Nazi-Flüche und zu viel AlkoholGalliano hat "es nicht so gemeint"

Vor ein paar Jahren war Modedesigner John Galliano durch judenfeindliche Parolen aufgefallen. Der Vorfall führte zu seiner Entlassung bei Dior. Jetzt äußert er sich erstmals in einem Interview zu seinen Ausfällen. Aus seiner schlimmen Phase gerettet habe ihn vor allem Kate Moss.
Der wegen antisemitischer Äußerungen in Ungnade gefallene Modedesigner John Galliano hat in seinem ersten Interview nach dem Skandal Reue gezeigt. "Es ist das Schlimmste, was ich in meinem Leben gesagt habe. Aber ich habe es nicht so gemeint", sagte Galliano der US-Ausgabe der Zeitschrift "Vanity Fair". Der Designer hatte 2009 in einem Pariser Café Juden und Asiaten unter anderem mit Nazi-Parolen beleidigt. Daraufhin war er vom französischen Luxuslabel Dior als Chefdesigner entlassen und von einem Gericht zu 6000 Euro Strafe auf Bewährung verurteilt worden.
Rettung durch Kate Moss
Galliano hatte danach Alkohol- und Drogenprobleme eingestanden und sich in eine Entzugsklinik begeben. Inzwischen sei er seit mehr als zwei Jahren trocken, sagte der Designer in dem Interview in der Juli-Ausgabe der "Vanity Fair". Gerettet habe ihn vor allem das Model Kate Moss, für deren Hochzeit mit dem Musiker Jamie Hince er 2011 das Kleid schuf. "Das Brautkleid von Kate zu entwerfen, hat mich gerettet. Es war meine kreative Rehabilitation. Sie hat mich herausgefordert, wieder ich selbst zu sein."
Lehrer an Design-Schule in New York
Erst kürzlich war Galliano von einer angesehenen New Yorker Design-Schule als Lehrer angeworben worden. Die Parsons School for Design im Stadtteil Manhattan teilte am 24. April 2013 mit, der Modeschöpfer werde über die Herausforderungen bei der Leitung eines Modehauses im 21. Jahrhundert sprechen.
In einem Statement der Schule hieß es zum Antisemitismus-Skandal um den Designer: "Wir glauben, dass Herr Galliano in den vergangenen zwei Jahren den ernsthaften Willen gezeigt hat, seine einstigen Handlungen wieder gut zu machen." Der dreitägige Kurs, den Galliano nach Angaben der Schule in den kommenden Wochen geben wird, sei für die Studenten eine Möglichkeit, von einem "ungemein talentierten Designer" zu lernen.