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"Auf Wiedersehen, Maestro" Die Welt trauert um Ennio Morricone

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Starb in der Nacht zum Montag: Ennio Morricone.

(Foto: www.imago-images.de)

Komponist Ennio Morricone hat mit 91 Jahren ein gesegnetes Alter erreicht. Dennoch fällt der Abschied von einer Ikone wie ihm schwer. Zahlreiche prominente Menschen verneigen sich vor dem Italiener, der durch seine Musik für mehr als 500 Filme unsterblich geworden ist.

Der Meister der Filmmusik, Ennio Morricone, ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Prominente Fans des Oscarpreisträgers meldeten sich nach Bekanntwerden der Nachricht in den sozialen Netzwerken zu Wort, um Abschied zu nehmen und um den italienischen Komponisten zu trauern. Morricone schrieb einprägsame Melodien für mehr als 500 Filme, darunter für viele Western-Klassiker. Sein Thema zum Streifen "Spiel mir das Lied vom Tod" etwa ist legendär.

Unter den ersten trauernden Prominenten befand sich einer von Morricones Kollegen, der den Verstorbenen nach eigenen Angaben zu seinen großen Vorbildern zählt. Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer erklärte im britischen Frühstücksfernsehen der BBC, Morricone sei "einzigartig" und "eine Ikone" gewesen.

Zimmer hatte bereits 2016 in einem Interview erklärt, er könne die Oscars "nie so ganz ernst nehmen", weil sein Kollege mehrfach übergangen worden sei. "Dass Ennio Morricone von der Academy für seine Filmmusik zu 'The Mission' (...) übersehen wurde, dass er für 'Once Upon A Time In America' (...) übersehen wurde - für diese fantastische Musik, die er geschrieben hat, das hat mich schon gestört." Morricone erhielt zwar 2007 den Oscar für sein Lebenswerk. Für seine Arbeit an einem einzelnen Film wurde er jedoch erst 2016 für Quentin Tarantinos "The Hateful Eight" erstmals ausgezeichnet.

Soundtrack des Lebens

"Auf Wiedersehen, Maestro" erklärte unterdessen der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza via Twitter. Speranza bedankt sich bei Morricone "für die Emotionen, die Sie uns gegeben haben".

"Ennio ... unser aller Maestro", postete die italienische Sängerin Laura Pausini, die mit dem Komponisten auch zusammengearbeitet hat, zu einem gemeinsamen Bild aus dem Jahr 2013 bei Instagram. Es sei das erste gemeinsame Foto von vielen. Die Geschichte Italiens sei mit Morricones Namen verbunden, "und wir sind stolz auf Sie", erklärt Pausini. Der Komponist sei ein "großartiger Künstler, Ehemann und Vater" gewesen.

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Die britische Schriftstellerin Joanne Harris erinnerte sich bei Twitter an eine Episode mit Morricone, der der "Schöpfer des Soundtracks zu vielen Passagen meines Lebens" gewesen sei. Die "Chocolat"-Autorin habe ihn einst bei den Britisch Academy Film Awards (Baftas) getroffen. "In meinem schlechten Italienisch wollte ich ihm sagen, wie tief verbunden ich mit seinem Werk war und wie sehr es mir am Herzen lag - und ich konnte nur sagen: 'Ich bin ein Fan.'"

Einfluss auf Videospiele

Edgar Wright, Regisseur der "Cornetto-Trilogie" um "Shaun of the Dead", ist ebenso voll des Lobes für Morricone. Er wisse gar nicht, wo er anfangen solle, schreibt er bei Twitter. "Er konnte einen durchschnittlichen Film in einen Film verwandeln, den man gesehen haben muss, einen guten Film in Kunst und einen großartigen Film in einen legendären", so Wright über Morricone. Sein ganzes Leben lang habe er die Musik des Italieners auf seiner Anlage gespielt.

Auch die Welt der Videospiele konnte Morricone beeinflussen. Der ebenfalls legendäre japanische Entwickler Hideo Kojima nutzte das Lied "Here's To You" in "Metal Gear Solid V: Ground Zeroes". Kojima twitterte, er sei "schockiert" von der Nachricht vom Tod Morricones. Gerade erst habe er sich die Musik zum Film "Die Legende vom Ozeanpianisten" gekauft.

Quelle: ntv.de, vpr/spot