Unterhaltung

Von Museum bis Virtual Reality Fanta 4 im FANTAVENTURA-VR-LaLaLand

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"Behind the scenes" sieht so ein Tag am Meer recht grau aus.

Zum 30-jährigen Bandjubiläum haben sich die Fantastischen Vier mit diesem interaktiven App-Erlebnis ein virtuelles Denkmal gesetzt. Erzählt wird die Bandgeschichte durch Zeit und Raum, in der sich Vergangenheit und Gegenwart, die jungen Fanta4 und die Fanta4 von heute, treffen. Zu den Klängen von "Tag Am Meer" erkunden die Zuschauer gemeinsam mit Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon die Insel FANTAVENTURA. Das weltweit erste 6DoF-VR-Erlebnis einer Band ermöglicht Fans und VR-Begeisterten einen einzigartigen Trip durch das Universum der Fantastischen Vier. FANTAVENTURA setzt neue künstlerische und technologische Maßstäbe. Weltweit gibt es kein vergleichbares Projekt einer Band.
Die VIER sind ihrer Zeit wieder einmal weit voraus. Über ihre jüngsten Projekte sprach n-tv.de mit Smudo und And.Ypsilon .

n-tv.de: 30 Jahre Fanta 4 - 30 Jahre Showbiz - könnt ihr eigentlich noch etwas dazulernen?

Smudo: Na, auf jeden Fall. Auf den gemachten Lorbeeren auszuruhen ist nicht unser Ding. Wir sind am besten in der Gegenwart - die Alternative wäre nichts zu machen, und das ist keine Alternative.

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Michi Beck trifft Michi Beck ...

And.Ypsilon: Sich zu wiederholen ist superlangweilig, da könnten wir nix Gutes zustande bringen.

Der Fortschritt - eine super Sache grundsätzlich, aber ist es nicht manchmal auch beängstigend, dass wir immer so wahnsinnig fortschreiten? Wenn zum Beispiel ein Hologramm von Whitney Houston auf Konzertreise geschickt wird …

Smudo: Ich glaube nicht, dass das was taugt als Konzert. Man versucht schon so lange und auf so vielfältige Art und Weise, das Erlebnis eines Konzerts immer wieder neu zu übertragen, neu zu präsentieren, aber da waren wir noch nie so richtig ein Fan von. Nichts kann ein richtiges Konzert ersetzen. Mit all den neuen Medien sollte man andere Dinge anstellen, da sollte man interaktiv in einer Fantasiewelt werden und nicht versuchen, die Realität zu toppen. Es gibt einen Grund, warum Konzerttickets so teuer sind - ein Konzert ist etwas ganz Besonderes.

fantaventura

● Zum 30-jährigen Bandjubiläum präsentieren DIE FANTASTISCHEN VIER mit  FANTAVENTURA das weltweit erste 6DoF-VR-Erlebnis einer Band.

● Dank 6DoF (Six Degrees of Freedom, "Sechs Freiheitsgrade") können sich die  Nutzer nahezu frei durch eine virtuelle Welt bewegen.  

● Angelehnt an den Fanta4-Hit "Tag am Meer" erkunden die User gemeinsam mit  Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon eine Insel mitten im Ozean. Schwebende Seifenblasen entführen sie dabei auf einen einzigartigen Trip. Die vier  Stuttgarter spielen bewusst mit dem Look der 90er und kombinieren ihn mit volumetrischen Videoaufnahmen der Band, Animationen, 360° Film, interaktivem Sound sowie der Hand-Tracking Interaktivität. So wird eine Geschichte durch die Zeit erzählt, in der sich Gegenwart und Vergangenheit treffen.  

● FANTAVENTURA 360° gibt es kostenlos in der ​Magenta VR App der Telekom für iOS und Android.  

● Über die Magenta VR App wird FANTAVENTURA auf Smartphones im 360°-Modus, mit einem Cardboard (z.B. Zeiss VR One) oder der ​Lenovo Mirage Solo​ angeschaut. 

● Die 6DoF-Version steht über die Plattform Steam für VR-Headsets (z.B. HTC Vive)  zum Download zur Verfügung.

● Die Magenta Virtual Reality App für iOS, Android, Daydream und Oculus bündelt VR- und 360°-Inhalte der Telekom ​und unterschiedlicher Partner aus den Bereichen  Sport, Musik, Bildung und Unterhaltung. 

