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Verwirrung um Status Boris Beckers Diplomatenpass gefälscht?

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Macht gerade harte Zeiten durch: Boris Becker.

(Foto: imago/Chris Emil Janßen)

Boris Becker kann in seinem Insolvenzverfahren einem Bericht zufolge nun wohl doch nicht auf diplomatische Immunität hoffen. Er sei kein offizieller Diplomat der Zentralafrikanischen Republik - sein Pass sei sogar gefälscht, heißt es nun.

Jetzt läuft's aber mal so gar nicht rund für Boris Becker. "Um als Diplomat ernannt zu werden, ist neben der Ernennung des Präsidenten auch meine Unterschrift als Außenminister nötig", sagte der Außenminister der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), Charles Armel Doubane, der Zeitung "Die Welt". Er habe entsprechende Dokumente aber nie unterzeichnet. Der Präsident habe ihn "nie darum gebeten, die entsprechenden Schritte im Falle von Boris Becker einzuleiten".

Und es kommt noch härter: Beckers Diplomatenpass der ZAR ist nach Angaben der Regierung des Landes sogar unecht. Das Dokument sei eine "Fälschung", sagte der Büroleiter von Außenminister Doubane, Chérubin Moroubama, nun in Bangui. Becker hatte zuletzt versucht, in seinem laufenden Insolvenzverfahren diplomatische Immunität als Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten der ZAR in der EU geltend zu machen. Beckers Anwälte verwiesen in diesem Zusammenhang vor einem britischen Gericht auch auf seinen Diplomatenpass.

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"Beckers Stellenbeschreibung gibt es nicht in den Regierungsdatenbanken", so Moroubama. Der fragliche Ausweis ist auf den 19. März 2018 datiert und trägt eine Seriennummer, die nach Angaben des Büroleiters zu "2014 gestohlenen Blankopässen passt". Außerdem seien die Unterschrift und der Stempel auf dem Dokument nicht die des Außenministers. Darüber hinaus habe das dort angegebene Aufgabengebiet "Finanzen" "nichts mit sportlichen Fragen zu tun".

Becker war im Juni 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Sein deutscher Anwalt Oliver Moser hatte Ende vergangener Woche dem Sport-Informations-Dienst Sid gesagt, sein Mandant mache im Zuge eines Insolvenzverfahrens in Großbritannien diplomatische Immunität geltend. Er berufe sich dabei auf seine Funktion als Sportsonderattaché für die ZAR.

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Es läuft gerade nicht optimal .... Mit Lilly ist es auch vorbei.

(Foto: picture alliance / dpa)

Doubane bestätigte in dem Gespräch allerdings, dass es ein Treffen zwischen dem Präsidenten der ZAR, Faustin Archange Touadéra, und Becker gegeben habe. Dabei sei es tatsächlich darum gegangen, dass Becker dem Land mit seinen Kontakten im Sportsektor helfen werde. Dies habe der "ehemalige Sportstar" auch bei zwei Gelegenheiten in Paris und Brüssel getan, "aber nicht als offizieller Diplomat".

"Wir wollen nicht, dass Boris Beckers inoffizielle Position für unser Land mit seinen finanziellen Problemen assoziiert wird", sagte der Minister, der seit Beginn der Amtszeit von Touadéra im Jahr 2016 im Amt ist. "Wir sagen klar, dass unser Land bei jeglichen rechtlichen Verfahren gegen Boris Becker die Justiz in keinerlei Weise behindern wird." Die Zentralafrikanische Republik trete "für Rechtsstaatlichkeit ein".

Der Botschafter der ZAR in Brüssel, Daniel Emery Dede, hatte dagegen am Sonntag erklärt, Becker sei "ein aufrichtiger Unterstützer unseres Landes und wurde vom Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik in den diplomatischen Dienst berufen". Dazu sagte Außenminister Doubane allerdings, die Pressemitteilung sei ohne Absprache mit ihm verschickt worden. Er habe seine Position am Sonntag bereits dem Berater von Präsident Touadéra mitgeteilt.

"Ungerechtfertigt und ungerecht"

Die britische Press Association (PA) zitierte die deutsche Tennislegende mit den Worten, dass die Entscheidung, ein Insolvenzverfahren gegen ihn einzuleiten, "sowohl ungerechtfertigt als auch ungerecht" sei. Deshalb mache er nun diplomatische Immunität geltend, um "diese Farce zu einem Ende zu bringen" und damit er anfangen könne, sein "Leben wieder aufzubauen". Beckers Insolvenzverwalter erklärten dagegen, diesen Schachzug nicht zu akzeptieren.

Ende Mai hatte ein Anwalt von Becker die "einvernehmliche und freundschaftliche" Trennung des Ex-Tennisstars von seiner Frau Lilly bestätigt. Der Sportstar und die Niederländerin hatten sich 2005 kennengelernt und im Juni 2009 geheiratet.

Becker arbeitet als Tennis-Experte bei Eurosport und ist für den Deutschen Tennis Bund als Herren-Verantwortlicher tätig. Die ehemalige Nummer eins der Welt, die gesundheitliche Probleme nach seiner Karriere hatte, versicherte in Hamburg: "Keine Sorge, ein Comeback auf dem Tennisplatz wird es nicht geben."

Langsam muss man wohl jedoch auf irgendeine Art von Comeback für Becker hoffen.

Quelle: n-tv.de, soe, AFP/dpa

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