Unterhaltung

"Frodo begleitet mich immer" Elijah Wood gibt "den einen Ring" nicht her

imago0094824306h.jpg

Bekam drei Millionen Dollar Gage für "Der Herr der Ringe": Elijah Wood.

(Foto: imago images/Mary Evans)

"Frodo wird mich bis zu meinem Lebensende begleiten", sagt Elijah Wood über seine bekannteste Filmrolle überhaupt. Kein Wunder, machte "Der Herr der Ringe" den einstigen Kinderstar doch zu einer Hollywood-Größe. Nun feiert der Schauspieler seinen 40. Geburtstag. Aber was macht er heute?

Die Rolle des kleinen Hobbits Frodo Beutlin machte aus dem US-Schauspieler Elijah Wood einen weltweit gefeierten Star. Unter anderem mit Ian McKellen, Orlando Bloom und Viggo Mortensen stand er für Peter Jacksons "Der Herr der Ringe"-Trilogie (2001-2003) vor der Kamera und eroberte die Herzen der Fans. 2012 schlüpfte er für "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" zum letzten Mal in seine Paraderolle. Aber auch ohne behaarte Füße ging es für Wood, der am heutigen Donnerstag seinen 40. Geburtstag feiert, erfolgreich weiter.

Elijah Wood kam 1981 im US-Bundesstaat Iowa als mittleres von drei Kindern zur Welt. Bereits im zarten Alter von sieben Jahren zog der Junge mit den strahlend blauen Augen Modeljobs in seiner Heimatstadt Cedar Rapids an Land. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er an der Grundschule. Dort wirkte er in Stücken wie "The Sound of Music" oder "Der Zauberer von Oz" mit. Als Kind war er zudem in einigen Werbespots zu sehen.

Seine Eltern Warren und Deborah Wood erkannten das Talent ihres Sohnes und zogen kurzerhand nach Los Angeles, um Elijahs Karriere voranzutreiben. Kurz darauf stand er für das Musikvideo "Forever Your Girl" von Sängerin Paula Abdul vor der Kamera. Ein Jahr später folgte mit acht Jahren sein Kinodebüt in "Zurück in die Zukunft II". An der Seite von Michael J. Fox und Christopher Lloyd hatte er einen kurzen Auftritt.

Kinderstar goes Hollywood

In kürzester Zeit entwickelte sich Elijah Wood zu einem absoluten Kinderstar. Während er 1990 noch eine kleinere Rolle in "Internal Affairs - Trau' ihm, er ist ein Cop" an der Seite von Richard Gere bekleidete, stand schon ein Jahr später für "Sommerparadies" ein größeres Engagement an. Darin spielte er den jungen Willard Young, der die Sommerferien bei den Freunden seiner Mutter Lilly (Melanie Griffith) und Ben Reed (Don Johnson) verbrachte.

Danach konnte sich Wood vor Angeboten aus Hollywood kaum retten: 1992 schlüpfte er in "Forever Young" in die Rolle von Jamie Lee Curtis' Sohn und erhielt für den Film "Flug ins Abenteuer" den "Young Artist Award" und damit seine erste Auszeichnung. Im Kinofilm "Die Abenteuer von Huck Finn" (1993) brillierte Wood in der Rolle der Titelfigur. 1994 stand er dann neben Kevin Costner im Drama "Das Baumhaus" vor der Kamera. Mit 15 Jahren konnte er sich für seine schauspielerische Leistung in der Neuverfilmung des Klassikers "Flipper" (1996) über eine Nominierung für den "YoungStar Award" freuen.

Ob Wood seinem 2020 geborenen Kind aber ebenfalls erlauben würde, als Kinderstar zu agieren? In einem Interview mit der "Sunday Times" im Jahr 2015 warf er Hollywood vor, ein "großes" Problem mit organisierter Pädophilie zu haben. Obwohl ihm persönlich durch den Schutz seiner Mutter Debra nichts widerfahren sei, sagte Wood: "In dieser Branche gibt es viele Vipern, Menschen, die nur ihre eigenen Interessen haben. Was mich an diesen Situationen stört, ist, dass die Opfer nicht so laut sprechen können wie die Machthaber." Das sei die Tragödie des Versuchs, aufzudecken, "was mit unschuldigen Menschen passiert: Sie können zerquetscht werden, aber ihr Leben wurde irreparabel beschädigt."

Durchbruch als Hobbit

imago0061592340h.jpg

17 Oscars erhielt das Meisterwerk "Der Herr der Ringe".

(Foto: imago/United Archives)

Der ganz große Durchbruch folgte 2001: Star-Regisseur Peter Jackson suchte für seine geplante "Der Herr der Ringe"-Trilogie, nach den Romanen von J.R.R. Tolkien, einen Hauptdarsteller. Über 150 Schauspieler sollen sich dafür beworben haben - unter anderem Jake Gyllenhaal, wie dieser einst in der "The Tonight Show" von Jimmy Fallon erzählte. Doch die Entscheidung fiel am Ende auf den damals 18-jährigen Elijah Wood.

Die drei Filme "Die Gefährten" (2001), "Die zwei Türme" (2002) und "Die Rückkehr des Königs" (2003) wurden an einem Stück in Neuseeland gedreht. Der Erfolg war gigantisch: Insgesamt 17 Oscars erhielt Jacksons dreiteiliges Werk.

Neben drei Millionen Dollar Gage nahm Wood "den einen Ring" mit nach Hause, wie er "The Guardian" in einem Interview erzählte. Immer mal wieder zeigte er ihn danach stolz in verschiedenen US-Talkshows. Das ist aber nicht das einzige Andenken: Zusammen mit anderen Schauspielkollegen hat er sich auf die rechte Hüfte das Wort "Neun" in Elbisch tätowieren lassen. "Frodo wird mich bis zu meinem Lebensende begleiten", erklärte der Schauspieler 2016.

Und so kam es, dass er sich 2012 für den ersten Teil des "Der Herr der Ringe"-Prequels "Der Hobbit" noch einmal ins Kostüm schmiss und in einer kurzen Szene als Frodo Beutlin über die Leinwand spazierte.

Multitalent tobt sich bis heute aus

Nach "Der Herr der Ringe" ging die Karriere von Elijah Wood weiter, auch wenn er dem Fantasy-Genre weitestgehend den Rücken gekehrt hat. Zu den Highlights zählen "Vergiss mein nicht!" (2004) mit Jim Carrey sowie die Comicverfilmung "Sin City" aus dem Jahr 2005, in der er einen kaltblütigen Mörder mimt. Erfolg hatte er auch mit dem Thriller "Oxford Murders" (2008) sowie seiner Rolle in der US-amerikanischen Serie "Wilfred".

Neben der Schauspielerei ist Wood zudem als Filmproduzent und Synchronsprecher tätig - so lieh er unter anderem im Animationsfilm "Happy Feet" (2006) dem Pinguin Mumble seine Stimme. Zuletzt war er 2019 im Thriller "Come to Daddy" auf der großen Leinwand zu sehen.

Wie "Deadline" im Sommer 2020 berichtete, plane Elijah Wood auch schon das nächste Projekt: Im Thriller "No Man of God" soll er in die Rolle des FBI-Analysten Bill Hagmaier schlüpfen. Im Mittelpunkt des Films stehen offenbar die Gespräche Hagmaiers mit dem Serienmörder Ted Bundy. Wann der Film erscheinen wird, ist noch nicht klar.

Quelle: ntv.de, lri/spot