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Tag 11 im DschungelcampTränen bei Ofarim - und dieser Handschlag!

03.02.2026, 01:53 Uhr Verena-Maria-DittrichVon Verena Maria Dittrich
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Einst der "einsamste Junge der Welt": Gil Ofarim

Fehlende Väter, Geschichten, die berühren, und ein Handschlag, den man nicht für möglich gehalten hätte: Tag 11 ist mehr als Reality-TV und hat das Zeug für einen Serienpiloten. Und ganz nebenbei wissen wir jetzt auch, wer für Gil schon mal zum Hörer gegriffen hat.

Sie glauben, Reality-TV bestünde aus viel Erd-Flachheit und noch mehr Stumpfsinn? Dann passen Sie jetzt mal auf, denn Tag 11 liefert ein Serien-Treatment, nach dem sich Streaming-Giganten kollektiv die Finger lecken würden! Das Ganze beweist nebenbei auch, dass die meisten Writers' Rooms direkt aus der Hölle kommen. Oder aus Berlin Mitte.

Wenn unser RTL+ schlau ist - wovon wir ausgehen -, haben sie den Drehbuchschreiber (mich) längst angezahlt. Arbeitstitel: "BAföG - Bei Aktenlage völlig gefehlt".

Denn dieser Tag liefert alles, was man für ein richtig gutes Drama benötigt. Eine junge Frau (Samira) will BAföG beantragen. Für alle Flacherdler: Das ist die Knete, die man als Darlehen erhält, wenn man statt auf "Love Island" lieber aus Hörsälen Hochschulbildung mitnehmen möchte.

Auf dem Amt sagt ihr der Beamte, für einen Antrag brauche sie das Einkommen des Vaters, dessen Identität Samira erst im Alter von 18 Jahren erfahren hat. Kurzerhand schreibt sie ihrem "Erzeuger" einen Brief und erfährt so von ihren Halbgeschwistern. "Das ist eine krasse Story, ich habe meine Schwester über Instagram gefunden", erzählt die Zweifachmama - und man merkt schnell, dass hier nichts für Sendezeit konstruiert, sondern alles erlebt ist.

An dieser Stelle sei anzumerken, wie taff diese Frau ist. Denn einen Vater zu haben, der sich nicht für seine Kinder interessiert, ist sicher hart. Oder wie Samira es selbst nennt: "richtige, schlimme Daddy-Issues". Offen spricht die 32-Jährige darüber, wie sehr sie das geprägt hat. Und dennoch würde sie selbst nie den Umgang zwischen ihrem Ex, Kindsvater Serkan, und ihren Kindern unterbinden, weil sie genau weiß, was es für eine Tochter bedeutet, ohne Vater aufzuwachsen. Als Stephen sichtlich bewegt nachfragt, wie stark man eigentlich sein müsse, um damit umzugehen, antwortet sie fast beiläufig: "Gibt es eine andere Wahl?" Respekt, Samira!

Handschlag zwischen Ariel und Gil

Ergreifend auch die Geschichte, die Ariel zum Besten gibt. Sie beginnt - Achtung, keine Fake News - mit einem Handschlag zwischen ihr und Gil. Moment, mag man jetzt denken, hat unser RTL den Leutchen im Camp irgendwas ins Wasser gemischt? Doch dann berichtet die maulende Myrte, die für gewöhnlich nicht müde wird, ihre Mitcamper anzupflaumen, von einer Story, die einem glatt die Schuhe auszieht. Der Vater ihrer Tochter, irgendein semi-bekannter Format-Hopper, hat eine Frau geschwängert, konnte sich aber wohl beim besten Willen nicht erinnern, welche. Diese habe im Krankenhaus ein Kind geboren und ihn als Vater angegeben, ehe sie es verließ, weil es sonst nicht hätte zur Pflege freigegeben werden können.

Die Schweizerin, zu diesem Zeitpunkt selbst schwanger von dem Bumser, wollte das kleine Mädchen adoptieren. Doch dann hätten sich die beiden getrennt, und sie hoffe nun, dass das Kind bei den liebsten Eltern der Welt aufwächst. Ob der leibliche Vater dabei eine Rolle spielt, ist nicht bekannt. Die anderen Camper, die ihr mit offenem Mund lauschen, sind - wie der Zuschauer - ziemlich schockiert.

Etwas Leichtigkeit bringt "flirty" Eva zurück ins Camp, als sie zu ihrer Ex-Bezugsperson Patrick schlawinert und gefühlt ewiglich an dessen Koje lümmelt. Fast so, als handele es sich bei der Pritsche um die Tür aus "Titanic", auf der Rose sich am Ende rettet. Eva erörtert dem Patrick, "nur primitive Menschen" würden ihr irgendwelche Verführungsabsichten unterstellen.

Evas Leuchten und zwei Seiten der Medaille

Den Schuh würde sie sich gar nicht erst anziehen, und sowieso wolle sich die Griechin ihr "Leuchten nicht nehmen lassen". Und ihren Ruf schon gleich gar nicht! Man muss hier natürlich aufpassen, dass man von all dem Leuchten nicht irgendwann komplett verstrahlt ist in der eigenen Wahrnehmung, aber was haben wir dank des Dschungels allesamt fürs Leben gelernt? "Es gibt immer zwei Seiten der Medaille".

Und so sehen wir am elften Tage eine wirklich von innen strahlende Eva, die mit Ofarim ein Gespräch führt, das fernab aller (Vor-)Urteile und ariel’schen Attacken ist. Der Musiker taut immer mehr auf und erzählt, keinen Schulabschluss zu haben. Das bereue er sehr, denn er habe nicht mit Gleichaltrigen erwachsen werden können. Kindheit mit 14 vorbei durch "BRAVO-Foto-Love-Story", jahrelange Tour durch Asien, Burnout mit 21. "Und dann hast du zwar ein Penthouse in München, aber bist der einsamste Junge der Welt".

Ansonsten aber gibt es auch an Tag 11 weitere Anfeindungen und Beleidigungen des giftigen Grasdackels aus der Schweiz: "Couchpotato" Hardy liefere "keinen Mehrwert" für die Gruppe, Bauer Patrick sei "ein Idiot" und "krass, dass eine Mirja gehen muss und ein Gil noch drinnen ist".

Doch das Rätsel für das Camp-Verbleiben des Mannes, der stets die Ruhe bewahrte, wenn er angegriffen wurde, ist - gelöst! Kein Geringerer als Jon Bon Jovi ist es, der jeden Tag für ihn anruft! Die beiden, so verrät Gil Eva "random", haben vor Jahren "mal bis morgens um 7 telefoniert". Wir wissen also: Jon Bon Jovi zieht durch.

Irgendwann an diesem Tag fließen auch ein paar Tränen, weil der Dschungel Ofarim so guttut. Niemand sieht sie, aber das heißt nicht, dass sie nicht da waren. Eine Dschungelprüfung gibt’s auch, aber die läuft leider so "beschissen", dass die Prüflinge (Simone, Hardy, Hubert und Patrick) nur drei Sterne ins Camp tragen.

Den Witz des elften Tages liefert der Aufgetaute: "Wie nennt man ein weißes Mammut? - Hellmut." Mammuts sind übrigens nicht ausgestorben, sie leben heute nur in den unendlichen Weiten einer weit, weit entfernten Galaxis, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Quelle: ntv.de

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