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Árni, Lóa und Co. bringen jeden Tanzmuffel zum Ausrasten auf dem Dancefloor.
Árni, Lóa und Co. bringen jeden Tanzmuffel zum Ausrasten auf dem Dancefloor.(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 09. November 2017

Geschenke aus Island: FM Belfast liefert Stoff gegen Winterschlaf

Von Uladzimir Zhyhachou

Island ist für seine bunte Musikszene weltweit bekannt. Björk, Sigur Ros, Of Monsters and Men etc. Alle diese Musiker zeichnet eine Mischung aus Folk, Mystik und Sehnsucht nach Natur aus. FM Belfast geben sich mit ihrem Elektropop ganz anderen Klängen hin.

"We are running down the street in our underwear […] cause nothing, ever, happens here", sangen FM Belfast zu ihrem Elektropop auf dem ersten Album "How to Make Friends" 2008. Spätestens seit dem EM-Fußballwunder passiert in Island jedoch ziemlich viel, die ganze Welt schaut mit Bewunderung auf das kleine aber stolze Land. Tourismus floriert, natürlich wegen der außerirdischen Natur, aber auch dortige Bands wie FM Belfast tragen zum positiven Image der Insel bei. Mit dem Song "Underwear" ist die Band aus Reykjavík weltweit bekannt geworden. Seitdem brachten sie vier Alben heraus, voll mit Hits, die jede Party zum Kochen bringen.  

Alles begann mit einem Geschenk. Die beiden Gründungsmitglieder, Árni Rúnar Hlöðversson und Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir, haben 2005 für Weihnachten einen Song aufgenommen, den sie ihren Freunden unter den Tannenbaum gelegt haben. Ihren ersten Gig hatten die Isländer in einer Höhle auf den Färöer-Inseln im Sommer 2006, wenig später schlossen sich Árni Vilhjálmsson und Örvar Smárason dem Bandprojekt an. Heute sind sie regelmäßig in Lineups von großen Festivals vertreten und begeistern mit ihrer Musik Menschen auf der ganzen Welt.

Mit ihrem markanten, vielschichtigen Elektropop bringt das Kollektiv aus Reykjavík nun ein weiteres Geschenk für ihre Freunde und Fans. Das fünfte Album heißt "Island Broadcast". Drei lange Jahre mussten die Fans seit dem Erscheinen der letzten Platte "Brighter Days" 2014 warten - die Musiker haben auch außerhalb der Band viel zu tun. Örvar Þóreyjarson Smárason zum Beispiel ist Schriftsteller, Dichter und Gründungsmitglied der berühmten experimentellen Band múm. Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir ist eine Illustratorin, Björn Kristjánsson hat sein eigenes Musikprojekt namens Borko. FM Belfast sind keine normale Band, sie sind viel mehr eine Gemeinschaft, ein Freundeskreis.

Doch nicht nur Bandmitglieder, auch die Fan-Gemeinde gehört zu diesem Freundeskreis. Die Musiker wissen diese Freundschaft zu pflegen. Sie laden ihre Anhänger ein, an Videodrehs teilzunehmen und nach Konzerten bleiben sie noch lange im Saal, um mit dem Publikum zu quatschen oder Fotos zu machen. Und da Geschenke die Freundschaft erhalten, bringen sie den deutschen Fans diesen Herbst gleich zwei Präsente: Das neue Album und die ebenso lang erwartete Tour.

Vom Arzt verschrieben

"Island Broadcast" enthält 11 Songs, die alle bestens zum Tanzen geeignet sind. Auf dem Album gibt es zwar keine großen Dancefloor-Hits wie die guten alten "Underwear" oder "Stripes", dafür passen diese Songs zu jeder Stimmung und zu jeder Lebenssituation. Es geht nicht mehr so euphorisch zu, wie auf den ersten vier Alben, die Lyrics sind etwas nachdenklicher und "erwachsener" geworden. Doch die lebensfrohe und fast kindliche Ausstrahlung ist geblieben.

Das werden die Isländer ganz bestimmt auf den Shows der Deutschland-Tour beweisen können. Es gibt eine Anekdote, die besagt, dass der isländische Schriftsteller und Kandidat um die Präsidentschaft 2016, Andri Snær Magnason, von seinem Arzt verschrieben bekommen haben soll, alle sechs Monate mindestens ein FM Belfast-Konzert zu besuchen. Keiner weiß ob es stimmt, doch gegen Winterdepressionen helfen die Shows der verrückten Isländer ganz sicher.

Sie sind zwar grundsätzlich zu viert, aber wie viele Musiker schlussendlich auf der Bühne stehen, das kann man vorher nie wissen. Und so darf auch ab und zu Andri Snær Magnason zu seinen Lieblingssongs vor dem Publikum tanzen und mitsingen. Sicher ist, dass die Show, die die Isländer machen, jeden Tanzmuffel zum Ausrasten bringt. Wenn sie auf der Bühne sind, ist es nahezu unmöglich im Saal rumzustehen und sich an seinem Bier festzuhalten oder die Performance aufs Handy zu filmen. Also am besten das Handy einfach zuhause lassen und Wechselkleidung mitnehmen - in schweißnassen Klamotten kann man sich im Dezember leicht erkälten.

  • 01.12. Heidelberg - Karlstorbahnhof
  • 02.12. Köln - Gebäude 9
  • 04.12. Frankfurt - Mousonturm
  • 05.12. Hamburg - Uebel & Gefährlich
  • 06.12. Berlin - Festsaal Kreuzberg
  • 07.12. Leipzig - Täubchenthal
  • 08.12. Nürnberg - Z -Bau

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Quelle: n-tv.de

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