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Anspannung vor Kinostart FBI blickt mit Sorge auf "Joker"-Aufführungen

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Joaquin Phoenix spielt den "Joker".

(Foto: imago images / Prod.DB)

Vor sieben Jahren schießt ein Mann bei einer Filmpremiere in den USA um sich. Zwölf Menschen sterben. Der Täter eiferte dem Charakter des "Joker", dem Widersacher Batmans, nach. Kurz vor der Premiere eines neuen "Joker"-Streifens sind FBI und US-Militär in Alarmbereitschaft.

US-amerikanische Behörden bereiten sich mit großer Anspannung auf den Kinostart von "The Joker" vor. Offenbar befürchten sie, dass es - ähnlich wie bei dem Batman-Film "The Dark Knight Rises" im Jahr 2012 - zu Anschlägen bei den Filmvorführungen kommt.

Damals stürmte ein Mann in Aurora im Bundesstaat Colorado einen Kinosaal, in der die Mitternacht-Premiere des Films gezeigt werden sollte. Der Angreifer schoss wahllos ins Publikum. Dabei starben zwölf Menschen, viele weitere wurden teils schwer verletzt. Er habe sich mit dem von Heath Ledger verkörperten Batman-Widersacher verbunden gefühlt, sich als "The Joker" bezeichnet, wurde damals vermeldet. Die größte Gefahr bestehe laut FBI und US-Militär nun offenbar erneut in Hinsicht auf das hohe Identifikations-Potenzial, das die Gefährder mit der Hauptfigur des neuen Films haben könnten.

Im aktuellen "Joker"-Film, in dem Joaquin Phoenix die Hauptrolle spielt, kommt in den USA am 4. Oktober in die Kinos. Todd Phillips Streifen brachte es bei den Filmfestspielen in Venedig bereits zu stehenden Ovationen und einem Goldenen Löwen. Von den Fans wird der Film bereits mit Spannung erwartet. Für die Behörden stellen die Filmvorführungen dagegen ein großes Risiko dar.

Der "Joker" als Vorbild?

Diversen US-Seiten zufolge, etwa "Indie Wire", sprechen die Behörden von möglicher "Incel Violence". Unter "Incel" wird eine bestimmte Gruppe an Männern - meist weiß und heterosexuell - verstanden, die ein frauenfeindliches Weltbild hegen, unfreiwillig keinen Geschlechtsverkehr haben und in Selbstmitleid baden. Exakt wie Arthur Fleck alias Joaquin Phoenix in "Joker"?

Die Polizei macht sich laut eines Berichts der US-Seite "Variety" jedenfalls auf das Schlimmste gefasst und will ihre Präsenz während des Eröffnungswochenendes von "Joker" deutlich erhöhen. Gleichzeitig wird in einem Statement der Polizei von Los Angeles darin aber auch betont, dass es bislang noch keinerlei besorgniserregende Hinweise für mögliche Anschläge gäbe.

Filmstudio äußert sich zu Bedenken

Natürlich sind potenzielle Gräueltaten im Zuge des Kinostarts von "Joker" hochgradig ernst zu nehmen, die Debatte darum scheint es dagegen nicht immer zu sein. Andernfalls müsste sie auch deutlich vehementer in Bezug auf Selbstjustiz-Helden der Marke "John Wick" oder "Rambo" geführt werden. In diese Kerbe schlug unlängst auch das für "Joker" zuständige Filmstudio Warner Bros., das sich in einem Statement zu den Bedenken geäußert hat.

Darin heißt es unter anderem, dass der Film "keine Gewalt in der echten Welt befürworten" würde und es "weder die Absicht des Films, des Regisseurs oder des Studios sei, den Charakter als Helden darzustellen." In der Tat orientiert sich der Film nachweislich an Antihelden, etwa aus Martin Scorseses Klassiker "Taxi Driver" - und der wird noch heute als bedenkenloses Meisterwerk gefeiert.

Quelle: n-tv.de, ibu/spot

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