Cabots Ehemann war im StadionFrau aus Kiss-Cam-Skandal packt bei Oprah aus
Ein Aufnahme der Kiss-Cam auf einem Coldplay-Konzert wird für Kristin Cabot zum Albtraum. Der Clip geht im Juli 2025 viral, ihr Leben wird öffentlich zerrissen, sogar Morddrohungen erhält sie. Jetzt spricht die 53-Jährige erstmals über die Folgen und die Rolle ihres Chefs Andy Byron.
Ein lauer Sommerabend im Juli 2025, Zehntausende Fans sind im Stadion, um Coldplay zu sehen. Auf den Tribünen singen Menschen mit, umarmen sich, filmen den Moment. Dann richtet sich die berühmte Kiss-Cam auf ein Paar in der Menge - eigentlich ein harmloser Spaß bei Stadionkonzerten. Doch als die Kamera auf ein Paar schwenkt, passiert etwas Unerwartetes: Statt zu lachen oder sich zu küssen, duckt sich die Frau hastig weg, der Mann versucht ebenfalls aus dem Bild zu verschwinden. Auf der Bühne kommentiert Coldplay-Sänger Chris Martin die Szene verdutzt: "Entweder sie haben eine Affäre oder sie sind einfach sehr schüchtern."
Was wie ein kurzer, kurioser Moment wirkte, wurde innerhalb weniger Stunden zu einem globalen Internetphänomen. Der Clip verbreitete sich rasant in den sozialen Medien, wurde unzählige Male neu geschnitten, parodiert und als Meme geteilt. Schon kurz darauf identifizierten Nutzer die beiden Personen: Andy Byron, damals CEO des Techunternehmens Astronomer, und Kristin Cabot, die HR-Chefin der Firma - beide zu diesem Zeitpunkt anderweitig verheiratet. Der virale Skandal hatte schnell reale Folgen. Beide räumten ihre Posten bei Astronomer, während Cabot zur Hauptfigur eines massiven Online-Shitstorms wurde. Millionen Kommentare, Clips und Memes drehten sich um den vermeintlichen Seitensprung.
Nun meldet sich die 53-Jährige erstmals selbst ausführlich zu Wort - in einem Interview mit Talk-Legende Oprah Winfrey. "Es war ein Konzert, ein unbeschwerter Moment", erzählt Cabot. Was danach folgte, beschreibt sie als Albtraum. "Als wir auf der Leinwand erschienen, habe ich noch gelacht. Ich wusste nicht, dass Sekunden später mein ganzes Leben öffentlich seziert wird." Laut Winfrey wurde der Clip bis heute mehr als 300 Milliarden Mal aufgerufen.
Coldplay-Konzert war ihr erstes Date
Kurz vor dem Konzert habe sie durch ihre Tochter erfahren, dass ihr Ehemann, von dem sie zu diesem Zeitpunkt bereits rund einen Monat getrennt lebte, dieses ebenfalls besuchen würde, berichtet Cabot. Sie habe darüber nachgedacht, dass eine zufällige Begegnung mit ihm unangenehm sein könnte, wenn er sie zusammen mit Byron sehe. "Aber dann dachte ich: 'Ich bin im Gillette Stadium, hier sind 55.000 Menschen, ich werde ihm wahrscheinlich nicht über den Weg laufen'", erinnert sie sich. Rückblickend sagt sie: "Am Ende des Tages wäre es besser gewesen, wenn ich ihm einfach über den Weg gelaufen wäre." Denn stattdessen landeten Bilder von ihr und ihrem Chef auf den riesigen Stadionleinwänden - und kurz darauf im gesamten Internet.
Auch Byron habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits von seiner Ehefrau getrennt, erzählt Cabot - zumindest sei sie fest davon ausgegangen. Diese Gemeinsamkeit habe sie beide zuvor näher zusammengebracht. In den Wochen vor dem Konzert hätten sie in ihren gemeinsamen Mittagspausen viel über ihre jeweiligen Beziehungsprobleme gesprochen - aus ihrer Sicht zunächst im beruflichen Kontext.
Das Coldplay-Konzert sei das erste Treffen außerhalb der Arbeit gewesen. Eine heimliche Affäre habe es nicht gegeben, betont sie. Gefühle seien zwar vorhanden gewesen, doch beide hätten versucht, vorsichtig zu bleiben, weil ihnen bewusst gewesen sei, dass eine Beziehung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiterin problematisch wäre. Sie sei wirklich verknallt gewesen, sagt Cabot, und hätte mit Byron sogar schon darüber geredet, ihre Vorgesetzten bald über die neue Verbindung in Kenntnis setzen zu wollen. "Es fühlte sich gut an, Aufmerksamkeit und Zuneigung von einem tollen Mann zu bekommen." Die Umarmung und die Küsse während des Konzerts seien die ersten zärtlichen Gesten zwischen ihnen gewesen.
