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Patriotisches Statement Hillary Clintons subtile Modestrategie

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Die TV-Debatten im modischen Überblick.

(Foto: Reuters/Collage n-tv.de)

Abseits dessen, was Hillary Clinton und Donald Trump in ihren TV-Debatten sagen, wird auch darüber geurteilt, was die beiden US-Kandidaten tragen. In diesem Duell hat die Demokratin die Nase klar vorne.

Die Zahl drei hat eine außerordentliche Bedeutung: Sie symbolisiert nicht nur die Trinität des Christentums und gilt deshalb als Glückszahl, sondern spielt auch in der Nationalidentität vieler Länder eine entscheidende Rolle. Politiker wissen das zu nutzen. So ist die Zahl drei maßgebend auch im US-amerikanischen Patriotismus vertreten und kommt im Wahlkampf zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Anwendung.

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Trump im gewohnten Anzug mit Flaggenanstecker.

(Foto: imago/UPI Photo)

Aufmerksamen Beobachter der letzten drei US-Fernsehdebatten dürfte nicht entgangen sein, dass die Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Donald Trump sich strikt an die modische Trinität gehalten haben. Die Demokratin ging dabei jedoch etwas subtiler vor als ihr republikanischer Gegner.

Während Trump in allen drei Duellen einen marineblauen Anzug mit einem weißen Hemd wahlweise mit einer blauen oder roten Krawatte trug, setzte Clinton gleich auf den Komplettlook in den Nationalfarben. In der ersten Debatte zeigte sich Clinton in einem roten Hosenanzug. In der zweiten wechselte sie zu einem dunkelblauen Modell mit hellem Revers und zum letzten Duell trat sie mit einem weißen Komplett-Outfit in die verbale TV-Arena.

Das Signal, das Clinton mit ihrem Look setzt, ist eindeutig und doch gelingt es der 68-Jährigen, ihre Botschaft als Subtext zu vermitteln. Mit modischer Zurückhaltung präsentiert sie sich als patriotische Präsidentschaftskandidatin, die Zurückhaltung und Überlegenheit ausstrahlt. Zudem signalisiert sie, dass sie die richtige Wahl für den bald vakanten Posten im Weißen Haus sein könnte.

Mit Ralph Lauren und ohne Haarreif

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Merkel und ihre "Schlandkette" punkteten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während Trump alle drei Nationalfarben auf einmal repräsentiert und sich zusätzlich mit einen Reversanstecker in Flaggenform schmückt, setzt Clinton auf schlichte Eleganz und lenkt damit den Fokus auf ihre dargebotenen politischen Inhalte. Dabei war modische Finesse bisher keine Stärke der Demokratin, wie sie selbst einmal in einem Artikel mit der Überschrift "Meine schlimmsten Outfits" im Magazin "US Weekly" zugab. Als ehemalige First Lady des Ex-US-Präsidenten Bill Clinton wurde sie für ihre Modeauswahl und ihre Haarreifen noch belächelt.

Dank eines Stylistenteams und Modedesigner Ralph Lauren sind diese Zeiten allerdings vorbei. Mit den Anzügen seines Labels konnte Clinton bisher nicht nur modisch, sondern auch politisch punkten. Den Umfragen zufolge hat sie bisher nämlich jedes Fernsehduell für sich entschieden. Trump blieb hingegen seinen Anzügen von der Marke Brioni (die auch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gerne trägt) treu und unterlag darin.

Sollte Clinton die US-Wahl für sich entscheiden können, wird sie nicht nur die erste weibliche Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika sein, sondern auch modische Maßstäbe für mögliche Nachfolgerinnen im Amt setzen. Eine Vorbildfunktion für die Politikerin könnte hierbei auch Bundeskanzlerin Angela Merkel einnehmen, die ebenfalls wie Clinton auf Hosenanzüge setzt.

Auch Merkel konnte bereits mit dem Thema Trinität punkten. Mit ihrem als "Schlandkette" berühmt gewordenen Schmuckstück, das sie bei der TV-Debatte mit dem damaligen SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück trug, setzte die CDU-Vorsitzende ein patriotisches Zeichen in Schwarz, Rot und Gold und bekam dafür zahlreiche positive Reaktionen, sowie die Gunst der Wähler für eine weitere Amtsperiode.

 

Quelle: ntv.de