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Berg und Tobler ermitteln Der Freiburger "Tatort" im Schnellcheck

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Die Kommissare Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Franziska Tobler (Eva Löbau) greifen zu (noch) unerlaubten Mitteln.

(Foto: SWR / Benoit Linder)

Der Witwer, der Friseur oder der Polizist? Im Fall um eine Radiomoderatorin, die nachts auf dem Heimweg überfallen wird, zieht sich die Schlinge um drei Verdächtige zu. Für Berg und Tobler bleibt es dennoch lange Zeit knifflig - eine DNA-Analyse hilft den beiden schließlich auf die Sprünge.

Das Szenario

Es wird getanzt, gelacht, gesungen, getrunken - und am nächsten Tag ist alles anders. Die Radiomoderatorin Beate Schmidbauer (Victoria Trauttmansdorff) wird auf dem Heimweg vom Weinfest brutal vergewaltigt. Mitgefeiert hat auch eine enge Freundin, Kripo-Chefin Cornelia Harms (Steffi Kühnert), die alle Hebel in Gang setzt, um die Tat schnellstmöglich aufzuklären. Für die Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) bedeutet das also noch größeren Druck als ohnehin. So kommt es, dass die beiden auch Methoden jenseits des rechtlich Erlaubten in Betracht ziehen.

Während die erweiterte DNA-Analyse, bei der sich auch Merkmale wie Haut-, Augen- und Haarfarbe ermitteln lassen, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Herbst 2019 hierzulande noch nicht erlaubt war, beschaffen sich Berg und Tobler schließlich die gesuchten DNA-Erkenntnisse bei den französischen Nachbarn. Astrein ist das natürlich nicht, und dem Täter kommen die beiden dadurch auch nur bedingt auf die Spur. Der Polizist Lewandowsky (Marek Harloff), Victor Baumann (Roman Knizka), ein mäßig erfolgreicher Friseur, und der alleinerziehende Witwer Klaus Kleinert (Fabian Busch) - sie alle kämen für die Tat in Frage.

Die eigentliche Botschaft

Damit hält sich dieser Fall angenehm zurück. Weder verfolgen Drehbuch-Autorin Nicole Armbruster und Regisseurin Barbara Kulcsar das Großthema DNA-Analyse und die Folgen noch setzen die beiden einen Schwerpunkt bei den psychischen Folgen einer Vergewaltigung oder den Schicksalen der drei Verdächtigen - so wird aus "Rebland" ein stimmiges Krimistück, das sich alle Seiten offen lässt, statt dramaturgisch zu überreißen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Vielleicht über den Fortgang der Love Story zwischen Berg und Tobler. Unübersehbar ist da noch etwas. Die Blicke zwischen beiden, das gemeinsame Bier, das "Zu mir oder zu dir?", das klassischen Fortgang andeutet, um dann doch "nur" zu weiteren Ermittlungen zu führen - Armbruster und Kulcsar halten das gekonnt in der Schwebe.

Der Plausibilitätsfaktor

Hoch, die besagte DNA-Analyse, die erweiterte Merkmalsuntersuchung, ist seit Ende 2019 auch in Deutschland erlaubt.

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Die Bewertung

8 von 10 Punkten. Solider Fall, tolles Ensemble, spannend und ohne Effekthascherei inszeniert.

Quelle: ntv.de