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Todesdrama am Set von "Rust" George Clooney kann es nicht fassen

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Was am Set von "Rust" passiert ist, ist für ihn unverständlich: George Clooney.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der tödliche Schuss, den Alec Baldwin versehentlich am Set des Westerns "Rust" abgegeben hat, erhitzt noch immer die Gemüter. Nun äußert sich auch Schauspiel-Kollege George Clooney zu der Tragödie, die so nie hätte stattfinden dürfen. Daniel Baldwin nimmt unterdessen seinen Bruder Alec in Schutz.

Knapp einen Monat ist es her, dass Schauspieler Alec Baldwin während der Dreharbeiten des Westerns "Rust" versehentlich die Kamerafrau Halyna Hutchins erschossen hat. In einem Podcast mit dem US-Comedian Marc Maron nahm nun auch Hollywood-Star George Clooney zu dem tragischen Ereignis Stellung.

Der 60-Jährige, der selbst in Dutzenden Kinofilmen mitgewirkt hat, erklärte, es sei "Wahnsinn", dass sich am "Rust"-Set scharfe Patronen befunden hätten. Zudem äußerte er sein Erstaunen über Berichte, wonach Regieassistent David Halls die Waffe mit den Worten "Cold Gun" ("Unscharfe Waffe") an Alec Baldwin übergeben habe. Eine solche Redewendung zur Umschreibung einer Waffe, deren Einsatz unbedenklich sei, sei ihm in seiner ganzen Karriere noch nicht untergekommen.

Bei den Geschehnissen am Set des Westerns handele es sich zwar um einen "tragischen Unfall", betont Clooney. Zugleich jedoch stellt er fest, Halls hätte nie auch nur in die Nähe der Requisitenwaffe kommen dürfen. "Ich habe die Nachrichten verfolgt und muss sagen, mit dem Regieassistenten haben sie den Schuldigen", erklärt der Schauspieler. "Ich kenne den Typen nicht. Aber ich arbeite nun seit 40 Jahren an Sets. Und die Person, die dir die Waffe übergibt und die Verantwortung dafür trägt, ist entweder die, die für die Requisiten zuständig ist oder der Waffenmeister. Punkt", stellt Clooney fest.

"Jeder weiß das"

Der Hollywood-Star schildert zudem, wie der Gebrauch von Waffen am Set seiner Erfahrung nach normalerweise ablaufe. "Jedes einzelne Mal, wenn mir am Set eine Waffe übergeben wird, schaue ich sie an, öffne ich sie, zeige sie der Person, auf die ich zielen soll, zeige sie der Crew. Nach jeder einzelnen Aufnahme gebe ich sie zurück an den Waffenmeister, ehe das Ganze bei der nächsten Aufnahme von vorne beginnt."

Ein solches Vorgehen sei inzwischen eigentlich Standard, ist sich Clooney sicher. "Teilweise wegen dem, was Brandon passiert ist", erklärt er unter Verweis auf Brandon Lee, der bereits 1993 am Set des Films "The Crow" versehentlich mit scharfer Munition beschossen und getötet worden war. Danach seien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden, so Clooney. "Jeder hält sich daran. Jeder weiß das."

Er hoffe, auch Alec Baldwin habe sich entsprechend verhalten, erklärt Clooney und räumt zugleich ein: "Das Problem ist, dass Attrappen knifflig sind. Sie sehen wie echte Patronen aus. Sie haben nur ein kleines Loch auf der Rückseite, durch das das Pulver entfernt wurde."

Auch wenn Clooney seinem Kollegen grundsätzlich keine Vorwürfe machen will, zwischen den Zeilen nimmt er Alec Baldwin doch in die Verantwortung. So verweist er darauf, dass am Set von "Rust" offenbar so geknausert wurde, dass unerfahrene Kräfte zum Einsatz kamen. Als Produzent des Streifens träfe Alec Baldwin so zumindest indirekt eine Mitschuld.

"Er ist eine Zielscheibe"

Ganz anders sieht das dagegen Alec Baldwins Bruder Daniel. In der Radioshow "The Domenick Nati Show" mutmaßte er, sein Bruder solle offenbar aufgrund seiner politischen Ansichten zum Sündenbock in der "Rust"-Tragödie gestempelt werden. Er hingegen empfehle seinem Bruder, die Schuld nicht auf sich zu nehmen.

Alec sei "der große Star mit unverblümter politischer Meinung", was ihn zu einem leichten Ziel mache, so Daniel Baldwin. Auch die Tatsache, dass er sich für unterschiedliche Wohltätigkeitsorganisationen einsetze, sei für seine Gegner ein gefundenes Fressen, den Star "sensationslüstern" zu verfolgen. "Er ist eine Zielscheibe", ist sich Daniel Baldwin sicher.

Alec Baldwin macht seit vielen Jahren keinen Hehl aus seinen politischen Überzeugungen. Während der Präsidentschaft von Donald Trump parodierte er das Staatsoberhaupt regelmäßig im Rahmen der Comedy-Show "Saturday Night Live". So überzog Donald Trump Jr., Sohn des Ex-Präsidenten, Alec Baldwin schon kurz nach der "Rust"-Tragödie dann auch mit Häme. Seither vertreibt er ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Nicht Waffen töten Menschen, Alec Baldwin tötet Menschen."

Die Ermittlungen zu dem Unglück am Set des Westerns, bei dem nicht nur Hutchins getötet, sondern auch Regisseur Joel Souza verletzt wurde, laufen noch. Sollte nachgewiesen werden, dass Sicherheitsstandards nicht eingehalten wurden, könnte auch Alec Baldwin als einer der zuständigen Produzenten belangt werden.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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