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Der stille GitarrengottDavid Gilmour prägt Pink-Floyd-Sound noch heute

06.03.2026, 12:25 Uhr
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Sein Sound ist klar, melodisch und voller Gefühl: David Gilmour. (Foto: IMAGO/Avalon.red)

Mit seinem Stil und Hits wie "Wish You Were Here" schreibt er Musikgeschichte und prägt die Rockmusik. Heute musiziert David Gilmour hauptsächlich mit seiner Familie. Nun wird der ehemalige Pink-Floyd-Gitarrist 80 Jahre alt.

Wenn von den größten Gitarristen der Rockgeschichte die Rede ist, fällt sein Name fast immer: David Gilmour. Mit seinem unverwechselbaren, melodischen Stil prägte er über Jahrzehnte den Sound von Pink Floyd. Am heutigen Freitag feiert der Musiker seinen 80. Geburtstag.

Gilmour kannte den späteren Pink-Floyd-Frontmann Syd Barrett bereits aus der Schulzeit. Gemeinsam musizierten sie damals auf der Straße. Barrett stieg später in die Band ein, die sich ab 1965 Pink Floyd nannte. Zwei Jahre danach holten Roger Waters, Nick Mason und Richard Wright Gilmour zunächst als zweiten Gitarristen dazu.

Die Zusammenarbeit mit Barrett wurde jedoch zunehmend schwierig. Seine psychischen Probleme, verstärkt durch starken Drogenkonsum, machten ein gemeinsames Arbeiten kaum noch möglich. Schon wenige Monate später verließ er die Band. Gilmour übernahm die Rolle des Leadgitarristen und sang später auch viele der bekannten Stücke.

Gilmour prägte den Sound maßgeblich mit

Seine Stimme ist etwa auf Songs wie "Wish You Were Here", "Breathe" und "Money" zu hören. Vor allem aber war es sein Gitarrenspiel, das den Klang der Band entscheidend formte: klar, melodisch und voller Gefühl. Alben wie "The Dark Side of the Moon", "Wish You Were Here" und "The Wall" wurden zu Meilensteinen der Rockgeschichte. Auf ihnen spielte Gilmour meist seine legendäre Stratocaster - die "Black Strat", die 2019 bei einer Wohltätigkeitsauktion versteigert wurde.

Trotz seines Status als Gitarrenikone blieb Gilmour stets ein eher zurückhaltender Musiker. Statt sich als typischer Rockgitarrist zu inszenieren, wirkte er oft ruhig und introvertiert - ein Eindruck, der sich auch in Interviews bestätigte.

Innerhalb der Band lag die kreative Führung lange bei Roger Waters, auch als Gilmours Einfluss immer größer wurde. Spannungen innerhalb der Gruppe führten schließlich dazu, dass Richard Wright nach den Aufnahmen zu "The Wall" zeitweise ausgeschlossen wurde. Nach dem 1983 veröffentlichten Album "The Final Cut" kam es schließlich zum Bruch zwischen Waters und Gilmour. Waters verließ die Band und erklärte Pink Floyd für "kreativ erschöpft". Es folgte ein heftiger Rechtsstreit um den Bandnamen, den Gilmour und Mason letztlich für sich entscheiden konnten. Später räumte Waters ein, dass er damit im Unrecht gewesen sei.

Gilmour führte Pink Floyd gemeinsam mit Mason weiter, später kehrte auch Wright zurück. 1994 erschien mit "The Division Bell" das vorerst letzte Studioalbum der Band - erneut ein großer kommerzieller Erfolg. Rückblickend blickte Gilmour dennoch gelassen auf diese Zeit: "Wir hatten massiven Spaß! Wir hatten alles im Überfluss. Nur: glücklicher bin ich allerdings heute", sagte er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Heute musiziert er mit seiner Familie

Nach "The Division Bell" kam es zwar noch vereinzelt zu Reunion-Auftritten - auch gemeinsam mit Waters -, doch eine dauerhafte Wiedervereinigung schloss Gilmour später aus. Der Grund waren politische Äußerungen seines ehemaligen Bandkollegen. Dem "Guardian" sagte er auf die Frage nach einer erneuten Zusammenarbeit: "Auf keinen Fall. Ich halte mich eher fern von Menschen, die Völkermord befürwortende und autokratische Diktatoren wie Putin und Maduro aktiv unterstützen." Mit Richard Wright, der 2008 an Krebs starb, hätte er hingegen gerne noch einmal gemeinsam auf der Bühne gestanden. Das Kapitel Pink Floyd endete schließlich 2014 mit dem Album "The Endless River".

Heute ist Gilmour vor allem als Solokünstler aktiv - eine Karriere, die er bereits Ende der 1970er Jahre begann. Seit dem Album "On an Island" arbeitet er eng mit seiner zweiten Ehefrau Polly Samson zusammen, die schon an "The Division Bell" beteiligt war. Das 2024 erschienene Album "Luck and Strange" wurde schließlich zu einem echten Familienprojekt: Neben Samson wirkten auch die gemeinsamen Kinder Romany Gilmour und Gabriel Gilmour daran mit.

Dass er Musik weiterhin mit Leidenschaft macht, zeigt sich auch auf kleineren Bühnen. 2024 überraschte Gilmour das Publikum bei einem Auftritt seiner Tochter Romany in einem kleinen Pub. Gemeinsam spielten sie den Klassiker "Wish You Were Here", den Gilmour bereits 1977 erstmals live mit Pink Floyd präsentiert hatte.

Seitdem sind fast 50 Jahre vergangen - und Gilmour wird 80. Wie er über das Älterwerden denkt, hatte er schon 1984 im Song "Near The End" formuliert: "Wir denken, wir werden älter und weiser, aber wir werden nur alt."

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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