● Als eine der ersten VR-Anwendungen verfügt die App zusätzlich über einen Social  VR-Bereich: Die "Lounge" ist ein eigener virtueller Raum, in dem sich Nutzer in Form von Avataren verabreden können. In diesem geschlossen Umfeld können sie sich  miteinander unterhalten und gemeinsam die Inhalte der App anschauen. 

● Mit dem "Cinema" bietet die App einen zweiten virtuellen Raum in Form eines Kinos. Hier können die Nutzer eine Auswahl von 2D-Inhalten genießen oder eigene Bilder und Videos betrachten. 

● Die Magenta VR App funktioniert sowohl auf dem Smartphone als auch mit  Standalone VR-Headsets. Für ein echtes immersives Erlebnis empfiehlt sich die  Nutzung mit einem VR-Headset oder einem Cardboard. Die App steht inklusive aller  Inhalte und Funktionen kostenlos in den App Stores zur Verfügung. 

And.Ypsilon: Jedes neue Medium findet seine Ecke, denke ich, genauso wie das E-Book das gedruckte Buch nicht total verdrängt hat und Online-News nicht die Zeitung - ich warne vor Schwarz-Weiß-Denken. Alles erfüllt seinen Zweck, und es muss eben immer wieder neu bewertet und getestet werden, das ist alles.

Ihr begegnet in FANTAVENTURA euren alten Ichs - würdet ihr gern nochmal 20 sein? Oder 30?

Smudo: 20 nicht, aber 30 (lacht).

And.Ypsilon: Ich beantworte diese Frage immer kategorisch mit nein! Ich will keinen einzigen Tag zurück.

Weil du gerne im Jetzt lebst?

And.Ypsilon: Ja, und weil ich auf nichts verzichten möchte. Auf all die gemachten Erfahrungen. Also ein junger Körper, klar, das wär' dufte (lacht), aber so dumm sein wie damals möchte ich nicht mehr.

Was fasziniert euch so an Virtual Reality, dass ihr jetzt eure eigene VR-Welt in Gestalt von FANTAVENTURA mitentwickelt habt?

Smudo: VR braucht sicher noch etwas Zeit bis zur Massentauglichkeit, aber schon jetzt kann man das Unterhaltungs-Potenzial erahnen. Das ist einfach spannend für uns. Ein schönes Beispiel ist die VR-App "Job Simulator", kennst du den?

Nein.

Smudo: Da sitzt du in einem Büro in Toon-Town, wie in einem Comic. Dein Scheff, ein kleiner schwebender Blechroboter, gibt dir Arbeitsanweisungen: Rechner anknipsen, Kaffee kochen, am Telefon weiterverbinden. Du nimmst mit dem Controller in der Hand den virtuellen Hörer ab und führst ihn zum Ohr, eine Stimme ertönt daraus, angepasst an deine Ohr- und Handbewegung, verblüffend. An einer Stelle kommt die Belegschaft zu dir und drückt dir einen Kuchen in die Hand und alle singen "Happy Birthday". Mit dem Controller und der virtuellen Kerze in der Hand und alle singen - hach, da wird mir ganz rührselig und für einen kurzen Moment darf ich glauben, ich hätte tatsächlich Geburtstag. Eine bis dato im Gaming mir unbekannte Emotion. (lacht). Aber die Gaming-Industrie sucht noch, und das ist spannend aus künstlerischer Sicht. Man muss allerding verstehen, dass es einen Unterschied zu ordinären 360 Grad Filmen und dem voll aufgeblasenen Hightech-Ding, den sogenannten SixDoF gibt - Six Degrees of Freedom. Sechs Dimensionen von Freiheit, sprich - ich kann mich frei bewegen und mit Controllern mit der virtuellen Umgebung interagieren.

And.Ypsilon: Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr!

Smudo: Die große Frage war - und das war unsere Herausforderung zum 30. Bandgeburtstag, nachdem wir schon so einige Leuchttürme gebaut haben - was können wir jetzt eigentlich noch machen? Wir gehen auf Tour, wir sind im Museum, wir sind im Kino mit einer Doku - da wollten wir auch noch im VR-Bereich was hinlegen. Wir sind die erste Band weltweit die eine waschechte SixDoF-Experience veröffentlicht hat.

