrehte Füße" unterstreicht.
Und dann ist da noch Nadja Benaissa, die gemeinsam mit Massimo Sinató im Jive eine "gelungene Vorstellung" abliefert, bevor sie im Tango mit Vadim Garbuzov noch einmal nachlegt. Das Ganze mit einer Klarheit in der Haltung, die Motsi und Jorge erneut aufstehen lässt und diesem Abend einen Abschluss gibt, der zeigt, dass die Doppelbelastung der Woche sich wirklich gelohnt hat.
Und dann passiert das, womit kaum jemand rechnet: Gerade sie, die eben noch mit einem argentinischen Tango auf höchstem Niveau überzeugt hat, muss die Show verlassen! Gemeinsam mit Gustav Schäfer steht die Musikerin noch als Wackelkandidatin da, doch dass es ausgerechnet sie trifft, wirkt wie ein Bruch mit der Logik des gesamten Abends. Ein Tanz, der eben noch für Begeisterung sorgt, reicht plötzlich nicht mehr aus. Schade, denn Nadja gehört zu den stärksten Tänzerinnen dieser Staffel.