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"Ich weine jeden Tag" Britney Spears will Vater im Gefängnis sehen

Der Vormundschaftsstreit um Britney Spears erfährt eine dramatische Zuspitzung. Vor Gericht erhebt die 39-Jährige schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Zugleich zeichnet sie ein düsteres Bild von ihrer persönlichen Lage. "Ich weine jeden Tag", erklärt sie.

Britney Spears hat in einer emotionalen Gerichtsanhörung ihr Herz ausgeschüttet und ihrem Ärger Luft gemacht. "Ich habe der Welt gesagt, dass ich glücklich und in Ordnung bin", sagte die Sängerin, die per Telefon in die Verhandlung zugeschaltet wurde. "Ich habe gelogen. Ich bin nicht glücklich, ich kann nicht schlafen. Ich bin so wütend, das ist verrückt. Und ich bin deprimiert. Ich weine jeden Tag", fügte die 39-Jährige hinzu.

In ihrem über 20 Minuten langen Redefluss stellte Spears mehrfach klar, dass sie ein Ende der seit 2008 bestehenden Vormundschaft über ihre Person und ihre Finanzen herbeisehne. Dies sei Missbrauch, erklärte sie in der Anhörung vor Richterin Brenda Penny in Los Angeles. Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt.

Wie ein Sklave?

"Mein Vater und alle, die an dieser Vormundschaft beteiligt sind, einschließlich meines Managements ... sollten im Gefängnis sein", sagte Spears. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen. Dazu gehöre auch, dass sie zu Auftritten gezwungen worden sei. Sie sei jedoch nicht hier, "um der Sklave von jemandem zu sein", betonte die Sängerin. "Ich verdiene Änderungen."

Ihren Eltern warf Britney Spears Ausbeutung vor. Seit 13 Jahren würden sie von ihrem Geld profitieren und ihr Privatleben kontrollieren. Das Vermögen der Sängerin wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt.

Die Anschuldigungen von Spears gipfelten in der Aussage, ihr sei es sogar nicht erlaubt, zum Arzt zu gehen, um ihre Spirale entfernen zu lassen. Dabei wünsche sie sich ein weiteres Baby. Auch eine Hochzeit mit ihrem derzeitigen Partner Sam Asghari käme für Spears wohl in Betracht. Mit ihrem Ex-Mann Kevin Federline hat sie zwei Söhne im Alter von 14 und 15 Jahren.

"Es ist genug"

"Ich habe mehr als genug getan. Ich schulde diesen Leuten nichts. Es ist peinlich und demoralisierend, was ich durchgemacht habe. Ich will nur mein Leben zurück. Es sind 13 Jahre. Es ist genug", konstatierte Spears mit teils zittriger Stimme.

Ihr sei bis vor Kurzem nicht bewusst gewesen, dass sie gegen die Vormundschaft vorgehen könne, erklärte Spears. Die jetzige Anhörung hatte sie im April beantragt. Bis jetzt hatte sie sich in dem Rechtsstreit um ihre Vormundschaft selbst kaum öffentlich geäußert.

"Mister Spears liebt seine Tochter"

2008 hatte ein Gericht entschieden, dem Vater der Sängerin, James Spears, die Vormundschaft über seine Tochter zu übertragen. Vorausgegangen war ein Zusammenbruch des Popstars wegen beruflicher und privater Probleme. Seither verwaltete James Spears das Vermögen und andere Anliegen seiner berühmten Tochter.

2019 trat der Vater aus gesundheitlichen Gründen kürzer, er verwaltete seither als Vormund nur noch das Vermögen seiner Tochter. Für deren persönliche Belange, darunter auch medizinische Entscheidungen, wurde Jodi Montgomery als Vormund eingesetzt. 2020 kam ein Finanztreuhänder dazu.

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Nach der Anhörung gab James Spears über seine Anwältin Vivian Thoreen eine kurze Erklärung ab. "Es tut ihm leid, zu sehen, dass seine Tochter leidet und Schmerzen hat", zitierte das Magazin "Variety" aus der Mitteilung der Anwältin. "Mister Spears liebt seine Tochter und vermisst sie sehr."

Ein Urteil in dem Fall gab es nicht. Der Richterin zufolge muss Britney Spears einen formellen Antrag stellen, um die Vormundschaft zu beenden. Ob die Sängerin dies plant, war zunächst nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa/spot

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