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Babybauch und Personenschützer Bushidos Frau sagt vor Gericht aus

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Halten zusammen - auch vor Gericht: Bushido und Anna-Maria Ferchichi.

(Foto: imago stock&people)

Vor diesem Moment hatte Anna-Maria Ferchichi "riesengroßen Respekt". Die Frau von Rapper Bushido sagt erstmals im Prozess gegen den Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker aus. In den Gerichtssaal wird die Schwangere von Sicherheitskräften begleitet.

Bushidos Ehefrau Anna-Maria Ferchichi hat im Strafprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker das erste Mal persönlich ausgesagt. Nach RTL-Informationen wurde sie am Montagmorgen um 8.58 Uhr in einem schwarzen BMW mit Sirene auf dem Dach in die Tiefgarage des Berliner Landgerichts gefahren.

RTL-Reporterin Samina Faizi zufolge wirkte Ferchichi vor ihrer Aussage angespannt. Im Interview hatte Bushidos Frau zuvor bereits eingeräumt, sie wisse nicht, was sie vor Gericht erwarte: "Zu wissen, ich geh da rein und ich guck die an, ich darf nicht reagieren, ich werde nichts sagen, ich werde sie nicht ansprechen, dabei möchte ich ihnen so viel sagen, da hab ich riesengroßen Respekt vor."

Aussage von großer Bedeutung

Da Ferchichi aktuell schwanger ist, hat sie ein Attest, mit dem sie die Aussage verweigern könnte. Doch das kam für sie nicht infrage. "Ich möchte es tun, weil das ist Verantwortung und das gehört dazu und ich bin die Einzige, die meinem Mann den Rücken stärken kann, weil doch so viele Leute falsch aussagen, aus Angst oder warum auch immer", erklärte sie im Vorfeld.

RTL-Reporterin Faizi, die bislang bei jedem der 37 Prozesstage mit im Gerichtssaal war, misst Ferchichis Aussage große Bedeutung zu: "Es geht natürlich hauptsächlich um die Bedrohungslage, die durch die Abou-Chakers ausgegangen ist, also welche Bedrohungen sind da ausgesprochen worden, was ist Bushido genau zugestoßen, was ist ihm angetan worden. Da war sie doch sehr dicht dran und ist eine der wenigen Zeugen, die dazu befragt werden und gehört werden können", lautet ihre Einschätzung.

"Völlige Überwachung"

Während ihrer Vernehmung vor Gericht schilderte Ferchichi dann ein Ungleichgewicht im früheren Verhältnis ihres Mannes zu Abou-Chaker. "Das ist keine Freundschaft, das ist eine völlige Überwachung, ein völliges Ansichziehen aller Dinge", habe sie damals zu Bushido gesagt, so Ferchichi. Der Sänger habe gegen seinen damaligen Geschäftspartner nicht aufbegehrt, er habe aber sichtlich unter Druck gestanden.

Die 39-Jährige mit Babybauch wurde von Personenschützern begleitet in den Saal gebracht. Bushido, der auch Nebenkläger ist, war nicht zu sehen. Dem 45-jährigen Hauptangeklagten Abou-Chaker werden Straftaten gegen seinen einstigen Geschäftspartner vorgeworfen - Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung.

Drei mitangeklagte Brüder sollen Mittäter sein. Die vier Beschuldigten haben sich im Prozess bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bushido war bereits an 25 Prozesstagen befragt worden. Auch er steht unter Personenschutz.

"Angst und Ehre"

Vor Kurzem hatte der 42-Jährige auf Instagram verkündet, dass er mit seiner Frau Drillinge erwarte. Anna-Maria Ferchichi, die Schwester von Sängerin Sarah Connor, gilt als starke Frau an Bushidos Seite. Er habe es ihr zu verdanken, dass er die Trennung von Abou-Chaker gewagt habe, hatte der Rapper im Verlauf des Prozesses gesagt.

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Er sei schockiert gewesen, als er von der Bedrohung seiner Frau und Kinder im November 2018 erfahren habe, erklärte Bushido. Zunächst habe er aus "Angst und Ehre" geschwiegen. Erst im Januar 2019 habe er dann gegen Abou-Chaker bei der Polizei ausgesagt.

Bushido hatte seine Beziehungen zu dem Clan-Chef nach mehr als einem Jahrzehnt privatem und geschäftlichem Miteinander aufgelöst. Abou-Chaker wollte dies laut Anklage jedoch nicht akzeptieren und habe unberechtigt eine Million-Zahlung sowie die Beteiligung an Bushidos Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.

Quelle: ntv.de, vpr/RTL/dpa

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