Unterhaltung

Nach zwei Folgen abgesetzt Erfurter "Tatort"-Ermittler werfen hin

3mlh0817.jpg3989784495626659797.jpg

Friedrich Mücke, Alina Levshin und Benjamin Kramme (v.l.) in der "Tatort"-Folge "Der Maulwurf".

(Foto: dpa)

Die Ansprüche waren hoch, einen frischen Ansatz für eine alte Serie zu finden. Doch die Kritik an den Erfurter "Tatort"-Ermittler war vernichtend. Nun ziehen zwei der drei Kommissare die Konsequenzen und verabschieden sich.

In gerade mal zwei Folgen haben die "Tatort"-Kommissare in Erfurt ermittelt. Doch nun geben sie ihre Dienstmarken bereits wieder ab. "Friedrich Mücke und Alina Levshin haben sich entschieden, sich von ihren Reihenrollen zu verabschieden", zitiert die "Bild"-Zeitung MDR-Sprecherin Susanne Odenthal. Man bedauere das sehr, heißt es weiter, auch wenn man die Entscheidung der Schauspieler natürlich respektiere.

Mücke und Levshin haben zusammen mit Benjamin Kramme in den beiden Filmen "Kalter Engel" und "Der Maulwurf" ermittelt. Sie traten dabei als Kommissare Henry Funck (Mücke), Johanna Grewel (Levshin) und Maik Schaffert (Kramme) im Trio auf - eine Neuerung in der langlaufenden Serie. Zudem waren sie mit 30 bis 32 Jahren die jüngsten Ermittler der erfolgreichen Krimireihe im Ersten. Und entsprechend locker-flockig sollten sie auch rüberkommen.

"Schräge Ideen" gesucht

Der MDR wollte mit den neuen Kommissaren etwas ganz Neues ausprobieren und vor allem junge Zuschauer ansprechen. Öffentlich hatte man nach "schrägen Ideen" gesucht, um "eingetretene Pfade zu verlassen", wie es Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi damals erklärte. ARD-Programmdirektor Volker Herres hatte zudem die "jugendgemäßere Sprache" und den "anderen Kleidungsstil" hervorgehoben.

Sonderlich gut angekommen ist das Experiment aus der Thüringer Landeshauptstadt aber nicht, obwohl der erste Einsatz mehr als zehn Millionen Zuschauer hatte. Den "Maulwurf" sahen dann immerhin noch mehr als acht Millionen Menschen. Allerdings waren die Kritiken und Reaktionen der Zuschauer verheerend.

Anbiedernd, abgedroschen

Die Jugendlichkeit - so der Tenor - kam nicht rüber, die angebliche Jugendsprache erschöpfte sich in abgedroschenen Phrasen und wirkte anbiedernd. "Wer sich von der Folge 'Kalter Engel' tatsächlich einen frischen, visionären und unkonventionellen 'Tatort' versprochen hatte, wird schnell enttäuscht", schrieb die n-tv Kritikerin über den ersten Auftritt. Der "Tatort" aus Thüringen sei ein biederer Krimi geworden, der weder spannend noch gut erzählt ist.

"Der Maulwurf" kam nicht viel besser weg: "Mücke, Kramme und Levshin agieren durchweg zwischen Halbschlaf und Gesichtslähmung", hieß es in der Kritik. Sie "werfen sich Einzeiler aus dem Drehbuch-Workshop zu, hangeln sich durch plakative Erklärdialoge und lassen ansonsten ihre Gesten für sich sprechen".

Die Folge wird nun auch der letzte Einsatz der Ermittler sein. Ein weiterer für 2015 geplanter Film wird nicht mehr realisiert.

Quelle: n-tv.de, mli

Mehr zum Thema