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Metal-Band spaltet die Fans "Fuck Trump, fuck Slayer"

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Spricht offenbar nicht für die ganze Band: Slayer-Frontmann Tom Araya.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nein, viele Unterstützer hat Donald Trump in der Showbranche nicht. Umso mehr erhitzt nun ein Instagram-Post der Metal-Gruppe Slayer die Gemüter, der offenbar Zustimmung für den US-Präsidenten signalisiert. Manche Fans kündigen der Band die Freundschaft.

Die Thrash-Metal-Pioniere von Slayer waren definitiv noch nie für ihre Samthandschuhe bekannt. Ein martialischer Gestus gehört seit jeher zum Repertoire der Gruppe, die sich selbst "Schlächter" nennt und ihren Alben Titel wie "Show No Mercy" (zu Deutsch: "Zeige keine Gnade), "Reign in Blood" ("Herrschaft in Blut") oder "God Hates Us All" ("Gott hasst uns alle") verleiht. 1981 gegründet, mauserten sich Slayer über die Jahre zu einer der einflussreichsten Bands im Genre der harten Klänge - neben Metallica, Anthrax und Megadeth werden sie heute zu den "großen 4" des Thrash-Metals gezählt.

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Schon in der Vergangenheit sorgte die Band immer mal wieder für Kontroversen, nicht zuletzt durch Anspielungen auf den Nationalsozialismus in diversen Songs. Doch Nazi-Vorwürfe wies die Formation stets zurück. Auch viele Fans der Gruppe dürften den übertrieben harten Habitus und politisch zweifelhafte Bezüge in den Texten von Slayer eher als Teil des Band-Konzepts verstanden haben, als diese ernst zu nehmen. Davon zeugen nicht zuletzt zahlreiche empörte Reaktionen, die Slayer-Sänger Tom Araya nun mit einem Instagram-Post provoziert hat.

"Snowflakes"

Bereits am vergangenen Freitag - dem Tag der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump - veröffentlichte Araya auf der offiziellen Slayer-Seite bei der Internet-Plattform eine Foto-Montage, die Trump scheinbar im Kreis der Band-Mitglieder zeigt. Der frischgebackene Präsident lächelt und hat die Finger beider Hände zu "Pommesgabeln" ausgestreckt. Doch das Bild verschwand alsbald wieder bei Instagram. Zuvor hatten sich diverse Fans über das Posting beschwert.

Mittlerweile jedoch ist die Aufnahme wieder aufgetaucht, versehen mit einem persönlichen Kommentar Arayas: "Glaubt es oder nicht: Ich, Tom Araya, habe dieses Foto am 20. Januar gepostet, weil ich es lustig fand ... Ich war erstaunt von den Kommentaren zu dem Bild, einige positiv, einige negativ. Noch mehr hat mich erstaunt, dass es binnen zwei Stunden 10.000 Likes dafür gab. Aber ich hätte nie erwartet, dass es so viele 'Snowflakes' gibt, die ihre Abneigung gegenüber dem neuen Präsidenten äußern. Mögt ihn oder nicht - er ist der Präsident." Mit dem Begriff "Snowflakes" ("Schneeflocken") nahm Araya Bezug auf eine Äußerung von Trump-Beraterin Kellyanne Conway, die junge Kritiker des Präsidenten abfällig so bezeichnet hatte.

Zugleich zeigte sich der Sänger verwundert, dass das Bild vorübergehend bei Instagram verschwunden war: "Ich bin am nächsten Morgen aufgewacht und habe festgestellt, dass jemand den Post gelöscht hat. Kann mir mal jemand erklären warum?", will Araya wissen. Da nur die Band selbst oder ihr Management Zugriff auf den Account haben dürfte, wird gemutmaßt, dass Arayas Aktion wohl auch bei nicht allen seiner Kollegen auf Zustimmung traf.

"So entstehen Fake News"

Im Lager der Fans jedenfalls stieß auch der neuerliche Post auf ein extrem gespaltenes Echo. Während einige Anhänger Araya den Rücken stärkten, zeigten sich andere wütend über den 56-Jährigen. "Fuck Trump, fuck Slayer", lautete etwa ein Kommentar eines Nutzers. "Trump kennt keine Scham und hat keine Klasse. Er ist eine Peinlichkeit für Amerika und alles, wofür es steht. Als japanischer Fan bin ich von euch sehr enttäuscht. Tschüss", kündigte ein anderer der Gruppe die Freundschaft. Und ein Dritter kommentierte mit Blick auf den 2013 bei Slayer ausgestiegenen Dave Lombardo - wie Araya ein Gründungsmitglied der Gruppe - scherzhaft: "Kein Wunder, dass Lombardo die Band verlassen hat."

Araya wollte die Reaktionen nicht auf sich sitzen lassen und äußerte sich abermals in der Kommentarspalte: "Danke an alle, die kommentiert haben, danke für die Erkenntnis. So entstehen Fake News. Ich habe nie gesagt, dass ich Trump unterstütze und ich glaube, ich spreche für die Band, wenn ich sage, dass ihr falsch liegt. Das Bild hat genau das erreicht, was ich mir gedacht habe: Es hat euch wütend gemacht."

Doch auch Arayas Band-Kollegen sahen sich inzwischen genötigt, Stellung zu beziehen. Der "Rolling Stone" zitiert die Gruppe mit den Worten: "Wie Tom bestätigt hat, war das sein Post. Hätte er die Band gefragt, dann hätten wir das nicht veröffentlicht. Das gehört nicht auf die Slayer-Seite. Wir haben alle unsere persönliche Meinung, die wir teils auch in der Vergangenheit geäußert haben. Aber Slayer hat nie irgendeine politische Partei oder einen Kandidaten unterstützt. Die Band will das auch so beibehalten." Blöd nur, dass Arayas Post nach wie vor die Instagram-Seite von Slayer ziert.

Quelle: ntv.de, vpr