"Schlampe, Ehezerstörerin und Goldgräberin"
Was danach folgte, habe sie völlig überrollt. "Menschen, die mich nicht kennen, haben über mich geurteilt, mich beschimpft, mir Dinge unterstellt." Der virale Skandal habe eine Dynamik entwickelt, auf die sie nicht vorbereitet gewesen sei. Sie habe sogar Morddrohungen erhalten. Besonders belastend sei die Situation für ihre beiden Kinder gewesen, die heute 14 und 16 Jahre alt sind.
Ein Detail habe sie besonders schockiert: Nahezu alle Hasskommentare seien von Frauen gekommen. Im Netz sei jede Kleinigkeit an ihr analysiert und kritisiert worden. Sie sei zum Gesicht des Skandals geworden, während Byron vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhalten habe. "Es hat niemand über Andys Haare, Shirt oder Uhr geredet. Ich habe nie etwas darüber gehört oder gelesen, dass infrage gestellt wurde, ob er nur deshalb ein CEO ist, weil er sich hochgeschlafen hat", sagt sie. Sie selbst sei dagegen unter anderem als "Schlampe, Ehezerstörerin und Goldgräberin" beschimpft worden.
Heute versucht Cabot, ihr Leben neu zu ordnen. Das Gespräch mit Oprah sei das erste und zugleich letzte Interview, das sie zu dem Thema geben wolle. Ob sie bereue, was passiert ist? Sie habe einen Fehler gemacht, räumt die 53-Jährige ein - weil sie mit ihrem Chef ausgegangen sei. Aber es sei kein Fehler gewesen, für den sie den Tod verdient hätte, wie es ihr viele Menschen im Internet gewünscht hätten. "Ich übernehme die Verantwortung für die schlechte Entscheidung, die ich in diesem Moment getroffen habe und ich habe einen unvorstellbaren Preis dafür bezahlt. Deswegen habe ich meinen Job gekündigt. Ich habe mein Unternehmen in eine Lage gebracht, aus der es kein Zurück mehr gibt."
Zu Andy Byron habe sie seit Herbst 2025 keinen Kontakt mehr. Besonders enttäuscht habe sie, dass er sie öffentlich nicht gegen den massiven Online-Hass verteidigt habe. "Es hätte schon gereicht, wenn er nur einmal gesagt hätte, dass er von seiner Frau getrennt war." Das hätte vieles verändert, glaubt sie. Gegenüber Winfrey deutet Cabot zudem an, dass Byron sie möglicherweise über seinen Beziehungsstatus getäuscht habe. Er sei nicht die Person gewesen, als die er sich ihr gegenüber dargestellt habe - und Lügen seien für sie "ein absolutes No-Go", betont sie. Sie habe geglaubt, dass er sich bereits von seiner Frau getrennt habe, als sie ihn zu dem Konzert einlud.
Hat Byron über seinen Beziehungsstatus gelogen?
Gleichzeitig wolle sie vorsichtig mit Vorwürfen sein. "Ich möchte sehr vorsichtig sein, weil die Welt bereits für mich gesprochen hat. Und ich möchte das nicht jemand anderem und seiner Familie antun." Kurz nach dem Konzert wurde Byron laut US-Medien jedoch wieder mit seiner Ehefrau gesehen - beide mit Eheringen, wie unter anderem "Newsweek" berichtet. Cabot sagt, sie habe sich am Ende allein mit den Konsequenzen wiedergefunden. "Ich war diejenige, die dafür angegriffen wurde - und er ist einfach still geblieben. Für mich ist das keine Eigenschaft, die ich bei einem Freund, Partner oder Chef suchen würde." Heute gebe es keinerlei Kontakt mehr zwischen ihnen.
Die US-Amerikanerin hat sich inzwischen weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie arbeite an neuen Projekten und wolle vor allem eines: wieder Kontrolle über ihre eigene Geschichte gewinnen. "Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass ich einfach ein normaler Mensch bin", sagt sie im Gespräch mit Oprah Winfrey. Sie sei eine Mutter, die ihre Kinder zur Schule bringe und zum Training fahre, eine Tochter, Schwester und Freundin. Berühmt zu werden sei nie ihr Ziel gewesen. "Ich habe mir das nicht ausgesucht. Ich habe nicht darum gebeten, berühmt zu werden und ich habe keinerlei Erfahrung damit, mit so etwas umzugehen." Die Dynamik von Online-Shitstorms sei gefährlich, sagt Cabot. Viele Menschen würden daran zerbrechen. "Ich möchte einfach, dass die Leute freundlich sind. Das klingt kitschig, aber ..."
Doch auch das Interview selbst löste erneut Diskussionen aus. In sozialen Netzwerken kritisierten einige Zuschauer Oprah Winfrey dafür, Cabot eine Plattform gegeben zu haben. "Oprah macht wieder das, was sie am besten kann: Geschichten inszenieren, um Menschen zu bestätigen", schrieb ein Nutzer laut der US-Seite "Lad Bible". Ein anderer kommentierte: "Oprah, du bist besser als das. Die Welt steht in Flammen." Und wieder andere fragten, warum ausgerechnet die "Kiss-Cam-Frau" ein großes Interview bekomme - während weltweit unzählige andere Frauen um Gehör kämpften.
