Unterhaltung

Mein Shirt,meine Jeans,mein Look Erfolgsmenschen kennen nur ein Outfit

AP_16176685381814.jpg

Zwei Männer, zwei Modestile, zwei Erfolgsgeschichten: Barack Obama und Mark Zuckerberg.

(Foto: AP)

Jeder Morgen beginnt mit einem verzweifelten Blick in den Kleiderschrank. Was soll man bloß anziehen? Für Mark Zuckerberg beispielsweise stellt sich die Frage erst gar nicht. Er trägt jeden Tag denselben Look - und ist damit enorm erfolgreich.

*Datenschutz

Was haben Modezar Karl Lagerfeld, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und US-Präsident Barack Obama gemeinsam? Sie alle haben machtvolle Positionen in ihrer Branche inne und sie alle brauchen sich beim morgendlichen Blick in ihren Kleiderschrank nicht zu fragen, was sie anziehen sollen. Denn Zuckerberg, Obama und Lagerfeld beschränken sich auf wenige Kleidungsstücke in ihrer Garderobe und verfolgen damit ein ganz bestimmtes Ziel.

"Kleidung ist eine Art Artefakt. Es geht um manifestierte Werte", erklärt Karriereberaterin Svenja Hofer. Durch seine Kleidung zeige man, was man nach außen tragen wolle, so die Buchautorin. Zudem kann man die eigene Garderobe nutzen, um einen bestimmten Effekt zu erzielen. Zuckerberg, Obama und Lagerfeld entscheiden sich deshalb bewusst für die Uniformität, denn diese repräsentiert Verlässlichkeit und garantiert Wiedererkennung.

Bei Zuckerberg geht die Uniformität sogar so weit, dass er nur eine Art von Shirts, Jeans und Kapuzenpullover besitzt, wie er selbst auf einem Facebook-Foto zeigt. Auf einer Konferenz in Kalifornien erklärte er, warum er seinen ganz speziellen Stil pflegt: "Ich versuche, mein Leben aufgeräumt zu halten, um so wenige Entscheidungen wie möglich treffen zu müssen und der Community am besten dienen zu können."

RTR2JLR8.jpg

Lagerfeld im typischen Karl-Look.

(Foto: REUTERS)

Hellgraues Shirt, Jeans und dunkelgrauer Kapuzenpullover sind mittlerweile zu Zuckerbergs Markenzeichen geworden. Dabei gehe es aber auch ums Branding, so Hofer: "Wenn ich immer dasselbe trage, trägt das zu meiner Markenbildung bei". Auch Karl Lagerfeld hat seine Marke mithilfe seines Kleidungsstils manifestiert. Niemals zeigt sich der Designchef des Modehauses Chanel in farbigen Anzügen oder ohne Handschuhe. Das sei der beste Weg, seine Hände vor der Sonne und somit vor dem Altern zu schützen, erklärte der Modeschöpfer der "Zeit". Ohne die Handschuhe fühle er sich nackt. Zugleich sind die ledernen Knöchelschoner aber auch zu seinem Markenzeichen geworden.

Uniform spart Zeit und Energie

Sowieso trage er nur zwei Looks und beschränke sich auf drei Labels, so Lagerfeld in "Harpers Bazaar". Zwar sei sein Kleiderschrank bis oben hin voll, farblich und stilistisch ist der Modezar jedoch auf Schwarz, Weiß und Grau fokussiert. Sein routinierter Stil ist Teil seines Erfolgs, denn mittlerweile hat er aus seinem Markenzeichen eine Marke gemacht und einen Modekonzern unter dem Namen Karl aufgebaut, der Accessoires, Kleidung und Schuhe vornehmlich im schwarz-weißen Lagerfeld-Look vertreibt. US-Präsident Obama besitzt hingegen kein eigenes Modelabel, dafür aber dutzende identische Anzüge. "Er muss sich nicht um seinen Kleidungsstil kümmern", so Hofer, "das macht es einfacher und pragmatischer".

81114163.jpg

Queen Elizabeth bei ihrer Geburtstagsparade.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sich nicht mit unbedeutenden Entscheidungen auseinanderzusetzen zu müssen, kann zur Steigerung der mentalen Produktivität führen, wie die Beispiele zeigen. Zuckerberg erläuterte der "New York Times": "Ich habe das Gefühl, meinen Job zu machen, wenn ich meine Energie nicht an Dinge verschwende, die albern oder leichtfertig sind." Mittlerweile gibt es Modeunternehmen, die sich explizit auf solche Kunden eingestellt haben und dasselbe Produkt in verschiedenen Musterungen, Farben oder Materialien anbieten.

Nachahmung mit Einschränkung

Obwohl die drei Männer mit ihrem Modekonzept enorm erfolgreich sind, ist Vorsicht geboten beim Nachahmen. Je nach Position und Branche sollte die eigene Garderobe an die Werte des Unternehmens oder Kunden angepasst werden, rät Hofer. Nur für einen Menschen gelte diese Regel nicht: "Der Unternehmensgründer darf tragen, was er möchte."

Routine in die eigene Garderobe zu bringen, hat Vor- und Nachteile. Minimalisten mit einem stringenten Kleidungsstil vermitteln das Gefühl von Beständigkeit. Gleichzeitig gelingt es einigen, sich selbst als Marke zu verkaufen. Das kann besonders im Beruf von Vorteil sein. Zudem ist eine deutliche Zeit- und Energieersparnis zu verzeichnen. Allerdings kann eintönige Kleidung auch einen negativen Effekt haben - in kreativen Berufen sollte man auf Vielfältigkeit achten.

Für modeaffine Menschen käme eine Grau-in-Grau-Garderobe à la Zuckerberg aber sowieso nicht in Frage. Selbst Queen Elizabeth II. beweist anschaulich, dass auch ein neongrünes Ensemble elegant und seriös wirken kann. Trotz bunter Hüte und knalliger Outfits ist sie ein Symbol für Macht und Erfolg, das sie glaubhaft verkörpert.

 

Quelle: ntv.de