And.Ypsilon: In diesem Zusammenhang möchte ich vor allem unsere Pionierleistung hervorheben. Wir selbst sind ja in dieser VR-Experience. Um das zu bewerkstelligen, reicht es weder, sich einfach abfilmen zu lassen, noch von sich ein Polygon-Drahtgitter anzufertigen. Um in Real-Gegenübersteh-3D digitalisert zu werden, muss man sich volumetrisch aufzeichnen lassen. Wir wurden rundherum gefilmt, mit Dutzenden von Kameras im besten volumetrischen Studio der Welt in Potsdam.

Mein Highlight an FANTAVENTURA is teuer Song "Tag am Meer", der dazu läuft …

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Zieht euch mal was Sommerliches an, Jungs ...

And.Ypsilon: Oh ja, ein wirklich schöner Song! Ich habe ihn monatelang gehört, und dann in alle Einzelteile zerlegt und wieder neu im Raum verteilt, damit sich die Akustik möglichst real verhält. Ich kann den Song im Schlaf.

Eure Welten in FANTAVENTURA  sind die eines Bauernhofes, wo Thomas D Bagger fährt, oder mit Michi Beck auf einer Insel zum Fische fangen, was gibt es noch?

Smudo: Du stehst zum Beispiel auch im Kühlschrank von Michi Beck, oder fliegst durch die Wolken …

Langweilt ihr euch eigentlich JEMALS?

Smudo: Das Wort Langeweile ist mir als dreifachem Vater völlig fremd. Romantisch betrachtet finde ich "die Langeweile" irgendwie erstrebenswert, aber ich weiß auch ganz genau, dass es nicht mein Ding ist. Leerlauf beflügelt Kreativität, stimmt schon, deswegen verordnen wir uns hin und wieder Ruhe. Aber gemeinsam. Und dann langweilen wir uns gezielt.

Wie bekommt ihr die Kinder vom Handy weg, oder von einem anderen Endgerät?

Smudo: Ach, ich seh' das nicht so eng, die Kids sind schon in Ordnung zum größten Teil. Erinner' dich mal daran, als du eine Jugendliche warst …

… ist ein bisschen her …

Smudo: … und du fandest irgendwas toll. Dann hast du das doch nicht sein lassen, bloß weil deine Eltern gesagt haben, das solltest du mal besser nicht machen. Oder?

Nee …

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Haben FANTAVENTURA auf der IFA vorgestellt: Thomas D, Smudo, and.Ypsilon und Michi Beck.

(Foto: soe)

Smudo: Siehst du. Und so machen die Kids das heute auch. Die kriegen das hin! Früher hieß es, Comics machen blöd und Kabelfernsehen ist doof …

And.Ypsilon: … oder denk' mal an den Walkman! "Eine Dauerberieselung findet nicht statt" hat mein Vater gesagt! (lacht) Wenn einer mit der Vielfalt der Möglichkeiten umgehen kann, dann sind das natürlich die Jungen! Wir Älteren schaffen das auch irgendwie, aber wir schaffen es vor allem, auf eine gute Art nicht damit umzugehen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was haltet ihr, als Album-Macher, vom Streamen einzelner Titel? Ist das schlimm für Künstler?

Smudo: Streaming hat die Musikwirtschaft nachhaltig verändert und verändert sie noch. Es hat Vor- und Nachteile.

And-Ypsilon: Man hört heute einfach anders Musik. Man will sich nicht mehr so wegballern. Und es gibt so viele andere Plattformen, da ist Musik nicht mehr so Identitäts-stiftend wie früher. Der Musik-Konsum rutscht in eine andere Ecke.

Smudo: Pop-Musik ist ja primär  für junge Leute. Da steigt man ein auf der Suche nach sich selbst. Um sich zu formen, um eine Identität zu finden. Ska, Punk, Hip Hop - das war eine Attitude fürs Leben, die behielt man ganz oft, auch als Erwachsener. Heute ist es so, dass die Vielfalt so groß ist, da gibt es mehr als Musik, und das wäre ja nicht realistisch zu behaupten, dass Musik immer noch dasselbe bedeutet wie früher. Dem nachzuweinen ist Quatsch. Es bedeutet nicht, dass Musik ihren Wert verloren hat, aber ihre Rolle ist eine andere. Heute grenzen Kinder sich anders ab. Und ehrlich: Wie kann man denn heute noch seine Eltern schocken?

Mit Smudo und And.Ypsilon sprach Sabine Oelmann

Quelle: ntv.de