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Symbolfigur der ARD Fritz Pleitgen ist tot

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Erst vor Kurzem äußerte er sich noch zu Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine: Fritz Pleitgen im Mai 2022.

(Foto: picture alliance/dpa)

Über Jahrzehnte prägt Fritz Pleitgen das öffentliche-rechtliche Fernsehen entscheidend mit - erst als Journalist, später auch als Intendant seines Heimatsenders WDR. Nun stirbt er mit 84 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Der Fernsehjournalist und frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen, ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 84 Jahren in Köln, wie der WDR mitteilte.

Pleitgen hatte im Juni 2020 über die Deutsche Krebshilfe mitgeteilt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sei. Bis zu seinem Tod lebte er in Bergisch Gladbach.

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Das Thema Krieg beschäftigte ihn auch schon früher.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Der im März 1938 geborene Pleitgen galt als Symbolfigur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für den er bereits seit Anfang der 1960er-Jahre tätig war. Lange Zeit war er ARD-Korrespondent, unter anderem in Moskau und Washington.

Anschließend war er bei seinem Heimatsender WDR Chefredakteur, Hörfunkdirektor und dann von 1995 bis 2007 zwölf Jahre lang Intendant. In dieser Zeit setzte er sich unter anderem für den Aufbau der Regionalstudios ein. "Wir schalten nach nebenan", lautete das Motto. "Dabei wollte ich gar kein Hierarch werden", versicherte er einmal. "Ich wollte immer nur Journalist sein. Die Ämter habe ich aber gerne ausgeübt." Bis 2006 führte er auch nahezu 300 Mal durch den "ARD-Presseclub".

"Gesicht des Reviers"

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In späteren Jahren wurde ihm die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ein Anliegen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sein letztes Großprojekt war die Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Hier war er von 2007 bis 2011 Vorsitzender der Geschäftsführung und als solcher "das Gesicht des Reviers" im Kulturhauptstadtjahr. Es ging ihm darum, überholte Vorstellungen vom einstigen "Kohlenpott" abzubauen und neue Bilder vom Ruhrgebiet um die Welt zu schicken.

Als im Kulturhauptstadt-Jahr 21 Menschen bei der Loveparade-Katastrophe starben, fuhr Pleitgen sofort an die Unglücksstelle und räumte öffentlich eine moralische Mitverantwortung ein.

"Fritz Pleitgen stand für Mut und Fairness, und er liebte seinen WDR", sagte der heutige WDR-Intendant und ARD-Vorsitzende Tom Buhrow. "Seine Ausstrahlung geht aber weit über diesen Sender hinaus. Er stand sein ganzes Leben lang für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seine Rolle in der Gesellschaft." Pleitgen sei "ein kluger Stratege" gewesen, "der sich dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk voll und ganz verpflichtet fühlte und sich energisch und leidenschaftlich für ihn einsetzte".

Pleitgen hinterlässt seine Frau, drei Söhne und eine Tochter. Sein Sohn Frederik twitterte im Namen der Familie auf Englisch die Sätze: "Ruhe in Frieden, Papa! Wir haben einen großartigen Journalisten und den besten Vater, den man sich vorstellen kann, verloren. Wir alle sind in großer Trauer, wir verneigen uns aber vor dem großartigen Lebenswerk und sagen Danke für alles, was Du uns gegeben hast. In ewiger Liebe. Familie Pleitgen."

Frederik Pleitgen ist ebenfalls Fernsehjournalist. Als er 2018 als CNN-Korrespondent nach Moskau ging, gestand der Vater: "Ich beneide ihn darum."

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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