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Nötigung mit PC aufgezeichnet Drei weitere Frauen verklagen Weinstein

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Harvey Weinstein (rechts) mit seinem Anwalt Benjamin Brafman.

(Foto: imago/UPI Photo)

Harvey Weinstein muss sich aktuell wegen Vergewaltigung in zwei Fällen vor einem US-Gericht verantworten. Mit der Sammelklage von drei weiteren mutmaßlichen Opfern werden nun neue Vorwürfe gegen den ehemaligen Filmproduzenten laut.

Abseits der bereits durch ein Gericht in New York erfolgten Anklage gegen Harvey Weinstein ist eine neue Sammelklage gegen den ehemaligen Filmproduzenten eingereicht worden. Eine der drei weiteren Frauen gibt darin an, ebenfalls von dem 66-Jährigen vergewaltigt worden zu sein, nachdem sie im Jahr 2011 in seinem Büro eine Präsentation für eine Startup-Idee gehalten hatte.

Einem Bericht der US-amerikanischen Webseite "Variety" zufolge behauptet die betroffene Frau, Melissa Thompson, nach der Präsentation von Weinstein in dessen Hotelzimmer gelockt worden zu sein. Dort habe er sich schließlich an ihr vergangen. Zuvor habe er sie zudem unsittlich berührt. Mit dem Versprechen, dem Deal zuzustimmen, hatte er sie dann überredet, in sein Hotelzimmer mitzukommen. Thompson verfügte laut Klageschrift sogar über ein Video des Übergriffs, das sie mittels ihres Computers aufgezeichnet hatte. Dieses gab sie aber unwissentlich an Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman weiter.

Nach Angaben der Kanzlei Hagens Berman hatte Thompson sich in dem Glauben an Brafman gewandt, dass er Opfer Weinsteins vertrete. Mit einem Täuschungsmanöver sei sie dann dazu gebracht worden, den Weinstein-Anwälten die Beweise zu übergeben. "Melissa hat erst davon erfahren, dass Brafman Weinsteins Hauptstrafverteidiger war oder werden sollte, als sie das Beweisvideo schon übergeben hatte", klagen ihre Anwälte.

Die zwei weiteren Frauen der Sammelklage, die Schauspielerinnen Caitlin Dulany und Larissa Gomes, erheben ebenfalls schwere Vorwürfe. An Dulany habe sich Weinstein 1996 in Cannes gegen ihren Willen oral vergangen. Gomes habe der Filmmogul dagegen im Jahr 2000 dazu aufgefordert, ihre Brüste zu entblößen. Als sie sich weigerte, habe er gedroht, ihre Karriere zu zerstören.

Weinstein drohen 25 Jahre Haft

Bereits mehr als hundert Frauen, darunter zahlreiche Stars wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow, werfen Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Der Ex-Produzent versichert dagegen, der Sex sei immer einvernehmlich gewesen. Am Mittwoch war Weinstein von einer Grand Jury in New York wegen Vergewaltigung und erzwungenen Oralverkehrs angeklagt worden.

Am Freitag vergangener Woche erschien er zur Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft erstmals vor Gericht. Am kommenden Dienstag muss der einstige Hollywoodmogul erneut zu einer Gerichsanhörung erscheinen. Dabei dürfte er auf nicht schuldig plädieren. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft.

Quelle: n-tv.de, fzö/spot/AFP

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