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"Tumor, der in mir wuchs"Entfremdeter Sohn besucht Brigitte Bardots Beerdigung

07.01.2026, 16:30 Uhr
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beerdigung brigitte bardot
Hatte kein enges Verhältnis zu seiner Mutter: Nicolas-Jacques Charrier. (Foto: ddp/abaca press / ddp/abaca press / Collage spot on news)

In Saint-Tropez verabschieden sich Hunderte von Brigitte Bardot. Neben der rechtsextremen Politikerin Marine Le Pen nimmt überraschend auch der Sohn der Schauspielerin an der Trauerfeier teil - trotz Bardots schockierenden Aussagen über ihre Mutterschaft.

Frankreich verabschiedet sich von Brigitte Bardot, der Schauspielerin, die einst als Sexsymbol gefeiert wurde, später aber vor allem durch ihre rechtsextremen politischen Ansichten Schlagzeilen machte. Hunderte Menschen kamen am Vormittag in Saint-Tropez zusammen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

Bardot war am 28. Dezember 2025 mit 91 Jahren gestorben. Am Morgen bestätigte ein ehemaliger Berater des verstorbenen rechtsextremen Politikers Jean-Marie Le Pen gegenüber dem Magazin "Paris Match", dass Bardot vor ihrem Tod an Krebs erkrankt war und sich zwei Operationen hatte unterziehen müssen. Ihr Ehemann Bernard d'Ormale bestätigte die Todesursache.

Wie auf Fotos zu sehen ist, wurde Bardots Sarg aus Holz, geschmückt mit gelben, orangefarbenen und weißen Blumen, in die Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption getragen, wo die Trauerfeier stattfand. Im Inneren der Kirche war laut Medienberichten unter anderem ein Schwarz-Weiß-Foto von Bardot zu sehen, auf dem sie eine Babyrobbe im Arm hält. Darunter standen die Worte "Merci, Brigitte". Vor der Kirche hielt ein Mann ein Schild mit der Aufschrift "Die Tiere danken Brigitte Bardot" hoch.

Bardot hatte mit Anfang 20 durch den Film "Und ewig lockt das Weib" internationalen Ruhm erlangt und wurde zum Sexsymbol im Frankreich der 1950er und 1960er Jahre. Später beendete sie ihre Schauspielkarriere und widmete sich unermüdlich dem Tierschutz. Politisch zeigte sie Sympathien für den rechtsextremen Front National.

"Nicht erwachsen genug, um mich um ein Kind zu kümmern"

Unter den Trauergästen befand sich die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen. Die französische Regierung wurde von Präsident Macron durch die Ministerin für Gleichstellung und Tierschutz, Aurore Bérge, vertreten. Zudem war die Sängerin Mireille Mathieu beim Betreten der Kirche zu sehen; sie soll während der privaten Zeremonie gesungen haben.

Überraschend nahm auch Bardots Sohn Nicolas-Jacques Charrier gemeinsam mit seiner Tochter Théa, Bardots Enkelin, an der Trauerfeier teil. Der 65-Jährige war kurz nach seiner Geburt von Bardot verstoßen und von seinem Vater, dem Schauspieler Jacques Charrier, aufgezogen worden.

In ihrer Autobiografie "B.B. Memoiren" bezeichnete sie Nicolas-Jacques gar als "Objekt meines Unglücks" und beschrieb ihre Schwangerschaft mit ihm als "Tumor, der in mir wuchs". Weiter gestand Bardot: "Ich bin nicht dafür geschaffen, Mutter zu sein. Ich bin nicht erwachsen genug. Ich weiß, es ist schrecklich, das zugeben zu müssen, aber ich bin nicht erwachsen genug, um mich um ein Kind zu kümmern."

Den Trauerzug führte Bardots vierter Ehemann, Bernard d'Ormale, an, mit dem sie mehr als 30 Jahre verheiratet war. Nach der Trauerfeier soll Bardot in strenger Privatsphäre auf einem Friedhof in Saint-Tropez beigesetzt werden. Später am Tag ist im Stadtviertel La Ponche eine Gedenkveranstaltung für die Öffentlichkeit geplant.

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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