Unterhaltung

Urteil in Cybermobbing-ProzessGericht stärkt Brigitte Macron den Rücken

05.01.2026, 13:51 Uhr
00:00 / 03:54
Brigitte-Macron-French-first-Lady-during-a-ceremony-the-French-singer-and-actress-Line-Renaud-presents-to-the-French-Minister-of-Culture-a-letter-of-donation-of-her-archives-including-her-logbooks-covering-80-years-on-stage-which-will-shortly-be-handed-over-to-the-French-National-Archives-Ministry-of-Culture-Paris-France-Monday-May-12-2025-01ACCORSINIJEANNE-PRESSE
Wehrt sich gegen böswillige Unterstellungen: Brigitte Macron. (Foto: picture alliance / SIPA)

Frankreichs First Lady Brigitte Macron wehrt sich vor Gericht gegen herabwürdigende Äußerungen über sie im Netz. Mit Erfolg: Die Angeklagten, die Emmanuel Macrons Frau online gemobbt hatten, erhalten überwiegend Haftstrafen auf Bewährung.

Wegen Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron hat ein Gericht in Paris acht Männer und zwei Frauen bis zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Alle müssen außerdem ein Praktikum absolvieren, in dem sie den respektvollen Umgang mit Menschen im Internet lernen sollen. Einige erhielten überdies eine befristete Onlinesperre für die Nutzung der sozialen Medien, die sie für das Cybermobbing genutzt hatten.

Den Angeklagten wurden zahlreiche abfällige Äußerungen über das Geschlecht der Präsidentengattin sowie über den Altersunterschied zu Emmanuel Macron vorgeworfen. Sie hätten Brigitte Macron mit "böswilligen und herabwürdigenden Formulierungen angegriffen", schrieb der Vorsitzende Richter Thierry Donnard den Beschuldigten ins Stammbuch. Dabei war teilweise selbst von Pädophilie die Rede.

Hintergrund ist die seit der Wahl Emmanuel Macrons zum Präsidenten 2017 in den sozialen Medien kursierende Verschwörungserzählung, wonach Brigitte Macron eine Transfrau und als Mann geboren worden sei. Die Macrons gingen dagegen schon früher gerichtlich vor.

Brigitte Macron schildert Auswirkungen

Zu den Angeklagten im Alter von 41 bis 60 Jahren gehören ein in Frankreich bekannter Verschwörungstheoretiker sowie eine Frau, die sich als Medium und Werbefachfrau ausgibt und deren X-Konto inzwischen gesperrt wurde. Sie wird als maßgeblich an der Verbreitung des Gerüchts beteiligt angesehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten Haftstrafen von drei bis 12 Monaten auf Bewährung sowie Geldstrafen bis zu 8000 Euro gefordert. Brigitte Macron hatte den Ermittlern bei der Einreichung ihrer Klage erklärt, das Gerücht, sie sei eine Transfrau, habe "sehr starke Auswirkungen" auf ihr Umfeld und auch sie selbst gehabt. So hätten etwa ihre Enkelkinder gehört, dass "ihre Großmutter ein Mann" sei.

Brigitte Macrons Tochter Tiphaine Auzière sagte vor Gericht, die weltweit verbreiteten Falschbehauptungen hätten Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Mutter. Die 72-Jährige sei angesichts der andauernden Infragestellung ihrer Identität "ständig auf der Hut".

Klage auch in den USA

Außer in Frankreich klagen Präsident Emmanuel Macron und seine Frau auch in den USA wegen Verleumdung gegen die rechte US-Influencerin Candace Owens, der sie vorwerfen, wissentlich Falschbehauptungen verbreitet zu haben. Die Klage im US-Bundesstaat Delaware richtet sich unter anderem gegen die auch von Owen aufgestellte Behauptung, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden.

Die Macrons seien durch diese Behauptungen zum Opfer einer "globalen Erniedrigungs-Kampagne" geworden, die "invasiv, entmenschlichend und zutiefst unfair" sei, heißt es in der Klage. Owens hielt dennoch an ihren Aussagen fest.

Brigitte Macron ist nicht die einzige Präsidentengattin, die Zielscheibe sexistischer Verschwörungstheorien ist. Auch über Michelle Obama, die Ehefrau von Ex-US-Präsident Barack Obama, werden immer wieder sexistische und rassistische Beiträge und die Behauptung verbreitet, sie sei ein Mann.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

MobbingEmmanuel MacronProzesse