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Keine Touren mehr wegen Brexit? Britische Popstars schreiben Brandbrief

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Nur einer der zahlreichen Unterzeichner: Ed Sheeran.

(Foto: imago images / Pacific Press Agency)

Pop- und Rockmusik ist einer der größten Exportschlager Großbritanniens. Doch der Brexit könnte auch für Stars wie Elton John, Ed Sheeran oder Queen drastische Folgen haben. Er mache den Rest Europas für sie zu einer "No-Go-Zone", werfen die Künstler ihrer Regierung vor.

Einige der größten britischen Musikstars beschuldigen ihre Regierung, die Künstler des Landes mit dem Brexit-Deal fallenzulassen. Unter anderem Elton John, Ed Sheeran, Ex-Oasis-Sänger Liam Gallagher, Sting, Kim Wilde, Queen-Gitarrist Brian May, The-Who-Mitgründer Roger Daltrey, Dirigent Simon Rattle, Komponistin Judith Weir sowie die Bands Radiohead und Sex Pistols prangern dies in einem offenen Brief in der "Times" an. Durch die Reiseregeln werde "Europa zu einer No-Go-Zone" für britische Musiker, befürchten die Künstler.

Mehr als 100 Musiker und Dutzende andere prominente Persönlichkeiten der Branche haben den Brief unterzeichnet. Das Versagen der Regierung in den Verhandlungen bedrohe die Zukunft des kulturellen Austauschs mit dem Kontinent, heißt es darin. Die Regierung müsse Maßnahmen ergreifen, die es britischen Musikern ermöglichten, visumsfrei in der Europäischen Union zu touren.

Tourneen werden unrentabel

Derzeit machten die Kosten für Arbeitserlaubnisse, Visa und andere bürokratische Regeln Tourneen vollkommen unrentabel, so der Vorwurf. Dies gelte insbesondere für junge Musiker und Newcomer, die aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin bereits in großen Schwierigkeiten seien.

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Seit die Brexit-Übergangsphase am 1. Januar zu Ende gegangen ist, benötigen britische Künstler teure Visa für Auftritte in der EU. Großbritannien und die EU beschuldigen sich gegenseitig für die Situation. So erklärte die britische Kultur-Staatssekretärin Caroline Dinenage, die EU habe einen von ihrem Land vorgelegten Lösungsvorschlag abgelehnt.

Den Musikern indes dürfte egal sein, wer der eigentliche Buhmann ist. "Dieses Verhandlungsversagen wird viele Künstler in den Abgrund stürzen", heißt es in ihrem Brandbrief. Zugleich werden derzeit Unterschriften für eine Online-Petition gesammelt, die Nachbesserungen für Künstler beim Brexit verlangt. Mehr als 260.000 Menschen haben sie bereits unterzeichnet.

Quelle: ntv.de, vpr/spot