Nach wirrem Bambi mit GottschalkCher fällt bei den Grammys aus der Rolle
Rund zweieinhalb Monate sind seit dem Wirbel um Thomas Gottschalks Bambi-Vergabe an Cher vergangen. Nun legt ausgerechnet die Pop-Ikone selbst ebenfalls einen wirren Auftritt hin. Bei den Grammys wirkt die 79-Jährige desorientiert.
Die Grammy-Verleihung 2026 dürfte vielen nicht nur wegen der Musik im Gedächtnis bleiben. Auch Cher sorgte für Aufsehen: Mit einer Reihe kurioser Pannen amüsierte und irritierte die Pop-Ikone das Publikum gleichermaßen.
Die 79-Jährige hielt zunächst eine Dankesrede für den Lebenswerk-Preis, der ihr bei der Veranstaltung verliehen worden war. "Ich schätze, ich soll jetzt abtreten", wollte sie ihre Ansprache beenden und die Bühne verlassen. Doch Moderator Trevor Noah hielt sie zurück und erinnerte sie daran, dass sie selbst ebenfalls noch einen wichtigen Preis überreichen sollte: die Auszeichnung für "Record of the Year". Mit einem Augenzwinkern fügte Noah hinzu, er könne das zwar selbst übernehmen - verfüge jedoch nicht über die Erfolgsbilanz der Sängerin.
Was folgte, war eine schnelle Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen. Cher präsentierte zwar die Nominierten, vergaß dann aber, den Umschlag mit dem Gewinnernamen zu öffnen. Stattdessen blickte sie suchend zum Teleprompter. "Oh", lachte sie schließlich, "man hat mir gesagt, es würde auf dem Prompter stehen".
Kendrick Lamar nimmt es sportlich
Als sie den Umschlag schließlich geöffnet hatte, verkündete sie mit sichtlicher Begeisterung: "Der Grammy geht an ... Luther Gandross!" Das Publikum stutzte. Gemeint war offenbar Luther Vandross - der legendäre R&B-Sänger, der 2005 verstorben war. Der tatsächliche Gewinner war jedoch Kendrick Lamar, dessen Hit "Luther" zusammen mit SZA den begehrten Preis einheimste.
Die Kamera schwenkte auf den sichtlich amüsierten Rapper, während Cher ihren Fehler bemerkte. "Kendrick, nein! Kendrick Lamar!", rief sie und korrigierte sich hastig. Lamar nahm die Verwechslung sportlich und würdigte in seiner Dankesrede ausführlich den verstorbenen Soul-Sänger, nach dem sein Song benannt ist.
"Das ist es, worum es in der Musik geht: Luther Vandross", erklärte der Rapper auf der Bühne. "Das ist etwas Besonderes für mich, denn er ist einer meiner Lieblingskünstler aller Zeiten." Auch Produzent Sounwave ehrte den Namensgeber: "Zuallererst möchte ich dem großartigen, verstorbenen Luther Vandross danken."
"Verdammte Göttin des Pop"
In den sozialen Netzwerken wurde Chers Auftritt durchaus wohlwollend kommentiert. Eine X-Userin schrieb: "Cher hat gerade bewiesen, dass sie immer noch macht, was sie will, einschließlich ihres Versäumnisses, die Nominierten zu nennen und ihrem Abgang von der Bühne. Eine Ikone." Auch wurde die Sängerin verteidigt: "Bevor jemand anfängt: Das ist die verdammte Göttin des Pop, die seit 60 Jahren in der Musikbranche tätig ist. Zeigt etwas Respekt gegenüber Cher."
Die Sängerin war es auch, die mit Thomas Gottschalk auf der Bühne stand, als dieser bei der Bambi-Verleihung Mitte November erstmals öffentlich einen derangierten Eindruck machte. Der Entertainer irritierte damals mit Sätzen wie "Hier ist sie, die einzige Frau, die ich in meinem Leben ernst genommen habe" oder "Cher, Cher, nichts ist so schwer wie Cher". Gottschalks Auftritt trat eine öffentliche Debatte los, die schließlich darin mündete, dass er seine Krebs-Erkrankung und Behandlung mit starken Medikamenten publik machte.
